Müllentsorgung

Müllwagen fahren in Moers nicht mehr jede Straße an

Die Anwohner mancher Straße in Moers bekommen den Müllwagen der Enni in Zukunft nicht mehr zu sehen. Sie müssen ihren Müll an die nächste Hauptstraße tragen. 64 Straßen sind davon betroffen.

Die Anwohner mancher Straße in Moers bekommen den Müllwagen der Enni in Zukunft nicht mehr zu sehen. Sie müssen ihren Müll an die nächste Hauptstraße tragen. 64 Straßen sind davon betroffen.

Foto: Jörg Parsick-Mathieu / NRZ

Moers.  Durch das Rückwärtsfahrverbot müssen einige Bürger den Müll zu Ablageplätzen bringen. An der Rheinstraße werden dafür Parkplätze gesperrt.

Eine Regel, die Bürger schützen soll, schränkt andere Bürger gleichzeitig ein. Und das oftmals schneller als gedacht. Wie an der Rheinstraße. Dort haben Bewohner jetzt festgestellt, dass dort mehrere Parkplätze mit Halteverbotsschildern gesperrt sind. Über den Grund sei man nicht informiert worden, erst durch eigene Recherchen habe sich herausgestellt, dass das Halteverbot für Müllwagen eingerichtet worden sei. Die Enni als für Moers zuständiges Müllentsorgungsunternehmen sei telefonisch nicht erreichbar, sagen die Anwohner, die sich fragen, warum sie für Müllwagen Parkraum einbüßen müssen.

64 Straßen sind in Moers betroffen

Der Grund liegt in einer neuen Branchenregel, die die „Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung“ (DGUV) als Reaktion auf viele Unglücksfälle in der Vergangenheit für alle Müllentsorger in Deutschland eingeführt hat. Demnach dürfen deren Müllwagen auf engen, kleinen und privaten Straßen, die schlecht einzusehen sind, nicht mehr rückwärts fahren.

Die Enni hat daraufhin eine Erhebung gestartet und ist auf 64 Straßen im Stadtgebiet gekommen, in denen ein Müllwagen anders als im Rückwärtsgang nicht vorwärts käme. „Diese Straßen dürfen wir deshalb nicht mehr befahren“, sagt Enni-Sprecher Herbert Hornung. Aus diesem Grund habe man Ausweichmöglichkeiten für die an diesen Straßen lebenden Bürger suchen müssen. Mit dem Ergebnis, dass die Bürger ihren Müll nun an die nächstgelegene Hauptstraße schleppen müssen. Dort seien spezielle Ablageplätze eingerichtet, so Hornung. Wie die Parkplätze an der Rheinstraße.

An der Rheinstraße sind insgesamt acht Parkplätze montags bis freitags zwischen 7 und 16 Uhr gesperrt

Insgesamt acht Flächen sind dort mit einem Halteverbot von montags bis freitags zwischen 7 und 16 Uhr belegt, damit die Anwohner der umliegenden acht kleinen Stichstraßen ihren Müll abladen können. Die Halteverbotszeiten seien so ausgedehnt, da sich das Rückwärtsfahrverbot auf sämtliche Entsorgungsarten beziehe, sagt Herbert Hornung.

Die betroffenen Anwohner seien auch in einem Brief darüber informiert worden. Da diese Ablageplätze aber erst kürzlich eingerichtet worden seien, habe man die Bürger erst jetzt angeschrieben. Ein Brief, der der Redaktion vorliegt, ist auf den 15. Juli datiert. Darin fragt Enni die Bürger auch ganz gezielt nach alternativen Ideen. Dass die Sperrung einiger Parkplätze für die Müllentsorgung nicht der Weisheit letzter Schluss sein muss, scheint demnach auch das Unternehmen zu wissen.

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