Kanalsanierung

Ärger über Enni-Baustelle an der Römerstraße in Moers

Absperrungen markieren die Baustelle an der Römerstraße. Die Bauarbeiten auf dieser Seite werden wohl noch bis September dauern.

Absperrungen markieren die Baustelle an der Römerstraße. Die Bauarbeiten auf dieser Seite werden wohl noch bis September dauern.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Moers.  Die Straße ist auf einer Seite aufgefräst, aber nur an einem bestimmten Abschnitt wird gearbeitet. Der Abschlusstermin wird sich wohl verzögern.

Die Enni-Baustelle an der Römerstraße sorgt für Ärger. Seit Mai dieses Jahres ist das Moerser Versorgungsunternehmen damit beschäftigt, dort die rund 50 Jahre alten Kanäle zu erneuern. Das Problem: Die Straße wurde bereits zur Gänze aufgerissen, allerdings wird nur an einem Teil der Straße auf Höhe der Kreuzung an der Essenbergerstraße gearbeitet. Auf der Höhe des Hotels und der Aral-Tankstelle tut sich nichts. Vor rund sechs Wochen hätte Enni hier die Straße aufgefräst, seitdem habe er in dem Bereich keinen einzigen Bauarbeiter gesehen, sagt Tankstellen-Betreiber Michael Götzen. Der Bereich ist großräumig abgesperrt, Zufahrten zur Tankstelle und zum Hotel sind eingerichtet, allerdings gleiche die derzeit einspurige Römerstraße einem Nadelöhr, das Unfallpotenzial sei entsprechend hoch. Deshalb entschieden sich viele Autofahrer weiterzufahren, so Götzen weiter, der über Umsatzeinbußen von rund 50 Prozent klagt und sich fragt, wie es mit der Baustelle weitergehen soll.

Enni bedauert die Situation an der Römerstraße

Enni-Sprecher Herbert Hornung ist der Zustand an der Römerstraße bewusst. „Wir bedauern die Situation“, so der Enni-Sprecher. Aus wirtschaftlichen Gründen habe man sich aber entschieden, die Straße von Anfang an komplett aufzureißen, obwohl zunächst nur auf Höhe der Kreuzung gearbeitet werde. „Die Maschinen waren zu dem Zeitpunkt vorhanden. Hätten wir sie nochmal holen müssen, wäre es teurer geworden.“ Die Gesamtkosten der Baustelle beziffert er auf 3,9 Millionen Euro. Allein für den Baustellenabschnitt Essenbergerstraße/Römerstraße werden 1,6 Millionen Euro fällig.

Das möchte Michael Götzen nur bedingt akzeptieren. Wenn Enni mit dem Straßenbereich vor der Tankstelle und dem Hotel beginne, „müssen die Maschinen sowieso wieder geholt werden, um die Zufahrten aufzufräsen“. Für die Zufahrten zu Hotel und Tankstelle benötige man aber kein schweres Gerät mehr, erwidert Herbert Hornung, „dafür reicht dann ein Bagger“.

Die Termine sind offenbar nicht mehr zu halten

Wann der kommt, ist nicht ganz klar. „Wir arbeiten aber unter Hochdruck“, verspricht Hornung. „Wir wollen so schnell wie möglich mit der Seite fertig sein und mit der anderen beginnen.“ Im vergangenen Mai hatte Enni den kommenden August für ein Ende der Bauarbeiten auf der Seite der Römerstraße avisiert, auf der sich Tankstelle und Hotel befinden. Der komplette Abschlusstermin der Baustelle war für Ende Oktober geplant. Beide Termine geraten jetzt offenbar ins Wanken.

Man habe ihm am Dienstag mitgeteilt, dass die Arbeiten auf der Seite des Hotels und seiner Tankstelle nun höchstwahrscheinlich nicht vor Mitte oder Ende September abgeschlossen sein würden, sagt Michael Götzen. Das ausführende Bauunternehmen befürchte sogar, mit der kompletten Baustelle noch weiter in Verzug zu geraten. „Die Firma hofft, dass sie mit der Baustelle bis Ende des Jahres fertig ist.“ Enni-Sprecher Herbert Hornung bekräftigt unterdessen, dass man weiterhin den August anpeile. Gleichwohl könne man bestimmte Unwägbarkeiten nicht ausschließen.

100 Jahre alte Versorgungstrassen sorgen für Verzögerungen

Der Grund liegt in Hindernissen, auf die man im Kreuzungsbereich gestoßen sei, sagt Herbert Hornung. Zum Beispiel habe die Baufirma „mehr als 100 Jahre alte Versorgungs­trassen gefunden, die nicht kartiert gewesen sind“. Solche Funde seien nicht ungewöhnlich, so der Enni-Sprecher weiter. Generell könne man so ein Großprojekt nicht minutiös durchplanen und müsse immer mit Unwägbarkeiten rechnen. Deshalb könne es auch immer Verzögerungen geben. Gleichwohl werde man alles tun, um so schnell wie möglich mit der Baustelle fertig zu sein.

Michael Götzen ist da gespannt. Schnelligkeit hätte Enni schließlich auch für den Bauabschnitt zwischen Homberger und Essenbergerstraße angekündigt. „18 Monate sollte das dauern“, so Götzen, „am Ende hat man drei Jahre dafür gebraucht.“

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