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Trinkwasser-Versorgung: Wenn die Leitung unterbrochen ist

Das Team der Hochsauerlandwasser nimmt hier Arbeiten an einer Leitung vor –  die Trinkwasserzufuhr ist unterbrochen.

Das Team der Hochsauerlandwasser nimmt hier Arbeiten an einer Leitung vor – die Trinkwasserzufuhr ist unterbrochen.

Foto: HochsauerlandwasseR

Meschede/Bestwig.  Wie oft wird bei der Hochsauerlandwasser die Versorgung mit Trinkwasser unterbrochen? Was gilt es zu beachten? Hier gibt es Antworten.

Hahn aufdrehen, Wasser läuft - es ist so selbstverständlich. Umso ärgerlicher ist es, wenn die Leitung unterbrochen wird. Wie oft kommt es eigentlich dazu? Und was gilt es danach zu beachten? Ein Interview mit Robert Dietrich, dem Geschäftsführer der Hochsauerlandwasser GmbH.

Wie oft kommt es vor, dass die Hochsauerlandwasser die Versorgung unterbrechen muss?

Robert Dietrich: Bei Unterbrechungen der Trinkwasserversorgung muss man zwischen geplanten und ungeplanten Unterbrechungen unterscheiden. Geplant sind zum Beispiel Wartungs- oder Reparaturarbeiten am Rohrleitungsnetz. Eine ungeplante Unterbrechung gibt es dann, wenn eine Leitung unerwartet und in größerem Umfang Schaden nimmt oder durch Dritte beschädigt wird. Rohrbrüche treten insbesondere während oder nach stärkeren Frostperioden im Winter auf. Aber auch bei langen Hitze- und Trockenphasen im Sommer kann es zu Bewegungen im Erdreich kommen, die in einem Rohrbruch münden. Beides ist für uns Tagesgeschäft. Wenn man aber bedenkt, dOass wir Kundinnen und Kunden in Meschede, Bestwig und Olsberg versorgen, ist eine Versorgungsunterbrechung ein Ereignis, mit dem unsere Kundschaft vergleichsweise selten zu tun hat.

Warum ist der Vorlauf oft sehr knapp?

Generell hat die HSW die Erfahrung gemacht, dass es nicht sinnvoll ist, planbare Unterbrechungen schon lange vorher bekannt zu machen. Denn oft beachten die Betroffenen das noch in der Ferne liegende konkrete Datum nicht und sind dann bei der eigentlichen Unterbrechung überrascht. Das passiert bei einer Information, die ein oder zwei Tage vorher erfolgt, nicht. Wenn es sehr kurzfristige Unterbrechungen sind, heften unsere Mitarbeiter auch einen Zettel an die Haustür oder klingeln bei den Betroffenen an. Ist es eben machbar, geben wir vor Versorgungsunterbrechungen Bescheid. Etwas anders verhält es sich natürlich bei Rohrbrüchen. Hier informieren wir über einen Ticker auf www.hochsauerlandwasser.de oder über unsere Facebook-Seite.

Ist es wirklich notwendig, die Versorgung gleich für mehrere Stunden zu unterbrechen?

Die Dauer der Unterbrechung hängt immer davon ab, was im Einzelfall zu tun ist. Wir kündigen ein realistisches Zeitfenster an - und lassen auch immer einen gewissen Zeitpuffer, weil natürlich niemals ausgeschlossen werden kann, dass sich Verzögerungen ergeben, die vorher nicht absehbar waren. Letztlich ist das für unsere Kundinnen und Kunden eine realistischere Einschätzung als eine knappe Frist, die dann verlängert werden muss. Konkretes Beispiel zuletzt in der Walburgastraße in Meschede: Hier wurde ein neuer Druckminderschacht eingerichtet und der alte Schacht rückgebaut. Eine erste Unterbrechung hat es bei der Einbindung des neuen Schachtes in das Rohrleitungsnetz gegeben, eine zweite bei der Abtrennung des alten Schachtes. Würde man beides auf einmal machen, besteht immer die Gefahr, dass es bei der Inbetriebnahme „hakt“ und die bisherigen Anlagen nicht mehr da sind - dann hätten wir wirklich ein Problem.

Haben Verbraucher eigentlich einen Anspruch auf eine Entschädigung?

Letztlich dienen alle Arbeiten am Leitungsnetz, für die Unterbrechungen nötig sind, langfristig Qualität und Sicherheit der Trinkwasserversorgung. Insofern besteht keine Grundlage für eine Entschädigung.

Häufig fließt trotzdem Wasser – ist das noch in der Leitung, bevor der Zufluss unterbrochen wurde?

Im Sauerland hat das häufig mit der örtlichen Topographie zu tun. Wenn es zum Beispiel an einem Berg Arbeiten in der mittleren Höhenlage gibt, kann es sein, dass im unteren Bereich eine Versorgungsunterbrechung nicht oder kaum spürbar ist. Das liegt dann in der Tat am Restwasser, das sich während der Arbeiten noch im Leitungsnetz befindet.

Worauf müssen Verbraucher im Anschluss achten?

Auf der Rückseite der Karte, mit der wir über eine Versorgungsunterbrechung informieren, befinden sich Hinweise. Zum Beispiel empfiehlt die HSW, bei Bedarf vor der Unterbrechung einen Trinkwasservorrat - etwa in der Badewanne - anzulegen. Da unmittelbar nach Ende der Arbeiten Trübungen des Trinkwassers nicht ausgeschlossen werden können, sollte vor der Inbetriebnahme von Haushaltsgeräten, insbesondere von Waschmaschinen, erst für rund zwei bis drei Minuten im Hausanschlussraum kaltes Wasser laufen gelassen werden. Auch die Inspektion und Spülung bzw. Auswechselung eines möglicherweise vorhandenen Filters ist ratsam. Falls Elektro-Durchlauferhitzer genutzt werden, muss vor der Entnahme von Warmwasser eine Entlüftung dieser Geräte erfolgen, um Schäden zu vermeiden.

Gibt es bereits weitere Bereiche / Straßen, wo es demnächst zu Bauarbeiten und Unterbrechungen kommen wird?

Sanierungs- und Wartungsarbeiten sind für unser Team eine Daueraufgabe. Allerdings können die künftigen Vorhaben zurzeit noch nicht exakt terminiert werden. So etwas hängt auch von Materiallieferungen oder den Kapazitäten von Tiefbauunternehmen ab, mit denen wir zusammenarbeiten. Von Versorgungsunterbrechungen Betroffene werden aber selbstverständlich nach wie vor rechtzeitig vor Beginn der Arbeiten durch uns informiert.

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