Ausstellung

„Echte Körper“: Leichenteile in Schmallenbergs Stadthalle

An einem privaten Zaun haben die Veranstalter hier ein Plakat angebracht.

An einem privaten Zaun haben die Veranstalter hier ein Plakat angebracht.

Foto: Ute Tolksdorf

Schmallenberg.  Die Ausstellung „Echte Körper“ kommt nach Schmallenberg. Es gibt Ärger übers wilde Plakatieren und wir sagen, ob sich der Besuch lohnt.

Die Ausstellung „Echte Körper“ kommt vom 19. bis zum 22. September in die Stadthalle nach Schmallenberg. In anderen Orten gab es zuvor Aufregung um die Schau: Einmal ärgerte Kommunen das wilde Plakatieren, aber auch das Zeigen von Leichenteilen erhitzte die Gemüter.

So hatte auch die Stadt Meschede im März ein Verbot geprüft. Der Grund: Nach dem Bestattungsgesetz in Nordrhein-Westfalen müssen Einverständniserklärungen von Personen vorliegen, wenn deren Körper oder Teile nach ihrem Tod öffentlich präsentiert werden. Bei „Echte Körper“ sollen die Exponate aus den USA stammen. Deshalb lägen nicht alle Dokumente vor, darüber hinaus ließen sie sich offenbar nicht allen Körperteilen zuordnen. Letztlich durfte die Schau gezeigt werden.

An privaten Zäunen prangen die Plakate

Aber auch in Schmallenberg fallen die Veranstalter durch ihr Plakatieren auf. An Laternen und privaten Zäunen prangen die Plakate. „Die Stadt scheint regelrecht vollgeklatscht“, sagt auch Berthold Vogt, Leiter des Ordnungsamtes. Er bestätigt, dass die Organisatoren sich vorab eine grundsätzliche Plakatiererlaubnis geholt hätten. „Sie mussten dafür bestimmte Auflagen beachten. Dabei geht es beispielsweise um Anzahl, Größe und Abstände zu Kreuzungen und Kreisverkehren.“ Die Stadt dürfe dann nur eingreifen, wenn eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung bestehe.

Keine Handhabe habe die Stadt, wenn Plakate einfach an privaten Zäunen angebracht werden. „Aber ich kann verstehen, wenn das die Eigentümer ärgert.“ Auch da müsse ein Plakatierer natürlich eigentlich um Erlaubnis fragen. „Ansonsten hat der Grundstückeigentümer das Recht, was ihn stört einfach zu entfernen.“

Lohnt sich ein Besuch?

Die Schau selbst sorgte dann im Anschluss in Meschede nicht mehr für viel Aufregung. Die Mescheder Redakteurin Ilka Trudewind urteilte: „Wenn man keine perfekt inszenierte Ausstellung wie die Körperwelten von Gunter von Hagens erwartet, lohnt sich ein Besuch. Für den Preis von 15 Euro ist man allerdings zu schnell durch.“ Man komme den Exponaten allerdings sehr nahe. „Diese Nähe ist es auch, die die Ausstellung ausmacht. Sie zeigt sehr schön, dass alle Menschen von innen gleich sind. Und auch gleich verletzlich.“

Die Schau ist zu sehen vom 19. bis zum 22. September in der Stadthalle, jeweils von 11 bis 18 Uhr.

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