Menschen in Schmallenberg

Habbels: „Wollte den Familienbetrieb am Leben halten“

Rolf Kaspari (37) betreibt das „Habbels“ nun seit mehr als zwei Jahren. Seine Leidenschaft hat er in der Live-Musik entdeckt. Foto: Nina Kownacki

Rolf Kaspari (37) betreibt das „Habbels“ nun seit mehr als zwei Jahren. Seine Leidenschaft hat er in der Live-Musik entdeckt. Foto: Nina Kownacki

Foto: Nina Kownacki / WP

Schmallenberg.  Familie Kaspari betreibt das „Habbels“ in Schmallenberg mit Leidenschaft. Ein Schwerpunkt liegt auf Livemusik. Rolf Kaspari erklärt warum.

Das „Habbels“ lebt eine lange Tradition in Schmallenberg. Früher reines Kino, heute ein Ort für Events – fast immer wurde das Haus in familiären Händen betrieben, so auch heute, wo die gesamte Familie Kaspari mithilft. Besonders die Live-Musik hat es dem Familienvater und hauptberuflichen IT-Administrator Rolf Kaspari (37) angetan.

Ihre Familie lebt schon seit Generationen in Schmallenberg. Was war Ihre Motivation, das „Habbels“ weiterzuführen, nachdem das „Lichtwerk“ 2016 sein Ende fand?

Rolf Kaspari: Viele Schmallenberger sind mit dem Kino ab den 50er-Jahren großgeworden. Das war der Anfang der „goldenen Jahre“. Als meine Eltern den Betrieb übernommen haben, waren mein Bruder und ich, im Gegensatz zu meinen älteren Schwestern, die eher im vorherigen Gastrogewerbe aufgewachsen sind, selbst immer nah am Geschehen. Viele andere und ich verbinden zahlreiche Erinnerungen mit dem damaligen „Lichtspiele Schmallenberg“ - heute „Habbels“. Ich wollte den Familienbetrieb einfach am Leben erhalten.

Als Kultur und Event-Location ist das „Habbels“ heute kein reines Kino mehr. Welche Formate bieten Sie an?

Heute bieten wir verschiedene Veranstaltungsformate an, wie Bühnen- und Showprogramme, Comedy und Konzerte sowie unterstützend bei Events von Vereinen, die ihr Programm auf die Bühne bringen möchten. Aber auch private Veranstaltungen finden hier ihren Platz, so auch öffentliche Partys circa fünf Mal im Jahr. Dennoch liegt der Hauptschwerpunkt auf den vielen Live-Konzerten. Und der alten Tradition wegen haben wir einen kleinen privaten Kino-Saal zum Anmieten errichtet.

Durch was wurde der Grundstein für die vielen Live-Musikformate in Ihrem Haus gelegt?

Mit dem ersten Auftritt einer AC/DC-Tribute-Band in Zusammenarbeit mit dem „Power of Rock“-Verein wurde meine Leidenschaft für Live-Musik entfacht. Heute hängt mein Herzblut an dieser Veranstaltungsform.

Wieso sind Tribute-Bands Ihrer Meinung nach so beliebt? Was war bislang ein Höhepunkt bei Ihren Veranstaltungen?

Die Leute wissen die Musik einfach wertzuschätzen, vor allem, weil die Stimmung während der Konzerte phänomenal und ausgelassen ist. Viele kommen aus dem Grund immer wieder, auch von weiter außerhalb. Live-Musik macht einfach Spaß – und die Bands bringen immer vollen Einsatz. Ein Höhepunkt war zum Beispiel das Konzert von „Alex im Westerland“, welches komplett ausverkauft war.

Sie passen Ihr Programm jedes Jahr an. Mussten auch schon Veranstaltungen abgesagt werden, weil es zu wenig Interessierte gab?

Publikum für kulturelle Veranstaltungen wie Kabarett oder Lesungen zu gewinnen war bislang schwierig. Daher mussten wir schon das ein oder andere Event absagen. Aber auch dafür haben wir eine Lösung gefunden: Wir arbeiten neuerdings immer mehr mit Vereinen zusammen, die in diesem Bereich einfach etablierter sind. Deren Events mit unserer Location gekoppelt ist für beide eine „Win-Win-Situation“.

Was ist zukünftig geplant?

Immer zur Sommerpause lassen wir unsere Angebote einmal Revue passieren, weil wir uns stetig weiterentwickeln wollen. Wir möchten das anbieten, was den Menschen gefällt und woran unser aller Herz hängt. Hin und wieder stehen geringfügige Renovierungsarbeiten an – ebenso denken wir über einen kleinen Ausstellungsraum zur Kinogeschichte nach.

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