Veranstaltung

A46-Run: Ein einmaliger Lauf über die Autobahn

Hunderte Läufer konnten die einmalige Aussicht beim A46-Run genießen. Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

Hunderte Läufer konnten die einmalige Aussicht beim A46-Run genießen. Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

Bestwig.  Mehr als 2000 Läufer haben die einmalige Chance genutzt: Sie sind beim A46-Run über die höchste Autobahnbrücke in NRW gelaufen.

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Es ist kalt auf der A46 bei Bestwig. Auf der Brücke weht ein starker Wind. Regentropfen fallen auf den neuen Asphalt. Asphalt, über den schon bald Autos fahren werden. Gegen Ende des Jahres soll das neue Autobahnstück der A46 für den Verkehr freigegeben werden. Zahlreiche Läufer und Walker des A46-Runs können bereits am Sonntag die Sicht von der höchsten Autobahnbrücke in NRW genießen. Eine einmalige Chance, zu Fuß über die Brücke zu spazieren, laufen oder zu walken.

Der Läufer

Diese Chance möchte sich Philipp Siepe nicht entgehen lassen. Der 19-jährige Hobbyläufer aus Eversberg arbeitet bei Straßen.NRW als Bauzeichner. Er hat sich für die Fünf-Kilometer-Strecke entschieden. „Es ist ein einzigartiges Gefühl, über die höchste Brücke in NRW zu laufen. Die Aussicht war fantastisch. Nach dem Wendepunkt waren die Windböen zwar etwas stark, aber ich bin dennoch zufrieden mit meinem Ergebnis“, sagt er und lacht, während er über die Medaille streicht, die um seinem Hals hängt. Eine Medaille, die an diesem Tag 2479 Teilnehmer bekommen – unter ihnen Läufer, Walker und Nordic-Walker.

Es ist kurz vor elf Uhr. Die ersten Kinder laufen aufgeregt hin und her. Sie sind die Ersten, die beim A46-Run starten. Die Eltern stehen aufgeregt am Straßenrand, knipsen ein paar Fotos und feuern ihre Kinder an. Andere Läufer wärmen sich auf, trinken Kaffee oder motivieren sich gegenseitig. Im Minutentakt fahren Shuttlebusse voller Läufer zum Startplatz. Denn parken können Teilnehmer nur in den Orten selbst. Damit dies geregelt abläuft, stehen überall freiwillige Helfer bereit.

Die Helfer

Einer dieser Helfer ist Uli Senge vom TuS Valmetal. Er steht im Start- und Zielbereich. „Highway Man“ (Autobahn-Mann) steht auf der Rückseite seiner neongelben Weste. „Ich passe auf, dass keine Unbefugten hier im Bereich herumlaufen“, sagt er. Mehr als 250 Helfer sind am Sonntag im Einsatz. Aufpassen, Medaillen verteilen, Getränke ausschenken – es gibt viele Bereiche, in denen sie arbeiten. Immer mit dabei: gute Laune trotz Regen und Wind. Neben Uli Senge sind auch viele weitere Vereinsmitglieder vor Ort. Gemeinsam mit dem TuS Velmede-Bestwig, dem TV Germania Ostwig und dem TuS Nuttlar hat der TuS Valmetal den Lauf organisiert.

Die Organisatoren

Eindrücke vom Lauf über die A46
Eindrücke vom Lauf über die A46

Die Idee von einem A46-Run sei bereits seit Jahrzehnten immer wieder aufgekommen – so Jörg Fröhling vom Organisations-Team. „Als Anfang des Jahres bekannt wurde, dass das neue Autobahnstück gegen Ende 2019 für den Verkehr freigegeben werden soll, nahm die Idee konkrete Formen an“, sagt er stolz. „Es ist etwas Einzigartiges für diese Region. Das kommt nicht noch einmal.“

Das findet auch Moderator Michael Küsgen. Seit über 30 Jahren moderiert der 71-jährige Arnsberger Veranstaltungen in der Region. Er selbst ist in seinem Leben zahlreiche Wettkämpfe gelaufen. Einen Autobahnlauf ist aber auch für ihn etwas Außergewöhnliches. Daher wundert es ihn auch nicht, dass der Lauf so großen Zuspruch bei den Menschen fand. „Wir hatten noch weitere Anfragen für die Läufe. Aber irgendwann muss man die Anmeldung stoppen. Immerhin müssen wir jeden Läufer hier hochbringen und wieder zurück.“

Die Zuschauer

Heike Eickhoff aus Nuttlar ist nicht mit dem Shuttlebus gefahren. Sie hat sich ihre Walking-Stöcke gepackt und ist gemeinsam mit ihrer Mutter aus Nuttlar zur neuen Autobahnbrücke gewandert. „Ich bin hier, um meine Kollegen anzufeuern“, sagt sie. Die Brücke selbst habe sie in den vergangenen Wochen häufiger besucht. Nun wollte sie die Gelegenheit nutzen, einmal von oben auf ihre Heimat zu schauen. Einziges Manko? „Ich denke, dass es für die Teilnehmer schöner gewesen wäre, wenn die Läufe zeitlich nicht so eng getaktet wären.“ Denn während die Fünf-Kilometer-Läufer auf ihrem Rückweg auf der A46 sind, kommen bereits die Starter der zehn Kilometer angerannt. „Gleich geschafft“, ruft ein Mann der Menge zu, die soeben die Brücke erreicht.

Im Ziel wird währenddessen bereits gefeiert. Zahlreiche Selfies mit Medaillen werden geknipst. Musik dröhnt aus den Lautsprechern. Immer wieder hört man die Stimme des Moderators, der die einlaufenden Teilnehmer empfängt. Teilnehmer wie Philipp Siepe.

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