Katholische Kirche

Erzbistum bestätigt Missbrauchsfall durch Priester in Lenne

Symbolisch: Der Vollmond leuchtet hinter einem Kreuz

Symbolisch: Der Vollmond leuchtet hinter einem Kreuz

Foto: Arno Burgi

Lenne/Wormbach.   Zwei Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs im Stadtgebiet Schmallenberg sind dem Erzbistum bekannt: Nach Wormbach jetzt auch Lenne.

Nach Vorwürfen gegen zwei inzwischen verstorbene Priester im Stadtgebiet Schmallenberg wegen sexuellen Missbrauchs hat das Erzbistum Paderborn weitere Details bekannt gegeben. Zuletzt hatte es einen Fall aus der Vergangenheit aus Wormbach bestätigt. Der andere Vorwurf, der zeitgleich öffentlich geworden war und bisher nicht nur auf einen Ortsteil im Stadtgebiet eingegrenzt war, stamme aus Lenne und sei in den 60er-Jahren erhoben worden, teilte die Pressestelle jetzt auf Nachfrage mit.

Eine Betroffene habe sich seinerzeit beim Erzbistum Paderborn gemeldet. An sie seien „Leistungen in Anerkennung des zugefügten Leids“ entrichtet worden, erklärte Pressesprecher Thomas Throenle. Der beschuldigte Priester sei bereits verstorben.

Seelsorger ist ebenfalls tot

Damit ähnelt der Fall dem in Wormbach: Dort ist der Seelsorger, dem Missbrauch vorgeworfen wird, ebenfalls tot. Auch hier war das Erzbistum durch die Familie des Betroffenen informiert worden, nachdem der Geistliche gestorben war. Zum Schutz der Opfer sei seinerzeit vereinbart worden, dass der Vorwurf nicht öffentlich gemacht wurde.

Bekannt wurde der Fall in Wormbach allerdings durch einen anonymen Brief, der nach einer bundesweiten Aktion der Frauengemeinschaft gegen Missbrauch in der katholischen Kirche an eine Vorstandsfrau geschrieben worden war. Darin ist auch die Rede von mehreren Missbrauchsfällen. Auch diese Zeitung hatte parallel anonyme Hinweise auf Vorwürfe in dem Ort erhalten. Offiziell beim Erzbistum dokumentiert ist nur der eine Vorwurf.

Die Veröffentlichung hat die katholischen Gemeinde aufgewühlt: Von Fassungslosigkeit, Wut und Sprachlosigkeit ist die Rede. Deshalb lädt die Pfarrgemeinde für Donnerstag, 10. Januar, um 19 Uhr zu einem gemeinsamen Gebet in die Pfarrkirche und zum anschließenden Gespräch ins Walburga-Heim ein. Im Vorfeld hatte sich auch Dechant Georg Schröder kritisch über den Zöllibat geäußert.

Weitere unveröffentlichte Fälle?

Ob es noch weitere, bisher unveröffentlichte Fälle in anderen Orten des Dekanates Hochsauerland-Mitte gibt, kann das Erzbistum nicht beantworten. Es hat zwar sämtliches Material für das Forschungsprojekt „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“, die so genannte „MHG-Studie“, zur Verfügung gestellt und koorperiert auch mit der Staatsanwaltschaft.

Eine regionale Aufschlüsselung nach Orten sei dabei aber nicht entstanden, teilte die Pressestelle mit. Sie kann damit immer nur auf konkrete Einzelanfragen reagieren.

Hier finden Sie noch mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus Meschede und dem Umland.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben