Online-Banking

Sparkassen im Sauerland sind auf Digitalisierungs-Kurs

Die Kunden regeln ihre Bankgeschäfte immer häufiger online auf dem Laptop oder per Smartphone. Die Sparkassen im Hochsauerlandkreis haben ermittelt, dass ihre Kunden im Schnitt einmal pro Jahr zur Beratung in eine Filiale kommen.  

Die Kunden regeln ihre Bankgeschäfte immer häufiger online auf dem Laptop oder per Smartphone. Die Sparkassen im Hochsauerlandkreis haben ermittelt, dass ihre Kunden im Schnitt einmal pro Jahr zur Beratung in eine Filiale kommen.  

Schmallenberg.   Immer mehr Kunden der Sparkassen im Hochsauerlandkreis regeln ihre Bankgeschäfte online. Das hat weitere Folgen für Filialnetz und Beratung.

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Die Sparkassen im Hochsauerlandkreis ziehen Bilanz – und die fällt für das Jahr 2017 positiv aus. Bilanzsumme und Kundengeschäftsvolumen sind gestiegen, kurz gesagt: Der heimischen Wirtschaft geht es gut und den Kreditinstituten ebenfalls. Gründe für die ein oder andere gerunzelte Stirn gibt es dennoch unter den vier Vorstandsvorsitzenden. Diese Entwicklungen und Trends beschäftigen die Sauerländer Sparkassen und ihre Kunden:

Viele Kreditvergaben

„Es wird sehr viel investiert“, sagt Norbert Runde von der Sparkasse Arnsberg-Sundern. Kredite in Höhe von 292 Millionen Euro haben die Sparkassen im vergangenen an Geschäftskunden vergeben.

Die Summe der Kundenkredite insgesamt ist gleichzeitig leicht gesunken, weil viele Unternehmen Sondertilgungen in Anspruch nehmen. „Die Risikolage der Unternehmen ist aktuell eher gering einzuschätzen“, so Runde. Privatkunden investieren verstärkt in Immobilien – 152 Millionen an Wohnungsbaukrediten verzeichnen die Sparkassen. Beliebt seien auch weiterhin Bausparverträge.

Wertpapiergeschäfte

Die Zinsen sind weiterhin auf historischem Tiefstand, gleichzeitig hat die Inflation einen Effekt auf das Vermögen der Sauerländer – „deshalb ist es wichtig, dass wir unsere Kunden intensiv im Wertpapiergeschäft beraten“, sagt Peter Schulte von der Sparkasse Meschede. Je nach Risikobereitschaft gebe es verschiedene Möglichkeiten, sein Geld anzulegen. Die meisten Kunden setzten allerdings auf Mischfonds.

Kritik an gesetzlicher Regulierung

Für die Beratung im Wertpapiergeschäft gibt es immer strengere gesetzliche Vorgaben, an die sich die Banken halten müssen. „Die Regulierung kommt mit Wucht in den Häusern an“, sagt Peter Vogt, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Schmallenberg. Häufig sorge das auch im digitalen Zeitalter wieder für so manchen Papierstapel, außerdem dauerten Beratungsgespräche deutlich länger.

Die Berater müssen sich daran halten, sie zweifeln aber, ob es wirklich für mehr Transparenz bei den Kunden sorgt oder sie sich eher von der Informationsflut erschlagen fühlen. Ihrer Erfahrung nach wünschen sich die Kunden von ihren Bankberatern eher eine Bündelung der wichtigsten Informationen als unzählige Details, die ein Laie kaum nachvollziehen könne.

Kunden nutzen Online-Banking

Die Kunden regeln ihre Bankgeschäfte immer häufiger per Laptop, Tablet und Smartphone. Der Gang in die Filiale wird seltener. Im Durchschnitt kommen die Kunden einmal pro Jahr dorthin, das haben die Sparkassen erhoben.

Wer die Online-Filiale der Sparkassen nutzt, loggt sich im Schnitt 120 Mal im Jahr ein, bei der App auf dem Smartphone sind es 228 Aufrufe pro Nutzer und Jahr. „Die Kunden kommen mit einer anderen Erwartungshaltung zu uns“, so Vogt. „Wir müssen Nähe neu definieren.“ Sicher werde der Weg der Digitalisierung weiter beschritten.

Kooperationen mit Volksbanken

24 Mal im Jahr finden Kunden im Durchschnitt den Weg zu einer SB-Filiale. Die sind für die Sparkassen an vielen Standorten kaum noch rentabel, deshalb steigt die Zahl der gemeinsam mit den Volksbanken betriebenen Automaten. „Die Zusammenarbeit kommt bei den Kunden sehr gut an“, sagt Peter Wagner von der Sparkasse Hochsauerland. Vier Standorte im Kreisgebiet sind im vergangenen Jahr weggefallen.

Suche nach Azubis ist schwierig

Probleme haben auch die Sparkassen zunehmend bei der Suche nach geeigneten Auszubildenden. In Schmallenberg etwa sind zwei von drei neuen Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Die Banken hoffen, den Trend umkehren zu können, indem sie vermehrt duale Studien anbieten. Die seien gefragter.

>> SPARKASSEN IM HSK HABEN 703 MITARBEITER

  • 3,6 Milliarden Euro beträgt die Bilanzsumme der Sparkassen im Hochsauerlandkreis in etwa für das Jahr 2017.
  • 6 Milliarden Euro beträgt das Kundengeschäftsvolumen, die Kundenkredite liegen bei etwa 2,7 Milliarden Euro, die Kundeneinlagen bei rund 2,6 Milliarden Euro und der Wertpapierbestand der Kunden bei ca. 732 Millionen Euro.
  • 703 Mitarbeiter sind bei den Sparkassen im HSK für 64 Geschäftsstellen zuständig, SB-Filialen eingerechnet.
  • 2,1 Millionen Euro haben die Institute für Spenden und Sponsoring ausgegeben.

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