Landratskandidatur

Wesel: Müller tritt nicht mehr an – Paic geht ins Rennen

Der Kreisvorsitzende René Schneider, der designierte Kandidat Dr. Peter Paic und Landrat Dr. Ansgar Müller (v.l.) vor dem alten Landratsamt in Moers.

Der Kreisvorsitzende René Schneider, der designierte Kandidat Dr. Peter Paic und Landrat Dr. Ansgar Müller (v.l.) vor dem alten Landratsamt in Moers.

Foto: Matthias Alfringhaus / NRZ

Moers.  Überraschung: Landrat Dr. Ansgar Müller (SPD) verkündet in Moers, dass er 2020 nicht mehr antritt. Jetzt geht ein IT-Spezialist ins Rennen.

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Bei den Kommunalwahlen am 13. September 2020 tritt Landrat Dr. Ansgar Müller (SPD, 61) nicht mehr an. Für die Sozialdemokraten im Kreis Wesel soll jetzt der IT-Spezialist Dr. Peter Paic (51) aus Hamminkeln ins Rennen gehen. Das teilte der Kreisvorsitzende René Schneider am Montag auf einer Pressekonferenz in Moers mit.

„Ich möchte das Ende meiner Tätigkeit als Landrat selbst bestimmen“, sagte Müller am Montag im Alten Landratsamt in Moers. Das frisch renovierte Gebäude dient zwar schon lange nicht mehr als Landratsamt, erschien den Genossen im Kreis Wesel aber offenbar als der passende Ort, um Wichtiges zu verkünden. Wenn Müller Ende Oktober 2020 die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger übergeben wird, ist er 16 Jahre im Amt. „Es braucht Flexibilität, um den hohen Anforderungen dieses Amtes gerecht zu werden. Ich jedenfalls habe mich entschlossen, nicht mehr zu kandidieren,“ sagt Müller. Er verweist auf Nachfrage auf sein Engagement für die Bildung und den Breitband-Ausbau als wichtige Projekte seiner Ägide und schlägt so die Brücke zum neuen Kandidaten der SPD.

Peter Paic, geboren in Dinslaken, lebt jetzt in Hamminkeln und arbeitet beim Landesbetrieb für Information und Technik in Düsseldorf. Auf Lohberg hat er Betriebsschlosser gelernt und sich dann Schritt für Schritt weiterentwickelt. Seine Doktorarbeit ist mit dem höchsten Prädikat versehen: magna cum laude. Seit 2012 hat er einen Lehrauftrag an der Hochschule Ruhr West für Wirtschaft und Wirtschaftsinformatik.

Entsprechend liegt einer seiner Schwerpunkte in diesem Feld: „Die Wirtschaft im Kreis Wesel muss attraktiv sein und gegen den Fachkräftemangel arbeiten.“ Um diese Ziele zu erreichen, möchte er mit den Hochschulen Rhein-Waal (Kamp-Lintfort/Kleve) und FOM (Wesel) zusammenarbeiten. Und natürlich geht es ihm auch ums Digitale: „Wir wollen beim Breitbandempfang keine blinden Flecken mehr im Kreis Wesel haben.“ Der SPD gehört er seit über 22 Jahren, als Gewerkschaftler setzt er sich für Verdi ein, das Soziale ist ihm wichtig.

Für René Schneider kam die Absage von Ansgar Müller für eine erneute Kandidatur „überraschend, aber auch absolut nachvollziehbar“. Mit Peter Paic glaube er aber, den „idealen Kandidaten“ vorstellen zu können. „Mit Peter arbeite ich seit vier Jahren im Vorstand des Kreises eng zusammen. Wir gehen gut gerüstet in den Wahlkampf, eigentlich so gut wie noch nie: Wir haben Ressourcen, wir haben Personal und wir haben die Inhalte.“ Paic wird vom Kreisvorstand einstimmig vorgeschlagen.

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