Prozess

Tod von Krebspatienten: Bewährungsstrafe für Heilpraktiker

Seit Ende März läuft der Prozess gegen den 61-jährigen Heilpraktiker aus Krefeld.

Seit Ende März läuft der Prozess gegen den 61-jährigen Heilpraktiker aus Krefeld.

Foto: Lars Heidrich / Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Krefeld/Moers.  Ein Heilpraktiker stand am Montag wegen der fahrlässigen Tötung von drei Krebspatienten vor Gericht. Am Nachmittag fiel das Urteil.

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Ein Heilpraktiker aus Moers ist für die fahrlässige Tötung von drei Krebspatienten zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Krefelder Landgericht sprach den 61-Jährigen am Montag wegen fahrlässiger Tötung in drei Fällen schuldig. Das Gericht attestierte ihm „schwere Verletzungen der Sorgfaltspflicht“.

Seine Verteidigerin hatte zuvor einen Freispruch beantragt. Es sei nicht nachgewiesen, dass die Therapie ihres Mandanten den Tod der Patienten verursacht habe. Diese seien schwer krebskrank gewesen und hätten die klassische Chemotherapie abgelehnt. Sie hätten gewusst, dass sie sich auf eine experimentelle Therapie einließen.

Der Staatsanwalt hatte drei Jahre Haft gefordert. Der Heilpraktiker habe bei der Behandlung mit einem nicht zugelassenen Medikament, einem hochwirksamen Zellgift, „alle Pflichten missachtet“ und grob fahrlässig gehandelt.

So habe die von ihm benutzte Waage keine tausendstel Gramm messen können, obwohl es darauf angekommen sei. Dadurch habe er seinen Patienten eine bis zu sechsfache tödliche Überdosis verabreicht. (dpa)

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