Polizei

Abgebrüht: Mescheder Rentner legt zwei Betrügerinnen rein

Hier klicken die Handschellen. Das gilt auch für zwei falsche Polizistinnen in Meschede.

Hier klicken die Handschellen. Das gilt auch für zwei falsche Polizistinnen in Meschede.

Foto: Robert Michael / dpa

Meschede.  Ein äußerst aufgeweckter Rentner hat zwei falsche Polizistinnen der echten Mescheder Polizei ausgeliefert.

Ein Mescheder Rentner hat dafür gesorgt, dass bei zwei falschen Polizistinnen die Handschellen klickten. Der 71-Jährige erkannte eine Betrugsmasche am Telefon, verständigte sich mit einer Frau und diese informierte darauf die Polizei. So gut dieser Einsatz auch war. Polizeipressesprecher Holger Glaremin, rät nicht dazu. „Dafür muss man schon sehr tough sein.“

Ein alter Trick

Falsche Polizisten versuchen es leider immer wieder. Am Telefon geben sie, an helfen zu wollen. Tatsächlich haben sie aber nur ein Ziel: Das Geld ihrer Opfer. In Meschede ging ihr Plan nicht auf. Die Polizei nahm in der Nacht zum Freitag zwei falsche Polizistinnen fest. Bei den Anrufen der falschen Polizisten handelt es sich um einen dreisten Trick: Die Betrüger rufen an, um vor einem geplanten Einbruch oder einer anderen Straftat zu warnen.

110 im Display

Häufig erscheint hierbei die 110 im Telefondisplay. Die Geschichten der Betrüger gehen soweit, dass sie ihren Opfern glaubhaft machen, dass selbst Bankmitarbeiter der vermeintlichen Bande angehören. Die Opfer werden angewiesen ihre gesamten Sparbeträge von der Bank abzuheben und die Wertsachen aus dem Haus an einen vermeintlichen Kriminalbeamten zu übergeben. Selbstverständlich versprechen die Betrüger die Wertsachen zurückzubringen, wenn die Gefahr gebannt ist. Laut Polizeibericht haben die Betrüger durch solche Tricks auch imm HSK schon fünfstellige Summen erbeutet.

Anruf in Meschede am Donnerstagabend

Genau mit dieser Masche riefen die Täter am Donnerstagabend einen 71-jährigen Mescheder an. Der angebliche Polizist warnte vor einer Einbrecherbande. Zur Sicherheit würde er eine Kollegin schicken, welche die Wertsachen des Mescheders in Sicherheit bringt.

Dem 71-jährigen Rentner war die Betrugsmasche bekannt. Schon während des Gesprächs informierte er seine Frau. Diese rief die den echten Polizeiruf 110 an. Ab diesem Zeitpunkt stand die Polizei den beiden Meschedern zur Seite. „Wir konnten so in enger Absprache die Geldübergabe planen und vorbereiten.! Wie von dem Betrüger angekündigt, erschien am Freitagmorgen um 00.20 Uhr eine Frau vor die Haustür. Sofort schritten die Polizeibeamten ein und nahmen die 58-jährige Deutsche fest.

Fahrerin aus dem Rheinland ebenfalls festgenommen

Kurz zuvor war sie von einer Fahrerin in der Nähe abgesetzt worden. Den Wagen stoppten die Beamten ebenfalls. Dort trafen die Polizisten eine 35-jährige Deutsche an und nahmen sie ebenfalls fest. Da bei der Fahrerin ein Drogentest positiv verlief, wurde ihr eine Blutprobe entnommen. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Arnsberg wurden die beiden Rheinländerinnen nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen im Laufe des Freitags entlassen. Die weiteren Ermittlungen zum Sachverhalt dauern an.

Nicht jeder ist geeignet

Auch wenn Holger Glaremin durchaus Bewunderung für den aufgeweckten Mescheder Rentner hat, er weiß, dass nicht jedermann mit einer solchen Belastung gut klarkommt. „Deshalb raten wir immer dazu, sofort den Hörer aufzulegen und dann über die 110 unsere Kollegen zu informieren.“

Eine weitere Sorge kann er den Angerufen nehmen: „Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass die Betrüger es konkret auf Sie abgesehen haben. Die Anrufer sitzen meist in der tiefsten Türkei ohne Kenntnis der genauen Adresse.“ In der Regel durchforsteten sie von da Telefonbücher nach alt klingenden Namen. Anrufe dauerten oft Stunden oder gingen immer wieder über Tage. „Die Geldboten kommen erst ins Gespräch, wenn die Übergabe abgemacht ist. Erst dann ist meist die Adresse bekannt.“

Mit diesen Tipps der Polizei können Sie sich vor Trickbetrügern schützen:

- Die auf dem Display erscheinende Nummer 110 ist falsch. Mit geringem Aufwand lassen die Täter die 110 oder andere Behördennummern im Telefon erscheinen.

- Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.

- Rufen Sie beim geringsten Zweifel den echten Polizeiruf 110 an.

- Scheuen Sie sich auch nicht bei guten Freunden, Nachbarn oder Angehörigen nachzufragen.

- Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge oder andere Wertgegenstände bitten.

- Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis. -Übergeben Sie niemals Geld oder andere Wertgegenstände an unbekannte Personen.

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