Rettungsdienst

Schnellere Hilfe: Die Retter sollen künftig aus Enste kommen

Bislang ist die Rettungswache an der Fritz-Honsel-Straße in Meschede mit untergebracht - als Nachbarn der Feuerwehr: Die vier roten Tore rechts im Bild gehören zu der Rettungswache. Künftig soll sie nach Enste umziehen.

Bislang ist die Rettungswache an der Fritz-Honsel-Straße in Meschede mit untergebracht - als Nachbarn der Feuerwehr: Die vier roten Tore rechts im Bild gehören zu der Rettungswache. Künftig soll sie nach Enste umziehen.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Meschede.  Die Rettungswache soll aus Meschede umziehen. Ein Gutachter empfiehlt einen neuen Standort: Das wird zu Veränderungen bei der Versorgung führen.

Die Rettungswache des Kreises soll von der Fritz-Honsel-Straße in Meschede an einen neuen Standort ins Gewerbegebiet nach Enste verlegt werden. Dort soll künftig dann auch der Notarzt stationiert sein - statt wie bisher am St.-Walburga-Krankenhaus. Das empfiehlt ein Gutachter dem Kreis, um den Rettungsdienst zu verbessern. Profitieren würden davon insbesondere die Menschen im westlichen Stadtgebiet: Durch den Rettungswagen, der aus Enste ausrückt, sollen künftig auch Freienohl und Grevenstein schneller erreicht werden können. Hier hatte der Gutachter eine Unterversorgung festgestellt.

Schneller im Westen

Die Empfehlungen des Gutachters dienen dazu, um den Rettungsdienstbedarfsplan des Kreises fortzuschreiben und damit die Versorgung zu verbessern. Pläne, die Mescheder Rettungswache zu verlagern, bestehen schon länger. Die alte Wache ist zu eng, es fehlt an der Fritz-Honsel-Straße an Raum für Fahrzeuge und Personal. Dort sind inzwischen drei Rettungs- und ein Notarztwagen stationiert, um die Vorgaben des Rettungsdienstbedarfsplanes für den HSK zu erfüllen – ein Fahrzeug mehr als in der Vergangenheit. Sicherheitsabstände in der Fahrzeughalle können nicht eingehalten werden. Es fehlen ausreichend Umkleideräume und ein Raum zur Desinfektion. Hinzu kommen nun die Anforderungen des Gutachters, schneller im Westen sein zu müssen.

Krankenkassen müssen zahlen

Wo in Enste die neue Rettungswache gebaut wird, ist noch offen – auch, ob als Standort dort das neu gebaute Zentrum des Kreises für Feuerschutz und Rettungswesen in Frage kommt. Der Bericht des Gutachters wird jetzt zur Stellungnahme an die Stadt Meschede geschickt. Der Kreistag wird voraussichtlich im Dezember über eine Verlegung entscheiden. Zuvor müssen sich die Krankenkassen dazu äußern: Sie müssen das Vorhaben finanzieren.

Vom Gutachter waren insgesamt 13.783 Fälle ausgewertet worden, in denen 2018 die Retter kreisweit ausrückten. Dabei kam heraus: In 85,2 Prozent der Fälle konnte eine Hilfsfrist von 12 Minuten bis zum Eintreffen am Einsatzort erreicht werden. Angestrebt werden allerdings im Kreis 90 Prozent. Die 12-Minuten-Frist beginnt, wenn die Kreisleitstelle in Enste nach dem eingegangenen Notruf einen Rettungswagen oder Krankenwagen losschickt. Sie endet, sobald der erste Wagen vor Ort eintrifft.

Auch der Notarzt soll umziehen

Im Durchschnitt dauert es 1,5 Minuten nach einer Alarmierung, bis der Rettungswagen seine Wache verlässt. Länger ist es, wenn der Notarzt hinzukommt: 2,5 Minuten dauert das. In Meschede liegt das an der getrennten Stationierung des Personals: Der Rettungswagen mit seiner Besatzung fährt von der Fritz-Honsel-Straße los, der Notarzt muss dann aber zunächst aus dem St.-Walburga-Krankenhaus abgeholt werden. Um auch diese Situation zeitlich zu verbessern, empfiehlt der Gutachter, den Notarzt und sein Fahrzeug künftig ebenfalls mit in Enste zu stationieren.

Übergreifende Versorgung

In Meschede könnte die Verlegung der Rettungswache aus dem Zentrum Fragen aufwerfen, ob sich die Versorgung dann in anderen Teilen der Stadt verschlechtert. „Wir können bei dem Plan nicht nur auf eine Stadt schauen“, sagt Kreissprecher Martin Reuther: Die Versorgung ist übergreifend. Künftig würde dann auch ein Rettungswagen von der ebenfalls neu entstehenden, zusätzlichen Rettungswache in Westernbödefeld aus zum Beispiel in Richtung Remblinghausen fahren. Der Rettungswagen aus Enste wiederum könnte auch nach Arnsberg-Oeventrop geschickt werden.

>>>HINTERGRUND<<<

Bisher verfügt der Rettungsdienst des Kreises insgesamt über 24 Rettungswagen. Zwölf davon sind im 24-Stunden-Betrieb, die anderen nur in den Tagesstunden (acht von montags bis sonntags, vier von montags bis freitags) im Einsatz.

Künftig sollen 23 Rettungswagen eingesetzt werden: Dann aber 15 davon im 24-Stunden-Dienst.

Acht der Rettungswagen des Kreises sollen nach der Umstrukturierung dann in den Tagesstunden zur Verfügung stehen (fünf von montags bis sonntags, drei von montags bis freitags).

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben