Druckreif

Gar nicht so einfach: Eine Umfrage in der Mescheder City

Henry Busch interviewt  einen Jugendlichen in der Innenstadt.

Henry Busch interviewt einen Jugendlichen in der Innenstadt.

Foto: Leandro  Höhmann

Meschede.   Umfragen zu machen, ist eine der ersten Aufgaben der Druckreif-Mitarbeiter. Henry Busch beschreibt, wie es ihm dabei ergangen ist.

Eine Umfrage zu schreiben, gehört für die Druckreif-Reporter zum festen Repertoire. Henry Busch hat seine Erfahrungen dabei festgehalten.

In der Fußgängerzone

Die Türen des Busses öffnen sich und ich trete auf den Busbahnhof hinaus. Von dort mache ich mich auf den Weg zur Fußgängerzone, wo ich an diesem Samstagvormittag eine Umfrage zu dem Thema Lieblingsbands durchführen möchte. Im Voraus habe ich mir Fragen notiert, die ich Jugendlichen stellen werde. In der Fußgängerzone angekommen, lasse ich mich an diesem Samstag zunächst treiben und halte Ausschau nach möglichen Jugendlichen, die mir meinen Fragen beantworten können. Besonders achte ich darauf, dass ich verschiedene Geschlechter in verschiedenen Altersstufen erwische, um von den fünf Interviewten ein möglichst breites Bild an Meinungen zu einem Thema zu bekommen.

Die Bedenken

Als ich schließlich einen 13-jährigen Jungen gefunden habe, der mir meinen Fragen beantworten möchte, muss ich ihn zunächst nach seinem Namen, Alter und Wohnort fragen und mit ihm absprechen, ob ein Foto von ihm in der Zeitung gedruckt werden darf. Wenn dies erledigt ist, kann ich mit dem Fragen über seine Lieblingsband beginnen. Ich frage fünf Fragen. Die Antworten halte ich auf meinem Handy in einer Audiodatei fest.

Nachdem alles erledigt ist, gehe ich weiter in der Fußgängerzone. Als ich erneut Jugendliche darauf anspreche, ob sie an der Umfrage teilnehmen, wird dies von deren Eltern verneint, wegen des Datenschutzes. Zwar versuche ich ihnen zu erklären, dass gut auf die Daten aufgepasst wird und sie außer in der Zeitung nicht weitergegeben werden, aber sie bleiben bei ihrer Meinung, was ich schließlich auch akzeptieren muss.

Die Probleme

Auch die nächsten Jugendlichen, die ich nach der Teilnahme frage, verneinen dies. Das ist auch eines der größten Probleme bei einer Umfrage: genügend Leute zu finden, die bei einer Umfrage mitmachen wollen. Erst später am Vormittag finde ich letztlich noch einige Jugendliche. Meine Ausbeute kurz vor 12 Uhr, als ich mich auf den Rückweg mache, ist überschaubar: ein 13-jähriger Junge, ein 17-jähriges Mädchen, zwei 14-jährige Jungs und ein 16-jähriger Junge. Mit diesen Ergebnissen mache ich mich auf den Rückweg zum Busbahnhof.

Da ich zwei Gleichaltrige in der Umfrage habe, hoffe ich auf dem Rückweg oder am Busbahnhof noch jemanden zu treffen, der noch in das System passt und mitmachen möchte.

Kurz vor Schluss

Am Busbahnhof setze ich mich auf die Bank und warte auf den Bus. Plötzlich sehe ich gegenüber noch eine Person, die perfekt in die Umfrage passen würde. Ich gehe hinüber und spreche sie an. Und tatsächlich erklärt sie sich bereit. Allerdings sehe ich aus den Augenwinkeln bereits meinen Bus in den Busbahnhof einbiegen. Schnell beginne ich, die Fragen zu stellen. Als der Bus schon fast an der Haltestelle ist, beende ich gerade die letzte Frage. Zuletzt muss ich noch schnell das Bild machen. Nachdem das erledigt ist, steigen gegenüber gerade die letzten Leute in meinen Bus. Schnell bedanke ich mich und renne hinüber. Geschafft! Im Bus lasse ich mich erschöpft auf einen Sitz fallen. Der erste Teil meiner Umfrage ist erledigt.

Zu Hause

Zu Hause angekommen setze ich mich vor den Laptop und werte die Ergebnisse aus. Ich höre mir die Audiodateien an und schreibe sie ohne Stotterer oder Pausen auf. Nach einer Stunde ist auch dies erledigt. Jetzt sende ich die Meinungen mit Namen, Adressen und Alter an Druckreif. Die Bilder werden extra versendet, damit es zu keinen Fehlern kommt. Nachdem alles abgeschickt ist, ist meine Arbeit erledigt. In den nächsten Wochen wird nun meine Umfrage gedruckt.

5 Tipps fürs gelungene Interview

1. Eine gute Gesprächsatmosphäre schaffen.

2. Sich nicht über den anderen stellen.

3. Auch mal einen Witz machen.

4. Wenn der Gesprächspartner keine Idee hat bei einem Lösungsansatz helfen.

5. Am besten daran denken, dass der andere auch ein Jugendlicher ist.

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