Kino

Ein Kind wird zum „Systemsprenger“

Helena Zengel als Benni in einer Szene des Films „Systemsprenger“: Sie spielt ein Kind, für das es im Raster der deutschen Kinder- und Jugendhilfe keinen Platz gibt.

Helena Zengel als Benni in einer Szene des Films „Systemsprenger“: Sie spielt ein Kind, für das es im Raster der deutschen Kinder- und Jugendhilfe keinen Platz gibt.

Foto: Yunus Roy Imer / Port au Prince Pictures / DPA

Meschede.  Das Linden-Theater in Meschede zeigt das Drama über ein Mädchen, für das es in der Kinder- und Jugendhilfe keinen Platz gibt. Wir verlosen Karten.

In der Reihe der „Besondere Film“ ist am Dienstag, 19. November, ab 20 Uhr im Linden-Theater diesmal „Systemsprenger“ zu sehen – ein aufrüttelndes Drama über ein neunjähriges Mädchen, das aufgrund ihrer Aggressivität von Kinder- und Jugendhilfe zu Pflegefamilien weitergereicht wird.

Der Inhalt

Bernadette, die am liebsten Benni (Helena Zengel) genannt werden möchte, ist neun Jahre alt und hat bereits mehrere Aufenthalte in der Psychiatrie hinter sich. Sie wurde aus Heimen und Wohnprojekten herausgeworfen, hat es in keiner Pflegefamilie ausgehalten und wurde von der Sonderschule suspendiert. Benni hat Wutausbrüche, in denen sie die Kontrolle komplett verliert und andere Kinder verletzt. Sie ist ein Systemsprenger, für den es im Raster der deutschen Kinder- und Jugendhilfe keinen Platz gibt.

Aufgrund eines Zwischenfalls in ihrer Kindheit ist Benni schwer traumatisiert. Nur ihre Mutter darf sie etwa im Gesicht berühren. Überhaupt sehnt sich Benni nach der Liebe ihrer Mutter (Lisa Hagmeister). Die ist hoffnungslos überfordert mit der Unberechenbarkeit des Kindes. Als Frau Bafané (Gabriela Maria Schmeide) vom Jugendamt den Anti-Gewalt-Trainer Micha (Albrecht Schuch) für Benni engagiert, scheint sich die Neunjährige zu öffnen. Gibt es doch einen Platz für Benni?

Hintergründe

„Systemsprenger“ erntete bei der Berlinale 2019 viel Lob und wurde als hervorragend recherchiertes Porträt eines nicht-konformen Mädchens beschrieben, das hin- und hergereicht wird. Der Begriff „Systemsprenger“ bezeichnet in der Pädagogik und Psychiatrie einen Patienten, der nicht in eine Institution oder das Hilfesystem integriert werden kann. Regisseurin und Autorin Nora Fingscheidt hat fünf Jahre recherchiert und ist tief ins System der Kinder- und Jugendhilfe eingetaucht. Ihr exzellenter Film wird von der außergewöhnlichen Performance der Jungdarstellerin Helena Zengel getragen.

>>>VERLOSUNG<<<

Unsere Zeitung verlost gemeinsam mit dem Linden-Theater dreimal zwei Eintrittskarten.

Wer mitmachen will, schickt bis spätestens Montag um 11 Uhr eine Mail mit seinem Namen an gewinnspiel-meschede@westfalenpost.de, Stichwort BIK.

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