Demografie

Einwohnerzahl: Nur Ostwig wächst gegen den Trend

Bestwigs Zentrum mit dem Rathaus.Ein Viertel der Einwohner in der Gemeinde ist inzwischen über 65 Jahre alt, Tendenz weiter steigend. Ältester Ortsteil ist Andreasberg, Ostwig der jüngste.

Bestwigs Zentrum mit dem Rathaus.Ein Viertel der Einwohner in der Gemeinde ist inzwischen über 65 Jahre alt, Tendenz weiter steigend. Ältester Ortsteil ist Andreasberg, Ostwig der jüngste.

Foto: Blossey

Bestwig.   Spannende Zahlen zur Demografie in Bestwig: Über 45 Jahre ist inzwischen der Durchschnitts-Bestwiger alt. Ramsbeck verliert bei den Einwohnern.

Der Durchschnitts-Bestwiger ist inzwischen über 45 Jahre alt. Die Gemeinde Bestwig wird älter – und kleiner. Das geht aus dem neuen Demografiebericht hervor.

Weniger Einwohner

10.946 Einwohner hatte die Gemeinde zum Jahresbeginn. In den vergangenen 17 Jahren ist die Bevölkerungszahl um 1621 (fast 13 Prozent) gesunken: Pro Jahr um durchschnittlich 0,8 Prozent. Bezogen auf die Ortsteile: Ramsbeck (inklusive Valme) verliert, Ostwig (inklusive Alfert und Borghausen) gewinnt.

Ramsbeck hat mit 480 Menschen (minus 22,6 Prozent) in den letzten 17 Jahren den größten Rückgang.

Ostwig ist der einzige Ortsteil mit Zuwachs, um 52 Menschen bzw. 3,2 Prozent: Hauptgrund sind die Neubaugebiete Im Westfeld und Auf dem Schilde II. Auffallend: In Heringhausen schwankt die Einwohnerzahl im Jahresverlauf wegen der Weihnachtsbaumwirtschaft um zuletzt 261 Einwohner.

Viele Nationalitäten

67 Nationalitäten leben in Bestwig. Der Anteil Nichtdeutscher ist seit 2014 jährlich um rund 1 Prozent angestiegen, er liegt insgesamt zwischen 9 und 10 Prozent.

Das Durchschnittsalter

Seit 2002 nimmt die Zahl der 2- bis 18-Jährigen konstant ab: Minus 36 Prozent. Auch die folgenden Altersgruppen sinken, nur in der Gruppe der Senioren 66 und älter nahm sie zu bzw. stagniert: Um 158 Menschen. Das Durchschnittsalter kletterte von 42,7 Jahren (2013) auf aktuell 45,3 Jahre.

Die Älteren

Ein Viertel der Einwohner ist über 65 Jahre alt, Tendenz steigend. Die Prognose: Die Anzahl der Älteren zwischen 65 und 80 Jahren soll von aktuell 1892 auf 2236 (im Jahr 2030) steigen, die der über 80-Jährigen von 776 auf 933.

Ältester Ortsteil ist Andreasberg mit einem Anteil von fast 32 Prozent über 65 Jahre – dort ist mit dem Margaretenhof eine von drei Pflege- und Senioreneinrichtungen in der Gemeinde. Jüngster Ortsteil ist Ostwig mit 18,6 Prozent über 65 Jahren – eben wegen besagter Neubaugebiete.

Der Pflegebedarfsplan des Kreises sieht für die Gemeinde im Jahr 2020 rechnerisch eine Unterdeckung von 25 Pflegeplätzen. Die drei Pflegeeinrichtungen sind durchgehend belegt, es gibt teilweise Wartelisten mit bis zu zehn Menschen. Das DRK plant im Sommer eine neue Tagespflege: Im Gebäude der Alten Post in Bestwig sollen täglich 15 Senioren betreut werden.

Die Jüngeren

Es sterben mehr Bestwiger, als geboren werden: Das Defizit ist von 9 auf 71 Menschen in den letzten 17 Jahren angestiegen. Die Zahl der Neugeborenen pendelt sich bei etwa 80 im Jahr ein. Nach der Schließung der Geburtshilfe im Mescheder Krankenhaus gibt es eine Umorientierung: 2018 wurden 65 Prozent der Bestwiger in der Geburtshilfe in Brilon geboren, 16 Prozent in Arnsberg-Hüsten, 6 Prozent in Lippstadt und 5 Prozent in Paderborn.

Die Grundschulen

Bei den Grundschulen sind nach der Prognose alle drei Standorte in Velmede, Ramsbeck und Nuttlar gesichert – „zunächst noch“, heißt es einschränkend im Bericht. Nur für Velmede wird langfristig von einer Zweizügigkeit ausgegangen. Dort nimmt die Schülerzahl von aktuell 161 auf 151 im Schuljahr 2023/24 ab, in Ramsbeck soll sie von 93 auf 110 steigen, in Nuttlar nimmt sie von 124 auf 101 ab.

Die Kitas

Es gibt fünf kirchliche Kindertageseinrichtungen und drei Kitas von Elterninitiativen. 338 Kinder werden in Tageseinrichtungen betreut, 8 in der Tagespflege. 80 Kinder unter 3 Jahren werden betreut, diese Betreuungsquote hat auf jetzt 33,5 Prozent zugenommen. Meist gewählt (für 189 Kinder) wird eine Ganztagsbetreuung von 45 Wochenstunden.

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