Projekt

Langzeitarbeitslose arbeiten in Neukirchen-Vluyn im Garten

Michael Scharis, Christoph Bednarek, Günter Holzum und Angela Preuß mit Teilnehmern der Aktion Vier Jahreszeiten in Neukirchen-Vluyn.

Michael Scharis, Christoph Bednarek, Günter Holzum und Angela Preuß mit Teilnehmern der Aktion Vier Jahreszeiten in Neukirchen-Vluyn.

Foto: Norbert Prümen / FUNKE FotoServices

Neukirchen-Vluyn.  Die TuwasGenossenschaft hat mit dem Jobcenter des Kreises Wesel ein Projekt für Langzeitarbeitslose: Vier Jahreszeiten. Teilnehmer äußern sich.

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Im Garten hinter dem Haus am Waldweg wächst vieles, was den Koch erfreut. Kartoffeln, Petersilie, Zwiebeln, Fenchel oder Grünkohl stehen da einträchtig in schönen Reihen nebeneinander. Dass der kleine Acker nun wieder Früchte trägt, hat mit dem Projekt „Vier Jahreszeiten“ der Tuwas-Genossenschaft zu tun. Zusammen mit dem Jobcenter Kreis Wesel will man hier seit dem Sommer Langzeitarbeitslose wieder ins Berufsleben bringen.

Elf Teilnehmer hat das Projekt, das noch bis Dezember läuft. Darunter auch Flüchtlinge wie beispielsweise Mohammed aus Syrien. Der 54-Jährige hat schon zuhause Gartenarbeit und eine Baumwollplantage betrieben. „Seit vier Jahren bin ich hier“, sagt er. Und er freue sich, endlich Arbeit zu haben. Projektleiter Michael Sarres: „Wenn er noch etwas besser Deutsch lernt, hat er durchaus Chancen, im Garten- und Landschaftsbau Fuß zu fassen.“

Die Teilnehmer leisten auch an anderer Stelle nützliche Dienste, wie Tuwas-Vorstand Rainer Tyrakowski-Freese berichtet.

Gebraucht werden die Teilnehmer auch in Hoerstgen

Denn im Rahmen des Projektes werden beispielsweise auch die Heidschnucken betreut, die beispielsweise am Klingerhuf ihren Einsatz für den Naturschutz haben. Zudem soll bald in der Neukirchener Tersteegenschule ein Schulgarten angelegt werden.

Gebraucht werden die Teilnehmer auch in Hoerstgen, einem ähnlichen Privatgarten wie dieser am Waldweg, wo die älteren Besitzer die Gartenarbeit nicht mehr leisten können. Zudem plane man, berichtet Tyrakowski-Freese weiter, demnächst eine Art Lerngarten oder Muster-Kleingarten am Moerser Streichelzoo anzulegen. „Damit wollen wir die Bürger auch anregen, es doch wieder selbst mit Gartenarbeit zu versuchen und leckere Dinge anzubauen.“

Auch Angela Preuß vom Jobcenter ist ziemlich stolz auf das Gemeinschaftsprojekt. „Es ist unser grünes Projekt“, erklärt sie. Nach den ersten sechs Monaten wolle man weitersehen, wie die einzelnen Teilnehmer weiter qualifiziert werden könnten.

Alle elf Teilnehmer sind auch an jenem Tag mit viel Eifer bei der Sache. Eine Wiese am Haus wird gepflügt. „Das hier ist eine sehr stabile Gruppe. Es gibt keine Aussteiger“, lobt Günter Holzum vom Jobcenter.

Ein Teilnehmer lobt die Gruppe

Einer der deutschen Teilnehmer ist Michael (39). Er habe, wie er berichtet, durch eine familiäre Krise eine Ausbildung im Landschaftsbau abgebrochen und wolle hier nun den Anschluss für eine erneute Ausbildung finden.

„Es ist eine gute Gruppe hier, wir alle unterstützen uns gegenseitig“, freut er sich, es so gut angetroffen zu haben.

Jeden Freitag von 10 bis 14 Uhr können Interessierte gegen eine Spende Obst und Gemüse aus den Projektgärten erstehen. Ort: Tuwas an der Hugostraße 2 in Moers-Asberg.

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