Verstimmung in Politik

Schul-Dependance in Lendringsen: Rat fängt SPD-Vorstoß ab

Die ehemalige Hauptschule in Lendringsen: Sie sollte nach dem Willen der SPD überzählige Gesamt- oder Realschüler aufnehmen.

Die ehemalige Hauptschule in Lendringsen: Sie sollte nach dem Willen der SPD überzählige Gesamt- oder Realschüler aufnehmen.

Foto: Archiv/ Martina Dinslage

Lendringsen.  Kein Schul-Ableger in Lendringsen: Nach dem Nein aller anderen Fraktionen zu dem SPD-Vorstoß ist die Verstimmung in der Mendener Politik groß.

Es soll keine Schul-Dependancen mehr geben: Abgelehnt hat der Stadtrat den Antrag der SPD-Fraktion, in der ehemaligen Hauptschule Bieberberg einen Ableger für die Realschule oder die Gesamtschule einzurichten. Auf Antrag von FDP-Fraktionschef Stefan Weige lehnte es die Mehrheit im Stadtrat ab, das Thema überhaupt in den Schulausschuss zu verweisen. Friedhelm Peters (SPD) hatte zuvor vergebens darauf verwiesen, dass es gute Sitte sei, Fraktionsanträge in die Fachausschüsse zu lassen. Am Ende stimmten nur die SPD und Bürgermeister Martin Wächter (CDU) dafür.

Schulleitung lehnt ab

Ulrich Menge vom Rathaus-Team Schule und Sport erklärte, dass die Gesamtschulleitung keine Notwendigkeit für eine Dependance in Lendringsen sehe. Auch das Hönne-Gymnasium wolle seinen Ableger an der Wilhelmstraße mit einem Neubau alsbald wieder unter ein Dach an der Walramstraße bringen. Weige sagte, der Antrag komme viel zu spät. Schon vor Jahren habe es die SPD versäumt, einem entsprechenden FDP-Antrag zuzustimmen. Heute seien längst vollendete Tatsachen geschaffen, eine Dependance mache keinen Sinn mehr. dem schloss sich Peter Köhler für die Grünen-Fraktion an. Zum einen erkenne man in der Sache keine Sinnhaftigkeit, zum anderen sei es gerade den Grünen schon häufiger passiert, dass ihre Anträge abgefangen würden, bevor sie die Fachausschüsse erreichen.

RSM-Debakel verhindern

Für die SPD verwies Mirko Kruschinski darauf, dass man „Eltern nicht noch fünf Jahre erklären müsste, was gerade den Realschul-Eltern klarzumachen war“. Damit spielte Kruschinski auf das hoch umstrittene Losverfahren an der Realschule Menden an, wo sechs Klassen angemeldet waren, die Schulaufsicht aber nur fünf zuließ – und deshalb Kinder per Losentscheid ausgesiebt werden mussten (die WP berichtete).

Gegenseitige Vorwürfe

Wie die WP erfuhr, soll die Ablehnung des SPD-Antrags, der in der Sache mit der künftigen Entwicklung der Schülerzahlen begründet worden war, für große Verstimmung zwischen Fraktionen von SPD und CDU gesorgt haben. Während bei den Sozialdemokraten Unverständnis über die Art und Weise herrscht, wie ihr Antrag abgefangen wurde, ist in Reihen der Union von einem „Schau-Antrag“ die Rede. Dieser habe nur dazu dienen sollen, im heraufziehenden Kommunalwahlkampf in Lendringsen verkünden zu können, dass mit der SPD der Schulstandort zurückkehre.

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