Girls Day

Beim Girls Day in Meschede gibt es keine Klischees mehr

Girls Day 2019 Ihre Erwartungen selbst eine Vermessung durchzuführen hat ich für Hannah Ermlich (ganz rechts) erfüllt. Trotz kühlem und diesigem Wetter ging es raus auf eine Autobahnbrücke, gegen Kälte kann man sich schließlich anziehen.

Girls Day 2019 Ihre Erwartungen selbst eine Vermessung durchzuführen hat ich für Hannah Ermlich (ganz rechts) erfüllt. Trotz kühlem und diesigem Wetter ging es raus auf eine Autobahnbrücke, gegen Kälte kann man sich schließlich anziehen.

Foto: Landesstraßenbauamt Meschede

Meschede.   Hannah Ermlich besucht beim Girls Day 2019 das Straßenbauamt in Meschede. Und ist auf einen kräftezehrenden Tag vorbereitet.

„Mädchen sind ja eh zu schwach für die Arbeit auf der Baustelle und auch mathematisch-logisches Denken gehört nicht zu ihren Stärken.“ Das ist weit gefehlt, denn das Klischee von Frauen in Männerberufen soll der jährlich stattfindende Girls Day durchbrechen und das klappt mit den Jahren sehr gut.

Im Jahr 2001 nahmen 1.800 Mädchen am ersten Girls Day teil. In diesem Jahr zeigte die Statistik eine Teilnehmerinnenzahl von 100.000 in ganz Deutschland. Die 13- jährige Schülerin Hannah Ermlich vom städtischen Gymnasium in Meschede entschied sich zur Teilnahme am Girls Day beim Straßenbauamt in Meschede. Sie ist der Meinung, dass so ein Tag eine Bereicherung für die berufliche Zukunft ist.

Auch Frauen können mit anpacken

Ebenfalls kann sie dem Klischee von Frauen in Männerberufen begründet widersprechen. „Ich finde jeder sollte einen Beruf ausüben, der ihm gefällt und das sollte man nicht daran festlegen, was andere denken. “ Ihr sei auch klar, dass Männer schon besser anpacken können, aber auch Frauen können ihre Kraft und Fitness durch Training verbessern.

Bei der Anfrage um einen Tagesplatz hatte die Schülerin Glück, weil ihr Onkel Oscar Faneca Santos beim Straßenbauamt angestellt ist. Das war Ehrensache, dass er Hannah für diesen Tag neben vier anderen jungen Mädchen mitnahm. Durch Erzählungen ihres Onkels wusste Hannah, was sie an diesem Tag erwartete.

„Ich war schon darauf eingestellt, dass der Tag von 8 bis16 Uhr stressiger und körperlich anstrengender würde, als in der Schule, aber körperliche Fitness bringe ich durch mein Volleyballtraining und den Reitsport in der Freizeit mit, “ sagt Hannah Ermlich. Sie hatte ihre Erwartungen an den Girls Day vorher klar definiert. Sie wollte gerne selbst aktiv werden, verschiedene Geräte ausprobieren und einen Einblick bei Vermessungen bekommen.

Gute Stimmung im Unternehmen

Genau mit diesem Schwerpunkt starteten die Teilnehmerinnen morgens in den Tag, bevor man ihnen im Anschluss auf dem Bau die Theorie erklärte. „Mädchen sind nicht gut in Mathe.“ Das ist völliger Quatsch, findet Hannah Ermlich. „Wir sollten ausrechnen, wie viel Asphalt und Steine für eine Parkplatzfläche benötigt werden.“

Das sei nicht schwierig und einen Flächeninhalt könne ja wohl jeder berechnen. Im Anschluss gab es tatsächlich einen kleinen Fitnesstest für die Mädchen. Sie sahen sich Brücken an und kletterten auf die Säulen. Arbeiten und in Bewegung sein macht natürlich auch hungrig.

Zukunftsvisionen gibt es schon

Eine Einladung zum Frühstück und Mittagessen ließ sich das Unternehmen an die Teilnehmerinnen nicht nehmen. Hannah Ermlich schwärmt von der tollen Atmosphäre im Straßenbaubetrieb: „Alle waren so gastfreundlich und wir spürten, dass wir willkommen waren.“ Im Flur hörte man von Weitem „Ach wie schön, heute ist wieder Girls Day!“ Hannah Ermlich weiß schon jetzt, dass sie im nächsten Jahr erneut teilnehmen möchte und sie kann es anderen Mädchen nur weiter empfehlen.

So klar wie Hannahs Erwartungen an diesen Tag waren, ähnliche Vorstellungen hat sie schon für das nächste Jahr: „Ich möchte gerne in den Bereich der Innenarchitektur hinein schnuppern und sehen wie man einrichtet und einzeichnet,“ äußert die Schülerin ihre Zukunftsvisionen.

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