Soziales

Kamp-Lintforter Seniorenrat verteilt weiter Notfall-Dosen

Ein Renner: die Notfalldose.

Ein Renner: die Notfalldose.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Notfalldosen können im Ernstfall Leben retten. Der Seniorenrat verteilt sie bei Beratungen. Jetzt sponsert die Sparkasse Duisburg die Aktion.

Kamp-Lintfort. Reißenden Absatz finden die neuen Notfalldosen, die der Seniorenrat in seinen Beratungen verteilt und die unter anderem auch in Apotheken erhältlich sind. Die ersten 200 Exemplare sind bereits an Mann und Frau gebracht worden. Jetzt hat die Sparkasse Duisburg in Kamp-Lintfort die nächsten 500 Dosen gesponsert. Auch Sozialdezernent Dr. Christoph Müllmann lobt den Einsatz des Seniorenbeirates für die gute Sache, die im Ernstfall Leben retten könne. Sparkassen-Marktbereichsleiter Rainer Ullrich spricht von einem tollen Projekt. Das Geldinstitut sei auch für eine Fortsetzung der Aktion offen.

Das funktioniert so: Der Betroffene stellt die weiße Dose mit grüner Aufschrift in den Kühlschrank, den ja fast jeder hat. Zwei Aufkleber – an der Haus- oder der Wohnungstür, wenn der Vermieter es zulässt – und zudem noch am Kühlschrank angebracht, weisen auf die Dose hin. „Darin enthalten sind alle Infos über Krankheiten des Bewohners, über nötige Medikamente, behandelnde Ärzte, Angehörige als Ansprechpartner, eine Patientenverfügung und vieles andere“, schildert Stephan Bilstein als Vorsitzender des Seniorenrates. Wichtig sei aber auch eine ständige Aktualisierung des schriftlichen Inhaltes, ergänzt Ulrike Kaufmann vom Seniorenrat. Dies könne ganz ohne Umstände mit dem Kuli geschehen.

Wichtige Hilfe für Retter

Alle Rettungsdienste im Kreis Wesel, weiß Ulrike Kaufmann, wüssten über die Dosen-Aktion Bescheid. Die Informationen in den Dosen seien für die Retter eine wichtige Hilfe. „In den Behältern sollen aber keineswegs Medikamente aufbewahrt werden, wie mancher denken könnte“, klärt Kaufmann Missverständnisse auf.

Das laufende Projekt der Notfalldosen wird vom Seniorenrat durch eine nächste Aktion ergänzt: „Dabei geht es um den Hausnotruf für Alleinstehende. Hierzu wird es aber noch eine Info-Veranstaltung mit dem Roten Kreuz geben“, erklärt Bilstein. Der Hausnotruf, bei dem beispielsweise mittels elektronischem Armband ein Alarm ausgelöst werden könne, werde von den Krankenkassen mit 19 Euro für die Grundausstattung gefördert. Er könne zudem um verschiedene Dienstleistungen erweitert werden und koste dann etwa 20 Euro mehr, weiß der Berater.

„Die Notfalldose zusammen mit dem Hausnotruf gibt den Menschen schon ein gutes Stück Sicherheit“, meint Bilstein. Ulrike Kaufmann ergänzt: „Es gibt so viele alleinstehende Menschen. Ziel ist es ja auch, dass sie so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben können.“

Der Seniorenrat der Stadt steht älteren Menschen jede Woche – das ganze Jahr über – montags von 9 bis 11 Uhr im Zimmer 102 des Rathauses für Gespräche zur Verfügung. „Unser Ziel ist eine flächendeckende Versorgung mit Notfalldosen“, erläutert Stephan Bilstein.

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