ISM im Kreuzfeuer

Neubau am Hönne-Gymnasium muss wohl weiteres Jahr warten

Muss wohl bis mindestens 2022 auf den Neubau warten – und damit ein Jahr länger: das Gymnasium an der Hönne.

Muss wohl bis mindestens 2022 auf den Neubau warten – und damit ein Jahr länger: das Gymnasium an der Hönne.

Foto: Martina Dinslage / Westfalenpost

Menden.  Die Schule wartet dringend auf den Neubau, aber Personalengpässe bei der Stadt machen die Eröffnung im Sommer 2021 völlig unrealistisch.

Der Zeitplan für den Erweiterungsbau auf dem heutigen Bolzplatz des Hönne-Gymnasium muss offenbar ganz neu geschrieben werden. Statt bis August 2021 dürfte es mindestens ein Jahr länger dauern, bis das Gymnasium auch seine jüngsten Kinder aus dem Ableger an der Wilhelmstraße in den fertigen Neubau holen kann – möglicherweise dauere es auch noch länger, erklärten Hubert Schulte (CDU) und Klaus Luig (FDP). Sie sorgten im Betriebsausschuss für den Immobilienservice Menden (ISM) dafür, dass der in drei Varianten erstellte Zeitplan der ISM-Betriebsleiterin Ulrike Schriever buchstäblich um die Ohren flog.

Schulte hielt Schriever zunächst vor, dass die von ihr favorisierte Variante 2 des Bauzeitenplans „völlig unrealistisch“ und ohne jeden Puffer abgefasst sei. Der darin angegebene Fertigstellungstermin zum Schuljahresbeginn 2021/22 solle ganz offenkundig „nur der Beruhigung der Eltern dienen“. Die Wahrheit sei eine andere, und die müsse jetzt auf den Tisch: „Wir müssen ehrlich gegenüber der Schule bleiben. Ihre Zeitangaben glauben wir Ihnen nicht mehr“, sagte Schulte zu Schriever. Klaus Luig, selbst Architekt, ergänzte, dass die angegebene zeitliche Abfolge für die Baumaßnahme „überhaupt nicht nachvollziehbar“ sei. „Keine Variante ist hier realistisch“, lautete sein vernichtendes Urteil. „Es wäre sinnvoller, das Ganze komplett extern zu vergeben, dann sind Sie wenigstens nicht mehr an allem schuld“, riet er Ulrike Schriever.

„Personelle Notlage“ im ISM

Die Leiterin des Immobilienservices erklärte dazu, dass Zeitstrahlen und Zeitpläne grundsätzlich nur Steuerungs-Instrumente des Projektleiters selbst seien. Einmal vorgelegt, würden sie aber immer als festgelegte Ziele missverstanden. „Und darauf wird man dann festgenagelt.“ Wegen der vielen Unwägbarkeiten in Planung und Bau gerade in der aktuellen Hochkonjunkturphase sei es tatsächlich „unangenehm“, nach Fertigstellungsterminen gefragt zu werden, räumte die ISM-Chefin ein. Hinzu komme eine „personelle Notlage“ im ISM. Damit Schriever diese Probleme schildern konnte, ohne damit Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten zu verletzen, musste die Öffentlichkeit die Sitzung zwischenzeitlich verlassen.

Danach schlug Klaus Luig erneut vor, aufgrund der völlig aus dem Ruder gelaufenen Schulplanung bei Null anzufangen. Das Projekt sei völlig neu aufzustellen – „ohne den ISM, damit der Neubau überhaupt noch Chancen auf eine Realisierung hat“. Sämtliche Arbeiten seien nach außen zu vergeben. Auf Nachfrage von Stefan Band (Die Grünen) sagte Schriever zu, die gemachten Angaben zu „überdenken“. Sie glaube aber nicht, dass dabei sehr viel Neues herauskommen könne. So halte sie die angegebene Bauzeit von bis zu 17 Monaten weiterhin für realistisch.

Schulausschuss und Sondersitzung zu Anbau

Der Betriebsausschuss vertagte letztlich die Frage, ohne sie auf die lange Bank zu schieben: Zunächst soll der Schulausschuss am kommenden Dienstag klären, was schulfachlich geboten ist und welchen Weg sich die Elternvertreter wünschten. Daran soll sich nur wenige Tage später eine Sondersitzung des ISM-Betriebsausschusses anschließen. Darin müsse ein realistischer Zeitplan vorgelegt werden.

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