Ermittlungen

Nach Verwüstung: Ermittlungen gegen Kinder und Jugendliche

Im Schulzentrum Eslohe hinterließen die Täter ein heilloses Chaos.   

Im Schulzentrum Eslohe hinterließen die Täter ein heilloses Chaos.  

Foto: Privat

Eslohe/Dorlar.  Nach einem Verwüstungs-Feldzug durch Eslohe scheint klar zu sein, wer die Täter waren. Der jüngste soll gerade einmal elf Jahre alt sein.

Nach einem Verwüstungs-Feldzug durch die Gemeinde Eslohe ermittelt die Polizei gegen eine Gruppe von sieben Kindern und Jugendlichen aus dem Raum Schmallenberg. Das jüngste Mitglied ist gerade einmal elf Jahre alt.

Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich bei den Kindern und Jugendlichen zum Großteil um Bewohner des Martinswerkes in Dorlar. Das konnte und wollte Polizeisprecher Holger Glaremin aufgrund der laufenden Ermittlungen gegenüber unserer Zeitung zwar nicht bestätigen. In der Jugendhilfe-Einrichtung selbst, steht man den Vorkommnissen allerdings offen gegenüber.

Ulrich Vogelheim als pädagogischer Leiter bedauert die Vorfälle. Man befinde sich in therapeutischen und pädagogischen Gesprächen mit den betroffenen Bewohnern. Außerdem sei man sehr um Schadenswiedergutmachung bemüht und habe bereits Kontakt zur Gemeinde Eslohe und auch zu den privaten Geschädigten aufgenommen.

Insgesamt acht Delikte

Vorgeworfen werden den ausgebüxten Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 11 und 15 Jahren insgesamt acht Delikte - und damit deutlich mehr, als unmittelbar nach dem Streifzug am ersten September-Wochenende bekannt geworden waren. Sie sollen Mülltonnen umgetreten und ein Geländer im Schulzentrum mit Graffiti besprüht haben (Sachbeschädigung), sie sollen in eine Holzhütte im Schulzentrum eingestiegen sein (versuchter Einbruchdiebstahl) und weil es untereinander zu einer Auseinandersetzung kam, ermittelt die Polizei auch wegen Körperverletzung.

Außerdem soll die Gruppe in Frielinghausen einen City-Roller gestohlen haben. Laut Polizei konnte der Geschädigte allerdings noch nicht ermittelt werden.

Brandstiftung im Kurpark

Auf das Konto der Kinder und Jugendlichen soll außerdem eine Brandstiftung im Esloher Kurpark gehen. Dort hatte die Gruppe nach Erkenntnissen der Mescheder Polizei in der Nacht Holzhackschnitzel unter einem Klettergerüst in Brand gesetzt. Der Löschzug Eslohe hatte das Feuer damals zwar schnell unter Kontrolle. Unklar ist aber nach wie vor, ob nach dem Brand die dauerhafte Standfestigkeit des Spielgerätes weiterhin gewährleistet ist, denn das Feuer hatte beim Eintreffen der Wehr bereits die Balken des Gerüstes angegriffen.

Einschätzung eines Gutachters

Laut Gemeinde besteht zwar kein akuter Handlungsbedarf, daher sei das beliebte Spielgerät auch nicht gesperrt und zunächst weiterhin nutzbar. Ein Gutachter müsse nun aber klären, ob die vom Feuer angegriffene Stelle auch langfristig keine Gefahr darstelle.

Außerdem ermittelt die Polizei wegen eines Einbruchs in einen Keller, in dem zwei Fahrräder gestohlen wurden, der Verwüstung einer Waldhütte in Frielinghausen und wegen eines Diebstahls in der Tankstelle in Bremke. Dort soll die Gruppe Süßigkeiten und Kondome eingesteckt haben.

Chemie als Brandbeschleuniger eingesetzt

Bei ihrem Streifzug durch die Gemeinde soll die Gruppe am Samstag, 7. September, unter der Homertbrücke im Bereich des Fischackers ein Feuer entzündet haben - möglicherweise, um sich aufzuwärmen.

Außerdem sollen die Jugendlichen von einem am Fischacker ansässigen Unternehmen einen Kanister mit Chemie gestohlen haben, den sie später als Brandbeschleuniger einsetzten. Gefunden worden war der Kanister bei den Löscharbeiten im Kurpark.

Zudem hatten sie auch im Schulzentrum ein Feuer unter einem Vordach entzündet. Als die Tat entdeckt wurde, war der Brand bereits erloschen.

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