Lhoist-Steinbruch

Steinbruch: Erweiterung weckt Ängste in Asbeck

Blick auf den Steinbruch. Das Abbaugebiet soll um 86 Hektar erweitert werden.

Blick auf den Steinbruch. Das Abbaugebiet soll um 86 Hektar erweitert werden.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Menden.  Lhoist will erweitern, die Asbecker sorgen sich um Gesundheit, Umwelt und Grundwasser. Was sagen Stadt, Kreis, Bezirksregierung und Unternehmen?

Viel Lärm, Staub, massive Gefahren für die Gesundheit – die Bürgersorgen angesichts der geplanten Flächenerweiterung des Kalkstein-Herstellers Lhoist (Rheinkalk) sind groß. Das Unternehmen möchte das Abbaugebiet um 86 Hektar erweitern. Die Asbecker Bürger fühlen sich von der Stadt Menden im Stich gelassen, sagen: „Wir werden von der Stadt nicht ernst genommen.“

Die Stadt

Johannes Ehrlich, Pressesprecher der Stadt Menden, wehrt sich gegen den Eindruck, die Verwaltung würde die Belange der Asbecker ignorieren. „Wir sind als Stadt aber nicht die Genehmigungsbehörde, das ist der Märkische Kreis. Im Gegenteil: Wir sind selbst betroffen.“ So habe die Stadt für die Umweltverträglichkeitsprüfung selbst eine Stellungnahme beim Kreis abgegeben. Darin, so Johannes Ehrlich, würden „Fragen nach den Auswirkungen auf Gewässer wie zum Beispiel die Hönne und den Asbecker Bach sowie nach den Auswirkungen auf den Menschen gestellt“. In der Stadtverwaltung sei die Steinbruch-Erweiterung auf alle Fälle Thema, politisch allerdings sei es in Menden noch nicht diskutiert worden: „Das müsste aus der Politik zum Thema gemacht werden.“

Der Kreis

Für eine intensive Diskussion sei es ohnehin viel zu früh, betont Hendrik Klein, Sprecher des Märkischen Kreises, denn: „Es kommt darauf an, was der neue Regionalplan für dieses Gebiet festlegt.“ Dieser Regionalplan werde derzeit neu aufgestellt: „Alle warten darauf, dass der neue Regionalplan feststeht, das ist der erste Schritt.“ Erst danach könne es weitergehen: „Dann werden auch die Bürger beteiligt.“

Die Bezirksregierung

Und wie lange könnte es dauern, bis der neue Plan steht? „Das ist ein mehrjähriges Verfahren“, sagt Ursula Kissel, Pressesprecherin bei der Bezirksregierung Arnsberg. „Da können wir im Moment noch keinen Zeitpunkt nennen.“

Das Unternehmen

Lhoist versichert, dass die Inhaltsstoffe bisher genommener Staub-Proben „alle weit unter den jeweils festgelegten Grenzwerten“ liegen. „Alle gesetzlichen Grenzwerte werden auch zukünftig eingehalten“, sagt Britta Kutz (Marketing). Völlig vermeidbar sei Staubentwicklung im Steinbruch nicht, doch sollen in den kommenden Wochen neue Wasserwerfer mit höheren Reichweiten getestet werden. Zu Bürgersorgen um einen sinkenden Grundwasserspiegel laufen laut Lhoist „zurzeit intensive Untersuchungen, die in ein Fachgutachten einfließen werden“. Derzeit werde das Genehmigungsverfahren vorbereitet, erklärt Britta Kutz. Es würden Gutachten erstellt. Lhoist wolle „mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommen, Lösungen suchen und im Austausch bleiben“.

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