Rahmenplan

Kinder sollen Mitspracherecht bei Spielplatzplanung bekommen

An der Planung und Umgestaltung von Spielplätzen - hier zu sehen der Spielplatz im Kurpark - sollen Eltern und Kinder künftig beteiligt werden. 

An der Planung und Umgestaltung von Spielplätzen - hier zu sehen der Spielplatz im Kurpark - sollen Eltern und Kinder künftig beteiligt werden. 

Foto: Katrin Clemens

Schmallenberg.   Das Spielen hat sich gewandelt und geschieht immer abgeschirmter: Die Stadt Schmallenberg will deswegen die Wünsche der jungen Bürger aufgreifen.

Kinder und Jugendliche sollen in Zukunft verstärkt in die Planung neuer Spielplätze oder die Aufwertung vorhandener Spielplätze eingebunden werden.

Das wurde jetzt kürzlich im Jugendhilfeausschuss der Stadt Schmallenberg deutlich, als das Jugendamt den neuen „Rahmenplan Spielplätze“ vorstellte.

„Das Spielen und die Anforderungen an solche Plätze haben sich in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt“, betonte Jugendamtsleiter Ludger Frisse. Dementsprechend müsse sich auch an den Spielplätzen im Stadtgebiet etwas ändern.

Die Spielplätze

Insgesamt 114 Spielplätze gibt es im Schmallenberger Stadtgebiet aktuell, so der Jugendamtsleiter. Nahezu alle Ortschaften verfügen über eine flächige Abdeckung mit mindestens einem Spielplatz. Ausgenommen davon seien beispielsweise private Anlagen in Gärten oder Spielbereiche an Schulen und Kindergärten.

Die Ausstattung basiert laut Stadtverwaltung auf einem älteren Rahmenplan aus dem Jahr 2003. Ein neuer Rahmenplan soll die gesellschaftlichen Bedürfnisse und Entwicklungen nun angemessen berücksichtigen und als Leitlinie für die künftige Gestaltung von Spielplätzen dienen.

Handlungsbedarf sei aktuell vor allem in Bracht zu erkennen: Dort wolle man sich in Zukunft mit der Dorfgemeinschaft zusammensetzen und prüfen, ob ein zusätzliches Angebot geschaffen werden muss, heißt es in der Vorlage.

Der Rahmenplan

„Die Orte des Spielens verändern sich“, erklärte Ludger Frisse den Hintergrund. Während es früher üblich gewesen sei im Wald, an Gewässern oder auch an anderen Orten zu spielen, habe sich das heutige Spielverhalten verändert: „Wir müssen uns fragen, wo die nächste Generation spielen wird - und wie.“

Es sei vermehrt zu beobachten, dass Kinder immer abgeschirmter spielen: „Es gibt Geräte im eigenen Garten, oder es wird an Sport-, Indoor- und Schulanlagen gespielt.“

Daher sei es wichtig, die Spielplätze den gewandelten Bedürfnissen anzupassen. Dabei wolle man weiterhin den Fokus auf die Punkte Sicherheit, Erreichbarkeit, Qualität und Aufenthaltsqualität – für Eltern und Kinder – setzen. „Damit kann man die Ortschaften zusätzlich aufwerten“, ist sich Frisse sicher.

Wichtig dafür seien beispielsweise naturnah gestaltete Spielflächen mit abwechslungsreichen Geräten, die auch ausreichend Platz für erwachsene Begleiter oder Jugendliche bieten.

Er erklärte auch, dass bereits in Vergangenheit immer wieder Kinder an den Planungen für Spielplätze beteiligt worden seien. „Schließlich sollen sie die Plätze nutzen.“

In Zukunft wolle man noch intensiver auf dieses Konzept setzen: „Wir wollen sehr gezielt auf die Menschen, die in den Orten wohnen, zugehen und sie nach ihrer Meinung fragen“, betonte er. Hierzu könne man in den Orten beispielsweise Workshops anbieten.

Die Zukunft

Die Fraktionen zeigten sich mit den ersten Vorschlägen des neuen Rahmenplans zufrieden: „Es ist wichtig, dieses Thema anzugehen“, waren sich alle einig.

Der einzige Kritikpunkt: „Wir wollen Prozesse vor Ort anstoßen und in Zukunft vermehrt die Menschen an den Planungen beteiligen. Warum haben wir dann jetzt ein Konzept, wo keiner wirklich mitreden konnte?“, fragte Katja Lutter (CDU) in die Runde.Mit der Meinung war sie nicht alleine.

Daher soll die Stadtverwaltung den Rahmenplan noch einmal überarbeiten – „und die Ideen von Kindern oder Eltern einfließen lassen.“ Der fertige Rahmenplan soll nach der Überarbeitung auch in den anderen Ausschüssen vorgestellt werden.

>>>> INFO: 98000 Euro für Spielplätze

Im Jahr 2019 werden im Haushalt der Stadt insgesamt rund 98.000 Euro für die Unterhaltung und den Ausbau von Spielplätzen in Schmallenberg zur Verfügung gestellt.

Wie bisher sei die Stadt an weiteren Patenschaften zum Ausbau, der Verbesserung oder auch der Pflege der Spielplätze interessiert. Finden sich Eltern, Dorf- oder auch Straßengemeinschaften, die ein solches Projekt anstoßen möchten, unterstütze die Stadt die Akteure mit Informationen und stehe auch finanziell unterstützend zur Seite.

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