Schwurgericht

Mord im Moerser Bordell "Moulin Rouge": Duisburger angeklagt

Die beiden Frauen hatten sich nach der Tat im Bordell "Moulin Rouge" noch in einen benachbarten Imbiss geflüchtet, wo sie dann zusammengebrochen waren.

Die beiden Frauen hatten sich nach der Tat im Bordell "Moulin Rouge" noch in einen benachbarten Imbiss geflüchtet, wo sie dann zusammengebrochen waren.

Foto: Rene Anhuth (Archiv)

Moers/Duisburg.   46-Jähriger soll Prostituierte erstochen und seine "Ex" lebensgefährlich verletzt haben. Das Messer hatte eine Klingenlänge von 18 Zentimetern.

Die Staatsanwaltschaft hat einen 46-jährigen Duisburger wegen Mordes, versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Der Mann soll in dem Bordell "Moulin Rouge" in Moers-Repelen eine Prostituierte erstochen und eine weitere lebensgefährlich verletzt haben. Ausgangspunkt soll ein Sorgerechtsstreit sein. Das Opfer, dass die Attacken überlebt hat, ist die frühere Lebensgefährtin des 46-Jährigen, mit der er ein gemeinsames Kind hat. Der mutmaßliche Täter und die beiden Frauen sind rumänische Staatsbürger.

Laut Anklage soll sich der 46-Jährige am 6. April dieses Jahres, einem Samstagabend, gegen 21.45 Uhr durch eine Hintertür in das Bordell an der Straße Am Jungbornpark geschlichen haben, in dem die beiden Frauen arbeiteten. In einem Raum sei er dann auf die 31- und die 38-Jährige getroffen, die sich dort unterhalten hatten. "Unvermittelt und mit großer Wucht", so die Anklage, soll der Mann dann erst auf die Ältere eingestochen. Das Küchenmesser, das er dabei hatte, hatte eine Klingenlänge von 18 Zentimetern. Die 38-Jährige erlitt zwei gravierende Stichverletzungen, die lebenswichtige Organe trafen. Die Frau starb später auf dem Weg ins Krankenhaus. Anschließend soll der 46-Jährige dann seine "Ex" attackiert haben.

Opfer schleppten sich nach der Tat in einen Imbiss

Die beiden Frauen hatten sich nach der Tat noch in einen benachbarten Imbiss geflüchtet, wo sie dann zusammengebrochen waren. Der Angreifer floh, konnte aber schon nach kurzer Zeit von der Polizei gestellt werden. Nach der Tat wurde erst wegen des Verdachts des Totschlags ermittelt, deswegen wurde gegen den 46-Jährigen auch Untersuchungshaft verhängt. Die Ermittler waren zunächst davon ausgegangen, dass die ältere Prostituierte ihrer Freundin zu Hilfe kommen wollte und dann angegriffen worden sei. Sollte sich die Tat dagegen so abgespielt haben, wie nun in der Anklage geschildert, dann wäre die Attacke auf die 38-Jährige "heimtückisch" gewesen und damit als Mord zu bewerten. Im Falle einer Verurteilung könnte dem nicht vorbestraften Mann daher eine lebenslange Freiheitstrafe drohen.

Der Prozess vor dem Schwurgericht des Landgerichts Kleve ist noch nicht terminiert. Zu rechnen ist damit, dass die Verhandlung im November beginnt. Die frühere Lebensgefährtin des Angeklagten wird den Prozess als Nebenklägerin verfolgen.

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