Handel

Ein Jahr Henne-Ruhr-Markt in Meschede - so ist die Bilanz

Abends erleuchtet: der Henne-Ruhr-Markt mit Stadthalle in Meschede. Die Bilanz zum einjährigen Bestehen ist positiv.

Abends erleuchtet: der Henne-Ruhr-Markt mit Stadthalle in Meschede. Die Bilanz zum einjährigen Bestehen ist positiv.

Foto: Ute Tolksdorf

Meschede.  Der Henne-Ruhr-Markt hat jetzt seit einem Jahr geöffnet. Diese Bilanz ziehen Handel, Stadtmarketing, Bürgermeister und Wirtschaft.

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So schnell vergeht die Zeit: Vor einem Jahr eröffnete der Henne-Ruhr-Markt in Meschede. Der Geburtstag wird am kommenden Freitag und Samstag, 15. und 16. November, gefeiert. Auch wenn es noch keine belastbaren Zahlen gibt: Bei Mescheder Akteuren fällt die Bilanz einhellig positiv aus.

Die Stadt

Bürgermeister Christoph Weber zeigt sich „sehr zufrieden“ mit dem Markt: Das erwartete Geschäftsmodell sei erfüllt worden – „wir wollten Marken mit einer Außenwirkung“. Die gebe es jetzt auch mit H&M, Kult und Müller. Ein Center-Konzept mit vielen kleinen Läden hätte Meschede geschadet: „Dadurch wäre es schwerer für die Läden in der Ruhrstraße oder der Le-Puy-Straße geworden.“

Er hat beobachtet, dass sich bereits die Laufachsen verändert hätten: Nach der Schule würden zum Beispiel Jugendliche von auswärts häufig nicht mehr direkt in ihren Bus steigen, sondern wieder in die Stadt gehen. Überhaupt sei rund um die Ruhr wieder mehr Verkehr festzustellen. Weber überbringt als Repräsentant der Stadt die Glückwünsche bei runden Geburtstagen. Bei diesen Gelegenheiten hört er auch häufig, was den Menschen weiterhin in Meschede fehlt – die Bereiche Haushaltswaren, Elektro und Wohnaccessoires würden ihm dabei immer wieder genannt.

Der Handel

Andre Wiese, Vorsitzender der Werbegemeinschaft „Meschede aktiv“, spricht von einer „starken Belebung der Innenstadt“. Er höre nicht nur von den Mietern im Henne-Ruhr-Markt, dass sie zufrieden seien mit dem ersten Jahr, sondern auch von den eingesessenen Mescheder Betrieben.

Wiese weist auf die vielen Veränderungen in der Innenstadt hin, die sich nach dem jahrelangen Leerstand des ehemaligen Hertie-Gebäudes auch bei Auswärtigen wieder herumsprechen müssten: „Die Kundschaft kommt nicht von jetzt auf gleich wieder zurück.“ Er wirbt bei Kritikern darum, sich doch einmal um zehn Jahre in der Zeit zurückzuversetzen: „Seitdem gibt es doch eine Steigerung der Wertigkeit um 200 Prozent. Und das ist noch lange nicht abgeschlossen.“

Die Kritik sei aber auch weniger geworden: „Der prozentuale Anteil von denen, die meckern, ist doch sehr gering.“ Mit dem Sortiment im Henne-Ruhr-Markt seien Lücken im Angebot geschlossen worden, vor allem bei junger Mode. Was er noch vermisse, sei Herrenmode: „Der Textilbereich in Meschede ist sehr frauenlastig.“ Für sich persönlich sagt er: „Mir fehlt nichts beim täglichen Einkauf in Meschede. Ich bekomme hier alles.“

Das Stadtmarketing

Christina Wolff, Leiterin des Mescheder Stadtmarketings und Wirtschaftsförderin, spricht von „einem sehr erfolgreichen ersten Jahr“. Auch sie hat die Rückmeldungen aus den alteingesessenen Geschäften, dass die Besucherzahlen gestiegen seien und darunter viele neue, unbekannte Gesichter seien. Genau das sei ja das Ziel mit dem Henne-Ruhr-Markt gewesen: „Wir wollten einen neuen Ankerpunkt für Meschede schaffen.“ Die Belebung der Innenstadt macht auch an einem eigentlich ärgerlichen Detail fest: „Die Parkplatzsuche ist wieder schwieriger geworden.“

Belastbare Zahlen sollen im kommenden Jahr entstehen: Dann werden wieder Passantenbefragungen und -zählungen in der Innenstadt gemacht. Dafür allerdings soll die Vollendung des Umbaus der Fußgängerzone abgewartet werden.

Die Wirtschaft

Meinolf Ewers, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Mescheder Wirtschaft, sieht den Henne-Ruhr-Markt als einen wichtigen Standortfaktor. Er betont, die Unternehmer müssten bei der Suche nach Fach- kräften bei gleich zwei wichtigen Punkten überzeugen: „Wir müssen den Arbeitsplatz, aber auch die Stadt Meschede verkaufen.“

Die Termine für Führungskräfte lege er auf die Wochenenden - dann, wenn auch der Ehepartner des Bewerbers und seine Kinder Zeit hätten: „Heute kann man Meschede wieder besser verkaufen als vor fünf oder zehn Jahren. Und ich kann das aus innerer Überzeugung tun.“ Meschede sei immer schon bei den Schulen sehr gut aufgestellt gewesen, mit allen Schulformen plus Hochschule. Jetzt könne er Meschede auch wieder als Einkaufsstadt empfehlen. Und mit der wiedereröffneten Stadthalle komme auch die Kultur nicht zu kurz.

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