Verkehr

Schadstoffe gemessen: Wie sauber ist die Mescheder Luft?

Hier neben dem Straßenschild an der Wieme liegt in drei Metern Höhe eine der Luft-Messstationen in Meschede.

Hier neben dem Straßenschild an der Wieme liegt in drei Metern Höhe eine der Luft-Messstationen in Meschede.

Foto: Jürgen Kortmann

Meschede.  Fünf Messstellen liefern in Meschede Daten zur Luftbelastung mit Stickstoffdioxid, Ozon und Feinstaub. Jetzt gibt es eine erste Auswertung.

Autofahrer müssen in Meschede nicht mit Fahrverboten oder Straßensperrungen rechnen: Denn die Luftqualität in der Stadt ist in Ordnung und liegt bei den Schadstoffen weit unter den Grenzwerten. Das lässt sich jetzt auch erstmals wissenschaftlich belegen. Sechs Monate lang ist die Luftqualität an fünf verschiedenen Stellen in der Innenstadt gemessen worden. Das Ergebnis: „Wir haben kein Schadstoff- oder Luftproblem“, sagt Bürgermeister Christoph Weber.

Fünf Messstellen in der Innenstadt

An drei Stellen mit dem höchsten Verkehrsaufkommen (auf der Mittelinsel an der Wieme gegenüber vom Parkhaus, am Abzweig Steinstraße und an der Kreuzung Briloner Straße/Mallinckrodtstraße) sowie zum Vergleich an zwei verkehrsärmeren Stellen (Kolpingstraße/Trappweg sowie am Schederweg/Gymnasium) ist gemessen worden. In drei Metern Höhe hängen dort die kleinen Messstationen mit den Sensoren des Münchner Start-up-Unternehmens „Hawa Dawa“ – der Name bedeutet „Luftreinheit“ auf Arabisch, Persisch und Türkisch.

Das Unternehmen hatte der Stadt die Stationen im Rahmen seiner Kampagne „Smart Air City“ kostenlos zur Verfügung gestellt. Seine Geräte sind mechanisch nicht so aufwendig wie die großen Messcontainer, mit denen zum Beispiel das Umweltbundesamt misst. „Hawa Dawa“ hat für seine Geräte eine neue Sensortechnologie und einen Algorithmus zur Auswertung der Daten entwickelt. Das Unternehmen untersucht auch die Luftqualität in München und in Bern, jetzt auch die „Nordallianz“, einem Zusammenschluss von acht Kommunen in den Landkreisen München und Freising.

Morgens Ausschläge nach oben

Gemessen wurden im Stundentakt die Werte von Stickstoffdioxid, Ozon sowie von Feinstaub. Erste Details sind zu erkennen. Beim Stickstoffdioxid etwa zeigen die Ergebnisse die höchste Konzentration an der Steinstraße – obwohl das höchste Verkehrsaufkommen doch an der Wieme liegt, sich die Luft dort aber offenbar wegen der Breite der Straße besser verteilen kann. Die Belastung ist dienstags am höchsten. Die Ozonbelastung ist nachmittags und an den Wochenenden am höchsten. Bei der Feinstaub-Belastung gibt es morgendliche Spitzen und am Wochenbeginn, außerdem ist sie im März und Juli höher. Aber für alles gilt: „Wir liegen weit unter den Grenzwerten“, sagt Fachbereichsleiter Klaus Wahle.

In der EU gilt beispielsweise ein Grenzwert für den Stundenmittelwert an Feinstaub von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft als Höchstgrenze – an der Steinstraße wurden als Höchstwert mal 65 Mikrogramm erreicht, ansonsten liegt der Wert im Durchschnitt bei 40.

Flächendeckendes Modell

Der Mescheder Stadtrat hat der Stadtverwaltung jetzt 7000 Euro bewilligt, um das Projekt mit „Hawa Dawa“ bis Ende März 2020 fortzusetzen. Dann liegen exakt die Luft-Daten für ein Jahr vor. Danach endet das Modell-Projekt definitiv, dauerhafte Stationen zur Luftmessung wird es in Meschede nicht geben. „Hawa Dawa“ wird noch ein flächendeckendes Modell für die ganze Mescheder Innenstadt erstellen und Wetterdaten einarbeiten: Dann ist genau erkennbar, ob es an bestimmten Straßen zu bestimmten Zeiten besondere Probleme gibt. Dann hätte die Stadt Klarheit, ob dagegen gezielt etwas getan werden könnte.

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