Datenschutz

Fotos zur Einschulung: Verbot an manchen Schulen in Moers

Symbolbild: Viele Eltern wollen demnächst wieder Fotos zur Einschulung machen. Doch nicht an jeder Schule ist das möglich.

Symbolbild: Viele Eltern wollen demnächst wieder Fotos zur Einschulung machen. Doch nicht an jeder Schule ist das möglich.

Foto: Rainer Jensen / dpa WP

Moers.  Einverständniserklärung, aber auch striktes Verbot: Moerser Grundschulen sind bezüglich des Fotografierens am 1. Schultag geteilter Meinung.

Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu und die Einschulung der neuen i-Dötzchen steht bevor. 860 neue Grundschüler wird es voraussichtlich dieses Jahr an Moerser Schulen geben, da dürfen die Fotos für das Familienalbum natürlich nicht fehlen. Doch durch den immer wichtiger werdenden Datenschutz entstehen gerade in Bezug auf das Fotografieren von Kindern viele neue Fragen.

Um die verschiedenen Positionen herauszuarbeiten, hat sich die NRZ mit Schulleitungen in Moers, der Bezirksregierung Düsseldorf und einem Redaktionsfotografen in Verbindung gesetzt.

Nicht jede Schule möchte Auskunft geben

Grundsätzlich obliegt die Verantwortung im Umgang mit Fotografieren den jeweiligen Schulleitungen, die regelmäßig zu diesem Thema sensibilisiert werden, teilt die Bezirksregierung Düsseldorf mit. Es scheint aber ein sehr heikles Thema zu sein: Nicht jede Schule möchte Auskunft geben, wie das Fotografieren dort gehandhabt wird. Es zeichnen sich jedoch drei Positionen ab. Entweder gibt es ein allgemeines Fotografierverbot für jedermann oder die Eltern haben die Möglichkeit, durch eine Unterschrift ihr Einverständnis für Fotos zu geben. Die dritte Position geht zwar von einem allgemeinen Fotografierverbot aus, das Ablichten des eigenen Kindes ist jedoch in Ordnung.

Die Lehrer zeigen genau, wer fotografiert werden darf

Kai Kitschenberg, Fotograf für die NRZ, berichtet von Erfahrungen die er an Schulen mit Foto-Einverständniserklärung macht: „Wenn wir an einer Schule fotografieren, zeigen uns die Lehrer genau, wer oder was fotografiert werden darf.“ Die Gebrüder-Grimm Schule pflegt diese Praxis schon seit Jahren. „Wir lassen uns immer die Unterschrift von Eltern für Fotos geben. Datenschutz sollte man immer ernst nehmen“, erzählt Karin Wendt, die Schulleiterin. Eine striktere Praxis führt man an der St. Marien-Schule. Hier ist das Fotografieren auf dem Schulgelände sowie im Gebäude grundsätzlich untersagt. Eine Einverständniserklärung einzuholen für einzelne Fotos oder nur das Fotografieren des einzelnen Kindes zu erlauben, hält die Schulleitung nicht für sinnvoll.

Anne Strahlen, kommissarische Schulleiterin: „Wenn ich 200 Leute in der Aula sitzen habe, kann ich nicht kontrollieren, wer gerade was fotografiert.“ Auch die Regenbogenschule in Moers-Meerfeld hat auf Elternwunsch vor ungefähr einem halben Jahr ein Verbot für Fotos eingeführt. Hier möchte man den Eltern aber weiterhin erlauben, ihr eigenes Kind zu fotografieren. „Wer beim Fotografieren gesehen wird, wird auf das Verbot aufmerksam gemacht und muss gegebenenfalls zeigen, dass wirklich nur sein eigenes Kind auf dem Bild zu sehen ist“ erklärt Schulleiterin Christina Pannen. Wer also sicher sein möchte ob fotografiert werden darf, muss sich mit der Schule in Kontakt setzen.

  • Hintergrund
    In Sachsen-Anhalt
    hatten mehrere Grundschulen ein allgemeines Fotoverbot für die Einschulung am 17. August ausgesprochen. Viele Eltern durften ihre Kinder während der Veranstaltung weder mit dem Smartphone noch mit einem Fotoapparat fotografieren. Dies löste gemischte Gefühle aus.
  • In der Grafenstadt Moers sind die Grundschulen bezüglich eines Fotoverbotes geteilter Meinung. Während einige Schulleitungen sich durch Einverständniserklärungen der Eltern absichern oder nur das Fotografieren des eigenen Kindes erlauben, untersagen andere Grundschulen das Fotografieren der Kinder komplett.

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