Berufs-Informationsbörse

Von Honsel bis Stabau: Betriebe erwarten Azubis in Meschede

Am Stand von Martinrea Honsel zeigten Auszubildende die industrielle Fertigung.

Am Stand von Martinrea Honsel zeigten Auszubildende die industrielle Fertigung.

Foto: Ute Tolksdorf

Meschede.  Rund 100 Betriebe, Behörden und Schulen, stellen ihre Angebote auf der BIB vor. Selbst Martinrea Honsel beantwortet dort Fragen zur Zukunft.

2500 Besucher an zwei Tagen, damit ist die BIB - die Berufsinformationsbörse - am Berufskolleg Meschede eines der erfolgreichsten Angebote von IMW und Stadtmarketing. „Und gleichzeitig werden wir vor allem samstags immer mehr zu einer echten Informationsbörse über Firmen und Berufe“, freut sich Meinolf Ewers, der Vorsitzende von IMW und Inhaber und Geschäftsführer von Ewers Karosseriebau. Nur dort findet man neben den Schul- und Fachhochschul-Angeboten alle wichtigen Behörden und Unternehmen der Region auf engstem Raum. Azubis geben Informationen auf Augenhöhe - doch auch die Entscheider sind dort - wie Dieter Berndt, Ausbildungsleiter von Martinrea Honsel.

Martinrea Honsel ist von Beginn an dabei

Das Unternehmen ist von Beginn an der BIB treu. „Wir merken, wie alle anderen auch, dass es schwerer wird, Auszubildende zu finden. Das ist heute ein Ganzjahresgeschäft.“ 30 Auszubildende sind in diesem Jahr bei Honsel gestartet. Die gute Nachricht für die Schüler: Auch wer sich später als Oktober/November fürs Folgejahr bewirbt, hat noch gute Chancen.

Berndt freut sich wie die meisten Ausbilder auf den Samstag, wenn die wirklich Interessierten, oftmals mit den Eltern, zur BIB kommen. Dann kann er auch nochmal Werbung mit der eigenen Lehrwerkstatt und fünf hauptberuflichen Ausbildern für die knapp 100 Azubis machen und speziell um Mädchen werben. „Es sind noch zu wenig, aber wenn die sich für einen technisch-gewerblichen Beruf entscheiden, sind sie oftmals besser als ihre männlichen Kollegen“, weiß er.

Dann gibt es auch tiefergehende Fragen zur Ausbildung und zur Zukunft des Standorts. „Wir sind ein großes Unternehmen“, sagt Berndt - mit 15.000 Beschäftigten an 45 Standorten in acht Ländern. „Wer Spaß an Sprachen und internationale Kollegen hat, der findet das bei uns.“

Und die Zukunft des Automotive-Sektors? Erstmal müssten sich alternative Antriebe durchsetzen, sagt Berndt, „und dann können wir alles, was wir heute bauen auch für die neuen Fahrzeuge herstellen.“ Schon jetzt baue Martinrea Honsel Batteriegehäuse. „Gerade Autos mit Elektroantrieb brauchen besonders leichte Strukturen. Und da liegt Aluminium ganz vorn. Wir können weiterhin alles fertigen, was die Fahrzeugindustrie braucht.“

Stabau in Enste stellt sich vor

Stabau aus Enste gehört ebenfalls seit vielen Jahren zu den BIB-Ausstellern. „Wir sind nicht so bekannt wie Honsel oder ITH“, sagt Robin Göke, der stellvertretende Produktionsleiter für die gewerbliche Ausbildung. "Für uns ist es wichtig, dass wir uns und unsere Ausbildungsangebote - vom Konstruktionsmechaniker über die Industriekauffrau bis zur Fachkraft für Lagerlogistik - hier bekannt machen.“ Auch er setzt vor allem auf den Samstag. Freitags würden die Schüler von den Schulen drübergescheucht. „Da geht es mehr um das Einsammeln von Werbegeschenken.“

Schulleiter: Vorbereitung ist wichtig

Detlef Pecko, Schulleiter der Konrad-Adenauer-Hauptschule, ist mit seinen Neuntklässlern hier. Doch damit sie von all den Informationen und Eindrücken nicht erschlagen werden, erhalten sie einen klaren Arbeitsauftrag. „Sie müssen sich über drei Unternehmen informieren“, sagt er. „Es ist wichtig, dass man den Besuch als Schule gut vor- und nachbereitet.“ Auch er weiß, dass viele am Samstag noch mal mit den Eltern vorbeischauen. „Diese Besuche sind intensiver.“

In den vergangenen Jahren haben sich auch die Schüler verändert. Sie wissen, dass sie als Facharbeiter gesucht werden, sind deshalb insgesamt entspannter am „Bewerbermarkt“ unterwegs. Aber auch sie schätzen das Angebot: „Wo findet man denn sonst schon so viele Unternehmen auf engem Raum“, sagt einer, der anonym bleiben will. „Jeder ist doch auf die Unternehmen vor der Haustür fokussiert“, sagt’s und schiebt mit einem Augenzwinkern nach: „Aber die Werbegeschenke sind auch nicht zu verachten.“

>>>HINTERGRUND

Am Samstag, 21. September, ist die BIB erneut von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Da gibt eine Expertin um 10 und um 12 Uhr den Eltern Tipps, wie sie die Stärken ihrer Kinder erkennen und sie bei der Berufswahl fördern können. Die Vorträge finden in Raum 115 statt und sind kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben