Autobahn

Welchen Effekt hat die neue A46 auf Meschedes Einzelhandel?

Ab Montag, 18. November, rollt über dieses neue Stück der A46 der Verkehr.

Ab Montag, 18. November, rollt über dieses neue Stück der A46 der Verkehr.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Meschede.  Die neue A46-Strecke rückt den östlichen HSK näher an Meschede. Bringt das auch neue Shopping-Kundschaft nach in die Kreisstadt?

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Was hat Meschede von der Öffnung der A46-Verlängerung am 18. November zu erwarten? Darüber sprachen wir mit Stephan Britten, Experte für den heimischen Einzelhandel bei der IHK Arnsberg.

Wie kann der Handel in Meschede vom neuen Teilstück profitieren?

Eine Autobahn ist keine Einbahnstraße. Das heißt, es wird in beide Richtungen Effekte geben. Die Frage ist nun, wie man diese für sich nutzt, wie man sich positioniert. Ein effektives Marketing, das in Richtung Olsberg, Brilon und Winterberg zeigt, was Meschede zu bieten hat, ist wichtig. Das betrifft nicht nur den stationären Einzelhandel, sondern auch Veranstaltungen im Stadtgebiet. Bei dem engagierten Stadtmarketing in Meschede mache ich mir da keine Sorgen. Wir sollten allerdings die Kirche im Dorf lassen: Ja, es wird Effekte geben, aber die Autobahn wird keine zuvor vollkommen abgeschnittenen Orte erschließen.

Machen denn ein paar Minuten weniger Fahrtzeit überhaupt den Unterschied?

Das kann schon allein im Denken der Fahrer etwas bewirken. Vergleichen Sie doch einmal die Strecke von Meschede nach Neheim über die Autobahn mit der bisherigen von Meschede nach Brilon ohne Autobahn. Beide dauern etwa 25 bis 30 Minuten, aber das Gefühl ist für die Fahrer oft ein anderes. Es sind dann durchaus unterschiedliche Szenarien vorstellbar, so zum Beispiel, dass einige die neue Autobahnanbindung nutzen, um direkt nach Dortmund zu fahren. Andererseits habe ich auch schon von Pendlern gehört, die sagen, dass sie das neue Teilstück gar nicht nutzen und weiterhin durch Bestwig fahren möchten, weil sie erwarten, dass sich der Verkehr nun auf die A46 verlagern werde. Wie sich die Kundenströme tatsächlich verteilen, bleibt abzuwarten. Auch für uns als IHK ist dieser Weiterbau und die unterschiedlichen Effekte, die sich daraus ergeben werden, ein spannendes Projekt.

Und ich habe von Bestwigern gehört, die nun wieder in Bestwig (statt in Olsberg oder Meschede) einkaufen wollen, weil sie auf der B7 keinen Stau mehr erwarten...

Ja, auch das ist möglich. Einheimische werden wieder verstärkt die Geschäfte vor Ort nutzen. Bestwig hat nun die Chance, ganz anders erlebt zu werden. Dass dort mit der Freigabe des neuen Teilstücks die Bürgersteige hochgeklappt werden, glaube ich nicht. So war es ja auch nicht in Freienohl.

Henne-Öffnung, Henne-Ruhr-Markt, H&M: Hat Meschede Neheim denn schon Kunden abgeluchst?

Darüber wird eventuell die nächste Umfrage zu den „Vitalen Innenstädten“ im Herbst 2020 Auskunft geben. Aber am Ende muss man sagen: Der Kuchen ist groß genug und die Herausforderungen sind für alle Innenstädte ähnlich: Sie müssen es schaffen, die Kunden in die Einkaufsstraßen zu locken und dort zu halten.

Nächste Innenstadt-Umfrage im Herbst 2020

  • Meschede hat 2018 an der Umfrage zu den Vitalen Innenstädten teilgenommen. Damals noch vor Eröffnung des Henne-Ruhr-Marktes. Ein Ergebnis war, dass in Meschede viele auswärtige Besucher unterwegs waren.
  • Fast 50 Prozent der Befragten kamen nicht aus der Kreisstadt. Ein Großteil reiste aus Bestwig oder Warstein an.
  • Im Herbst 2020 findet die nächste Umfrage statt.
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