Abend für Genießer

Ein Abend für alle Sinne im Kloster Kamp in Kamp-Lintfort

Elena Lebedeva (links)  und Olga Schonurowa.

Elena Lebedeva (links)  und Olga Schonurowa.

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Ein guter Tropfen Rotwein und gute Musik: Das gab’s beim Abend für Genießer in Kamp-Lintfort. Der Auftritt hat eine Besonderheit geboten.

Das war ein Abend für fast alle Sinne: Es gab einen guten Tropfen Rot- oder Weißwein, gute Musik für die Ohren und fürs Auge gab es ein imposantes Klavierspiel, denn vier Hände glitten in rasantem Tempo über die Tasten des Pianos. Den Abend für Genießer im Rokokosaal des Kloster Kamps hat am Freitag das Duo „Con Brio“ bestritten, bestehend aus den beiden Pianistinnen Elena Lebedeva und Olga Schonurowa. Die beiden Musikerinnen spielten nicht zum ersten Mal in Kamp-Lintfort.

Elena Lebedeva, die an Musikhochschule in Moskau studierte und unter anderem als Dozentin am Bolschoi-Theater in Moskau arbeitete, gab ihr Debüt im Rokokosaal im Jahr 2015.

Es gab spezielle Arrangements

Olga Schonurowa studierte an der Mussorgsky-Akademie in St. Peterburg und an der Folkwang-Hochschule Essen. Auch sie konzertierte erstmals im Duo „Con Brio“ im Kloster Kamp vor vier Jahren. Das Besondere an diesem Duo: Die Musikerinnen spielen gleichzeitig an einem Klavier – und das seit mehr als zehn Jahren.

„Das ist eine ganz andere Musik, weil allein schon die Literatur komplexer ist“, erklärte Olga Schonurowa. Eröffnet hatten sie ihr Konzert, das unter dem Motto „…und die Welt, die tanzt!“ stand, mit Tschaikowskis Walzer aus der Ballett-Suite op. 66 „Dornröschen“. Den typischen Walzerrhythmus im Dreivierteltakt umspielten sie, er war trotzdem immer wieder erkennbar.

Ihr gesamtes Programm bestand aus speziellen Arrangements für zwei Personen. So konnten sie mehrere Motive und Melodiefolgen gleichzeitig spielen. In die Quere kamen sich die beiden Pianistinnen dabei nicht.

Das Motto zog sich durch das Konzert

Sie präsentierten unter anderem Bortkevitsch‘ Russische Weisen und Tänze, oder das Menuett und Ballett aus Claude Debussys Petite Suite. Auch Tangomelodien waren zu hören. Besonders bei den längeren Akkorden kam der fulminante Klang zur Geltung.

Unterstützt wurde dieser durch die Akustik des Raums. „Der Saal ist sehr gemütlich und die Akustik ist optimal“, sagte Elena Lebedeva.

Das Motto zog sich durch das gesamte Konzert. Auch in den ruhigeren Stücken gab es immer wieder tänzerisch klingende Passagen. So auch in den Dvoraks Slawischen Tänzen op. 46. Ruhige, fast schon melancholische Sätze, wechselten sich mit den schnellen Läufen ab.

Einige Besucher schlossen auch die Augen und genossen das eindrucksvolle Spiel. Hat man nicht hingeschaut, so hatte man das Gefühl, vorne am Klavier sitzt nur eine Person, so synchron spielten die beiden Profimusikerinnern. Selbst in den Pausen drückte keine der beiden eine Taste auch nur eine Sekunde zu lang.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben