Interview

Sechster Band von „So war es früher“ erscheint bald

12. Mai 1984: Unvergessen die Baumkuchen-Aktion der Westfalenpost mit dem Café Ries. Der höchste Baumkuchen Deutschlands entstand hier. Der Erlös war für Grün in der Stadt bestimmt. Mit dem Geld wurden die Bäume für den Neumarkt gekauft samt Schutzgitter. Im Korb der DL 30 der Feuerwehr hielt sich Bürgermeister Ernst Eisenberg krampfhaft fest. Einen Teller im Mund, das Messer in der Hand, so erfüllte er seine Pflicht. Er schnitt den Baumkuchenturm an, nachdem er erst 20 Meter in die Höhe gehoben und dann auf vier Meter abgesenkt worden war.

12. Mai 1984: Unvergessen die Baumkuchen-Aktion der Westfalenpost mit dem Café Ries. Der höchste Baumkuchen Deutschlands entstand hier. Der Erlös war für Grün in der Stadt bestimmt. Mit dem Geld wurden die Bäume für den Neumarkt gekauft samt Schutzgitter. Im Korb der DL 30 der Feuerwehr hielt sich Bürgermeister Ernst Eisenberg krampfhaft fest. Einen Teller im Mund, das Messer in der Hand, so erfüllte er seine Pflicht. Er schnitt den Baumkuchenturm an, nachdem er erst 20 Meter in die Höhe gehoben und dann auf vier Meter abgesenkt worden war.

Foto: Rainer Bartolain / WP Menden

Menden.  „So war es früher“: Claus-Peter Levermann veröffentlicht im sechsten Band der Buchreihe wieder Mendener Anekdoten und Geschichten.

Für viele Mendener sicher wieder ein passendes Weihnachtsgeschenk: Ende November/Anfang Dezember erscheint der sechste Band „So war es früher“ von Claus-Peter Levermann. Der 77-Jährige beschreibt in der Buchreihe Geschichten und Anekdoten aus Menden. Wir haben den ehemaligen Redaktionsleiter der WP Menden nach dem neuen Band gefragt.

Sechs Bände, hunderte Geschichten – gibt es immer noch genug Material?

Claus-Peter Levermann: Eigentlich habe ich noch viele Geschichten, aber die Recherche ist mittlerweile aufwändiger geworden. Außerdem will ich künftig auch mehr Zeit für meine Familie haben.

Das heißt, der sechste Band wird der letzte sein?

Ja, danach gibt es kein weiteres Buch der Reihe „So war es früher“ mehr von mir. Höchstens ein Buch zu einem anderen Thema, Ideen hätte ich genug.

Haben Sie mit dieser riesigen Resonanz auf Ihre Bücher gerechnet?

Nein, überhaupt nicht. Ich erinnere mich noch genau daran, wie mir zumute war, als ich das erste Buch veröffentlicht habe. Ein ehemaliger Kollege hatte den Anstoß dazu gegeben. Da steht man dann plötzlich in der Öffentlichkeit und ist unsicher, wie die Leute darauf reagieren. Es lag mir nie, im Mittelpunkt zu stehen oder mich in den Vordergrund zu drängen. Deshalb habe ich auch den Wunsch nach Lesungen abgelehnt. Ich arbeite lieber im Hintergrund.

Sie waren Jahrzehnte Redaktionsleiter der WP in Menden. Haben Sie durch die Geschichten, die Sie in Ihren Büchern aufgeschrieben haben, noch viel Neues erfahren?

Ich habe nach und nach sehr viel über Menden und die Mendener gelernt. Bis heute kann ich nicht verstehen, wie es in Kriegszeiten den Müttern gelungen ist, uns großzuziehen. Ich habe versucht, die Geschichten so anzulegen, dass man sie aus dem Kontext der jeweiligen Zeit versteht. Und ich habe oft Dinge erfahren, die ich vorher nicht wusste. So zum Beispiel, dass die Henker früher Patienten besser helfen konnten als mancher Arzt. Die kannten nämlich die Anatomie der Menschen am besten.

Was ist für Sie das Faszinierende an den Geschichten aus „So war es früher“?

Zum einen ist es die Erinnerung an Menschen, die bestimmte Dinge erlebt haben. Und zum anderen ist es toll, mit Zeitzeugen zu sprechen. Diese Zeitzeugen sterben nach und nach, und es ist schön, dass ihre Erinnerungen auf Papier erhalten bleiben. Ein Beispiel ist Alemannia Menden. Den Verein gibt es nicht mehr, aber die Erinnerungen bleiben. Die versuche ich lebendig zu halten.

Sind die Bände 1 bis 5 denn noch erhältlich?

Ja, Band 1 wurde neu aufgelegt, die anderen werden nachgedruckt.

Was passiert mit dem Erlös aus dem Verkauf des neuen Bandes?

Der fließt – wie bei den bisherigen Büchern auch – komplett an die Benefizaktion „Mendener in Not“.

Wieviel Geld ist durch Ihre Bücher da bisher zusammengekommen?

Das sind insgesamt etliche tausend Euro für „Mendener in Not“. Allein der erste Band ist mehr als 2000-mal verkauft worden.

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