Kommunalpolitik

SPD Moers: Raabe will nicht mehr Bürgermeister werden

Detlef Raabe.

Detlef Raabe.

Foto: Foto: Kay Herschellmann / Kay Herschellmann

Moers.  Das ist ein Paukenschlag bei der SPD Moers: Detlef Raabe zieht seine Bewerbung um die Kandidatur für die Bürgermeisterwahl 2020 zurück.

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Paukenschlag bei der SPD: Detlef Raabe zieht seine Bewerbung um die Kandidatur für die Bürgermeisterwahl zurück. Mit dieser brandaktuellen Nachricht informierte SPD-Chef Harald Hüskes am Dienstagabend die Ortsvereinsvorsitzenden der Moerser SPD. Über seine Entscheidung hatte Detlef Raabe den Stadtverbandsvorsitzenden am Wochenende in einem längeren Gespräch informiert, berichtet die Partei am Mittwoch.

Aufgrund der aktuellen beruflichen Situation sieht der Moerser, der als Bereichsleiter bei der Bundesverwaltung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Berlin arbeitet, keine Möglichkeit, weitere Kapazitäten in die Kandidatur einzubringen, die aber - trotz einer breiten Zustimmung zu ihm - notwendig wären. „Es hat sich in den letzten Wochen gezeigt, dass parallel zur Vorbereitung des Verdi-Bundeskongresses und bundesweiten gerichtlichen Auseinandersetzungen zu Streikmaßnahmen einfach nicht die erforderliche Zeit da ist, solide kommunalpolitische Arbeit zu machen“, zitiert ihn die SPD in einer Pressemitteilung. „Da jedoch für die Überzeugungsarbeit innerhalb und außerhalb der Partei mehr Einsatz nötig wäre, als ich momentan leisten kann, musste ich diese Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt treffen, da ich ansonsten meinen eigenen Ansprüchen an eine Kandidatur nicht gerecht werden würde.“

Hüskes: „Das ist sehr schade für Moers.“

Harald Hüskes kommentiert das so: „Für mich war immer klar, dass unser Kandidat unabhängig von seinen Fähigkeiten und Verwaltungskenntnissen von einer breiten Welle der Unterstützung, auch über unsere Partei hinaus, getragen werden muss. Detlefs Einschätzung ist, dass es offen ist, ob sich eine breite Unterstützung noch rechtzeitig eingestellt hätte, die es ihm dann erlaubt hätte, offensiv nach vorne zu agieren, ohne immer wieder in den Rückspiegel schauen zu müssen – dies müssen wir akzeptieren. Ich kann seinen Entschluss – da ich auch seine Funktion und Rolle bei Verdi kenne - verstehen, dennoch ist es sehr schade für Moers!“

Respekt für alle, die sich in der Politik engagieren

Abschließend erklärte Raabe: „Ich möchte mich bei allen innerhalb der Partei – quer durch alle Ortsvereine – und außerhalb für die konstruktive, aber auch kritische Unterstützung und die Diskussionen der letzten Monate bedanken, die mir auch persönlich viel gebracht haben. In den letzten Monaten ist mir auch nochmal deutlich geworden, mit welchem Engagement und Energie in Moers Kommunalpolitik betrieben wird. Dafür zolle ich allen in der Kommunalpolitik Engagierten Respekt und fordere alle anderen Bürger*innen auf, diese Arbeit und das Engagement mehr Wert zu schätzen und zu unterstützen.“

Nach dem Rücktritt von Detlef Raabe ist bislang nur noch ein Bewerber - Michael Pela - übrig, der bei der Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr gegen Amtsinhaber Christoph Fleischhauer antreten will. Die SPD entscheidet im November über ihren Kandidaten.

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