Müll

Ein unschöner Anblick: „Kritik geht an die Bad Fredeburger“

Graue Tonnen stehen für die Müllabfuhr bereit.

Graue Tonnen stehen für die Müllabfuhr bereit.

Foto: Caroline Seidel / dpa

Bad Fredeburg.  Montags wird in Bad Fredeburg der Müll abgefahren. Häufige stellen die Anwohner ihn aber schon freitags raus. Ein unschöner Anblick.

Montags ist Mülltonnen-Leerung in Bad Fredeburg. Das an sich ist kein Problem. Doch viele Bad Fredeburger gehen auf Nummer sicher und stellen die Tonne schon am Freitag oder Samstag vor die Tür. „Kein schöner Anblick für Einheimische und Gäste“, findet Ludwig Poggel, Vorsitzender des Bad Fredeburger Bezirksausschusses. Und dazu noch verboten.

Gerade in letzter Zeit sei das Problem gehäuft aufgetreten, erklärt Poggel. „Ich erhalte aber immer wieder Beschwerden“, sagt er. Gerade wenn man sonntags die Hochstraße hinuntergehe, böte sich ein hässliches Bild. „Ich habe selbst schon erlebt, dass die Gäste vor der Kneipe quasi zwischen den Tonnen gesessen haben.“ Zweimal habe bereits der Bezirksausschuss das Thema diskutiert. „Und ich selbst habe schon von der Stadt Namen von Anwohnern erhalten und bin dann dort vorbei gegangen.“

Drei Typen

Dabei erlebte Poggel drei Typen: Die einen sind vor allem Senioren, die sich Sorgen machen, dass sie den Termin Montag früh verpassen und gar nicht wissen, dass sie laut Ortssatzung die Tonne erst am Sonntagabend oder eben Montag früh rausstellen dürfen. „Die meine ich nicht“, betont Poggel.

Zum anderen seien die Verursacher Geschäftsleute oder Hausmeister von Wohnblocks: „Die machen Freitagnachmittag Feierabend und schieben die Tonne an die Straße.“ Und dann gebe es noch die, denen der Abfallplan eigentlich egal ist, die nur sehen, der Erste stellt die Tonne raus und die anderen folgen.

„Das ist doch kein Aushängeschild für den Ort“, wettert der Lokalpolitiker und ergänzt: „Die Kritik geht hier eindeutig nicht an die Stadtverwaltung, sondern an die Bad Fredeburger.“ Die Verwaltung könne auch nicht viel machen. „Die schicken dann schon mal ein Drohschreiben.“

Gelbe Säcke

Yvonne Schott, bei der Stadt zuständig für die Müllentsorgung, kennt zwar den Ärger, auch sie wurde von Ludwig Poggel informiert, hat aber sonst noch keine aktuellen Beschwerden zum Müll erhalten. „Das größere Problem sind beispielsweise in Schmallenberg nicht die Tonnen, sondern die gelben Säcke“, sagt sie. Die flögen dann, wenn sie zu früh rausgestellt würden leicht durch Nachbars Garten.

Und natürlich würden rund ums Schützenfest Tonnen, die schon am Wochenende draußen stehen, auch schon mal umgeworfen. Yvonne Schott zitiert aus der Abfallentsorgungssatzung der Stadt, nach der alle Müllbehältnisse frühestens am Vorabend herausgestellt werden dürfen. Und Ludwig Poggel appelliert erneut an alle Bad Fredeburger, die Tonnen erst später herauszustellen: „Ich möchte nicht, dass unsere Gäste denken: „Wo sind wir denn hier gelandet!’“

>>>HINTERGRUND

Gemäß Paragraf 14 Abs. 4 der Abfallentsorgungssatzung der Stadt Schmallenberg haben die Abfallbesitzer den Abfall getrennt nach Glas, Altpapier und Pappe, Bioabfälle, Metallen, Kunststoffen, Verbundstoffen sowie Restmüll getrennt zu halten und am Abfuhrtag zur Abfallentsorgung bereitzustellen.

Die Abfallentsorgungsbehälter bzw. die Gelben Säcke sollen am Abfuhrtag ab 6 Uhr, frühestens am Abend vor der Abfuhr, zur Abholung an der Straße bereitgestellt werden (siehe Ordnungsbehördliche Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Gebiet der Stadt Schmallenberg).

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