Sägewerk

11-Millionen-Euro-Projekt startet Probebetrieb in Hanxleden

„Hanxleden 4.0“ heißt das 11 Millionen Euro teure innovative Sägewerk in Hanxleden bei Schmallenberg.

„Hanxleden 4.0“ heißt das 11 Millionen Euro teure innovative Sägewerk in Hanxleden bei Schmallenberg.

Foto: Hegener-Hachmann

Hanxleden.  In Hanxleden ist ein ressourcensparendes Sägewerk entstanden, das verschiedene Baumarten und Qualitäten verarbeiten kann. Die Hintergründe.

Für 11 Millionen Euro ist in Hanxleden ein neues, innovatives und ressourcensparendes Sägewerk entstanden (wir berichteten): Der Probebetrieb läuft bereits seit Mitte Oktober, „jetzt stehen noch Nachbesserungen im Produktionsablauf und die Fertigstellung vieler kleiner Baustellen an“, sagt Markus von Weichs (Rundholzeinkauf), der gemeinsam mit Geschäftsführer Hubertus Hegener-Hachmann das Projekt „Hanxleden 4.0“ ins Leben gerufen und sich mit dem Konzept um Unterstützung im Rahmen des Aufrufes „Ressource.NRW“ vom Umweltministeriums NRW beworben hat.

Rund 3,67 Millionen Euro Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung wurden für das Unternehmen aus dem Sauerland bewilligt. Das Besondere am neuen Sägewerk: „Wir können hier verschiedene Baumarten und Qualitäten an einem Standort verarbeiten, das ist selten.“ Unter dem Aspekt der CO2-Einsparung spiele das eine bedeutende Rolle, so der Geschäftsführer.

Kapazitäten werden mittelfristig verdoppelt

Hubertus Hegener-Hachmann führt das Sägewerk als Familienbetrieb in Hanxleden mittlerweile in vierter Generation. Der Sägewerksbetrieb, ursprünglich entstanden aus einem Nebenbetrieb der Land- und Forstwirtschaft, wurde in den letzten Jahren durch punktuelle Investitionen und die Weiterentwicklung der

vorhandenen Produkt- und Sortimentspalette in einen eigenständigen Gewerbebetrieb spezialisiert.

Bisher konnten in dem bereits seit Jahren bestehenden Sägewerk maximal 30.000 Festmeter Holz geschnitten werden - mit dem Neubau werden die Kapazitäten mittelfristig verdoppelt.

„Nach den Daten der Anlagenlieferanten gehen wir davon aus, im neuen Sägewerk annähernd die doppelte Menge Holz schneiden zu können. Das ist natürlich auch eine Herausforderung“, so von Weichs, „weil es gleichzeitig auch bedeutet, einen höheren Absatz erzielen zu müssen. Deswegen ist geplant, das Produktportfolio künftig noch breiter aufzustellen.“

Bislang bietet das Unternehmen Kunden beispielsweise Bretter, Kanthölzer, Verpackungskantholz, Bauholz und Schnittholz für den Außenbereich sowie eine Massivholzdiele an.

Das Projekt

Im vergangenen Jahr hatte das Familienunternehmen in die neue Sägetechnik investiert, auch auf Grund sich verändernder Rahmenbedingungen in der Rundholzbeschaffung und zum schonenden Umgang mit Rohstoff, Energie und Mensch. „Der Aufruf hat uns motiviert, das Thema anzugehen“, so von Weichs. Nach Zusage der Fördergelder sind gerade mal zwei Jahre vergangen, bis das neue Sägewerk in den Probetrieb starten konnte. Die Bauphase dauerte ein Jahr.

Das Konzept: Das Rundholz, das im Umkreis von rund 150 Kilometern eingekauft wird, wird komplett am

Standort verarbeitet. „Unsere Sägetechnik ist sehr flexibel was unterschiedliche Baumarten, Längen oder Qualitäten angeht.“ Verarbeitet werden kann Kurzholz mit einer Länge von 2,40 Meter bis Stammholz, das 20 Meter lang ist. Wesentlich für den Erfolg ist eine spezielle 3D-Vollkontur-Vermessung der Hölzer. Dort wird ein 3D-Bild erzeugt. „Der Bediener, der den Vorgang überwacht, erhält einen Einteilvorschlag, wie das Holz am effizientesten für unsere Produkte genutzt und geschnitten werden muss.“

Dementsprechend wird ein passendes Schnittbild erzeugt. „Entweder geht es dann „online“ ins Sägewerk oder kommt in die Sortierboxen, bis genügend ähnliche Hölzer für die Verarbeitung gelagert sind.“ Im Sägewerk wird es dann weiterverarbeitet.

Die Zukunft

Für den Familienbetrieb war diese Entscheidung ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft: „Man muss

innovativ sein, um eine Zukunftsperspektive zu haben“, so der Geschäftsführer. Das alte Sägewerk am Standort soll in naher Zukunft zurückgebaut und in ein Hobelwerk für die Herstellung der Fußböden umgebaut werden, „so können wir dann letztendlich alles hier am Standort produzieren“.

Bisher liegt das Hobelwerk einen Ort weiter in Kirchrarbach. Auch neue Trocknungskapazitäten für das Schnittholz sollen auf dem Betriebsgelände entstehen, wenn die Probebetrieb-Phase abgeschlossen ist.

Auch das Thema Fachkräfte beschäftigt den Betrieb aktuell und in Zukunft: „Durch das neue Sägewerk werden alle vorhandenen Arbeitsplätze langfristig gesichert und es entstehen zusätzlich neue Arbeitsplätze für motiviertes Fachpersonal aus der Region, da es viel um Produktionstechnik und Freude am effizienten Umgang mit dem Rohstoff Holz geht“, so von Weichs.

Aktuell sind im Betrieb vier Auszubildende beschäftigt, „auch im kommenden Jahr sind wir wieder auf der Suche nach Auszubildenden“, so Hegener-Hachmann.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben