Aktion

Protest der Frauen - Menschenkette um die Kirche geplant

Der kfd-Bezirksverband Schmallenberg - im Foto die Vorstandsmitglieder Ulla Siepe, Lisa Richter und Bernadette Klens - ist Gastgeber für die Auftaktveranstaltung im Erzbistum.

Der kfd-Bezirksverband Schmallenberg - im Foto die Vorstandsmitglieder Ulla Siepe, Lisa Richter und Bernadette Klens - ist Gastgeber für die Auftaktveranstaltung im Erzbistum.

Foto: Ute Tolksdorf

Schmallenberg.  Frauen in alle Ämter - bis zur Päpstin - das fordert der kfd-Bundesverband. Auftakt im Bereich des Erzbistums Paderborn ist in Schmallenberg.

„Frauen, worauf wartet ihr“ - so lautet das Motto des größten katholischen Frauenverbandes. Das Ziel des kfd-Bundesverbandes: Eine Kirche, die Frauen zu allen Ämtern zulässt. Mit einer Aktionswoche soll der Forderung Nachdruck verliehen werden. Als Ort für den Auftakt hat sich der Diözesanvorstand Paderborn Schmallenberg ausgesucht. Der Bezirk vertritt rund 3500 Frauen. 100.000 kfd-Mitglieder gehören zum Diözesanverband Paderborn.

Der Ort

Von Paderborn nach Schmallenberg sind es 90 Kilometer, knapp anderthalb Stunden Fahrzeit. Trotzdem findet der Auftakt für die gesamte Diözese im Hochsauerlandkreis statt. „Paderborn will den ländlichen Raum stärker in der Blick nehmen“, erläutert Bernadette Klens vom Bezirksvorstand Schmallenberg. Außerdem habe der Diözesanvorstand es würdigen wollen, dass nach Vakanz und Auflösung des kfd Ortsverbandes (wir berichteten) rund 100 Frauen als Einzelmitglieder dem Verband beigetreten sind und so ihre Verbundenheit gezeigt haben. „Bei einem Treffen mit der stellvertretenden Diözesanvorsitzenden Inge Dahlbüdding-Heintel haben wir dann auch schnell eine gemeinsame Basis für die Veranstaltung gefunden.“

Der Ablauf

Am Freitag, 20. September, gibt es nun um 17 Uhr eine kurze Einführung auf dem Schützenplatz. Anschließend ziehen die Frauen zur Alexanderkirche. „Je nachdem wie viele Frauen und Männer kommen, wollen wir auf dem Weg zur Kirche eine Menschenkette bilden“, erläutert Bezirksvorsitzende, Lisa Richter. „Unsere Zeichen sind das Purpurkreuz und die Plakate mit dem Motto: Frauen, worauf wartet ihr?“ In der Kirche gibt es einen Segensabschluss. Auch der Diözesanvorstand wird vertreten sein und im Anschluss Unterschriften für eine geschlechtergerechte Kirche sammeln. „Diese Unterschriften sollen den Bischöfen bereits am Montag, 23. September, bei der Bischofskonferenz in Fulda übergeben werden. . Die Frauen haben ein starkes Votum im Rücken: Bei der Bundesversammlung hatten 100 Prozent der Delegierten für die Forderungen nach einer geschlechtergerechten Kirche gestimmt.

Der Ärger

Sie fühlten, wie die Frauen in Schmallenberg, dass die Zeit reif ist. „Ich bin mit dem, was in der Kirche passiert, lange nicht mehr zufrieden“, sagt Lisa Richter. „Ich kann niemandem mehr erklären, dass Frauen immer noch von den Positionen, in denen entschieden wird, ausgegrenzt werden.“ Bernadette Klens formuliert es vorsichtiger: Sie mache sich Sorgen um die Zukunft der Kirche: „Für mich war es ein Prozess, dass ich mich mittlerweile so eindeutig für eine geschlechtergerechte und gegen eine von Männern dominierte Kirche einsetzen kann.“

Die Geschichte

Ein Prozess, den auch die kfd durchgemacht hat. Noch im Jahr 2000 hatte eine außerordentliche Bundes-Delegiertenkonferenz die Frauenordination aus dem Positionspapier herausgenommen, um die Bischöfe nicht zu verärgern. Klens: „Doch diese Zurückweisung der Frauen, für die es keine ernsthaften theologischen Gründe gibt, macht wütend und traurig.“ Lisa Richter findet deutliche Worte: „Auch das Männerpriestertum mit seinen klerikalen Strukturen ist doch menschengemacht und damit wandelbar.“ Ulla Siepe wünscht sich sichtbare Veränderungen die deutlich machen, dass Frauen gleichberechtigt neben den Männern stehen.

Die Resonanz

Während Lisa Richter hauptsächlich positive Rückmeldungen für die Aktion bekommt, spürt Bernadette Klens durch ihre Arbeit als Gemeindereferentin auch Gegenwind bei Priestern und Gemeindemitgliedern. „Aber ich erfahre erstaunlich viel Unterstützung gerade von Frauen, die schon einen langen Weg mit dieser Kirche gegangen sind.“ Ihr gehe es nicht um Prestige oder Selbstdarstellung, betont sie. „Ich finde, dass Fähigkeiten und Berufung über das Priestertum entscheiden sollten, nicht das Geschlecht. Auch Frauen sind Ebenbilder Gottes. Mit all ihren Fähigkeiten, Charismen und ihrem spirituellem Reichtum sind sie dazu berufen, das Evangelium als Kirche und in der Kirche zu verkünden.“

>>> Weitere Informationen

Neben der Aktion des Diözesanverbandes in Schmallenberg gibt es zur Aktionswoche eine Infostand auf dem Markt in Meschede am Freitag, 27. September, ab 9 Uhr. Dafür wünschen sich die Frauen noch Unterstützung, gern auch spontan. Ansprechpartnerin ist Petra Schemme: 0291/ 82511, kfd.himmelfahrt@gmx.de

Außerdem ist ein Gottesdienst zum Thema geschlechtergerechte Kirche geplant am Sonntag, 29. September, um 18 Uhr vor der Mariä-Himmelfahrt-Kirche.

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