Kinderarmut

Armut in Mülheim: Kinderschutzbund sammelt O-Töne

Sozialarbeiterin Elena Stannowski (vorne), Bettina Förster und Holger Stannowski bei der Aktion des Mülheimer Kinderschutzbundes im Forum.

Sozialarbeiterin Elena Stannowski (vorne), Bettina Förster und Holger Stannowski bei der Aktion des Mülheimer Kinderschutzbundes im Forum.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Der Kinderschutzbund Mülheim ist in der Stadt unterwegs. Gesucht werden Leute, die ihre Meinung zur Kinderarmut sagen - vor laufender Kamera.

Ein Team des Kinderschutzbundes hat sich in dieser Woche einen Nachmittag lang im Forum niedergelassen. In einem leerstehenden Ladenlokal sollte gesammelt werden - nicht Spenden, wie manche Passanten wohl vermutet haben, sondern O-Töne zum Thema Kinderarmut.

„Wir wollen, dass die Betroffenen selber zu Wort kommen“, sagt Sozialarbeiterin Elena Stannowski, die das Projekt auf die Beine gestellt hat. „Kinder, Jugendliche oder Elternteile, sie sind Experten in eigener Sache.“ Sie sollen einen Satz vervollständigen: „Kinderarmut in unserer Stadt ist...“, sollen auch sagen, was sich ändern müsste, um die Lage zu verbessern.

Betroffene als Experten in eigener Sache

Stannowski und ihre Mitstreiter tragen gelbe T-Shirts mit Prints auf der Brust: „Deine Meinung ist gefragt!“ Sie haben auch eine Kamera dabei, denn die Teilnehmer sollen bei ihrem Statement gefilmt werden. Ein Video ist geplant, das der Kinderschutzbund auf verschiedenen Internetplattformen veröffentlichen will. „So werden Politiker und Fachleute über Bedürfnisse informiert und können Dinge verändern.“

So weit die Theorie, hinter der auch die „Aktion Mensch“ steht, die das Projekt finanziell fördert. Nur: Die Mülheimer halten sich sehr zurück. Im Forum hätten sie binnen drei Stunden zwar „viele gute Gespräche“ geführt, berichtet Stannowski, leider wollte sich niemand vor der Kamera äußern. Einige Stimmen wurden immerhin schon am Weltkindertag aufgenommen.

Kinderarmut spielt in der alltäglichen Beratung eine große Rolle

Der Kinderschutzbund will trotz schwacher Resonanz dranbleiben am Thema. In ihrer alltäglichen Beratungsarbeit spiele Armut eine große Rolle, berichtet die Sozialarbeiterin: „Ein Problem ist vor allem bezahlbarer Wohnraum für Familien. Viele Elternteile haben aber auch Schwierigkeiten mit Behördengängen, wenn es darum geht, Gelder zu beantragen.“ Damit wenden sie sich nicht selten an den Kinderschutzbund.

Die Videoaktion soll nun in der Form weiterlaufen, dass Träger angesprochen und Einrichtungen in Mülheim besucht werden. Wer seine persönliche Meinung loswerden möchte, kann einen Termin vereinbaren unter stannowski@kinderschutzbund-mh.de. Infos gibt es auch auf der Homepage des Mülheimer Kinderschutzbundes: kinderschutzbund-mh.de.

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