Trickbetrug

Betrug: Wieder Anrufe von falschen Polizisten in Mülheim

Wieder gab es in Mülheim Anrufe von falschen Polizisten – eine 85-Jährige Seniorin handelte zum Glück entschlossen genug.

Wieder gab es in Mülheim Anrufe von falschen Polizisten – eine 85-Jährige Seniorin handelte zum Glück entschlossen genug.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Wieder gaben sich Trickbetrüger am Telefon als falsche Polizisten aus. Eine 85-jährige Mülheimerin fiel zum Glück nicht auf die Masche herein.

Schon wieder ist es passiert – doch man kann gar nicht oft genug warnen: Falsche Polizisten haben versucht, eine Seniorin am Telefon zu betrügen. Wohlgemerkt: Es blieb bei dem Versuch. Denn die Seniorin, die sich mit ihrem Erlebnis nun an die Redaktion gewandt hat, war entschlossen genug, um nicht auf die Betrugsmasche hereinzufallen.

„Ich habe eigentlich von Anfang an gedacht, dass es eine Finte ist“, berichtet die 85-Jährige am Tag danach. Sie habe am Abend „gemütlich auf der Couch gesessen und einen Krimi gesehen“. Gegen 21.30 Uhr dann klingelte das Telefon.

Falscher Polizeibeamter erzählt Mülheimer Seniorin Lügengeschichte am Telefon

Die Stimme am anderen Ende der Leitung gab sich als Polizeibeamter aus – und erzählte der alten Dame eine Lügengeschichte: „In meiner näheren Nachbarschaft sollen drei maskierte Männer eingebrochen sein und etwas gestohlen haben“, berichtet die Seniorin. Angeblich habe die Polizei die Täter fassen können. Dabei soll sie einen Zettel gefunden haben – mit dem vollständigen Namen und der Adresse der 85-Jährigen.

Was die Person am Telefon eigentlich geplant hatte, weiß die Mülheimerin nicht. Sie legte zum Glück rechtzeitig auf. Und doch: „In diesem Moment habe ich gleich panische Angst bekommen“, berichtet sie. Sie bat eine Nachbarin daraufhin, den weiteren Abend mit ihr zu verbringen. Am Tag danach ist sie noch immer aufgebracht.

„Die Polizei ruft niemals an und fragt nach Bargeld oder Wertgegenständen“

Dass es vielen älteren Menschen in diesen Tagen so ergeht wie der 85-Jährigen, kann die Pressesprecherin der Polizei, Judith Herold, nur bestätigen. „Der Betrug durch falsche Polizeibeamte liegt tatsächlich immer noch auf Platz eins.“

Judith Herold betont: „Die Polizei ruft niemals an und fragt nach Bargeld, Wertgegenständen oder Kontodaten.“ Die Sprecherin weiß: „Die Täter gehen oftmals sehr professionell vor, so dass ihr Anliegen sehr glaubhaft wirken kann.“ Sie berichtet auch von Fällen, bei denen ganze Straßenzüge abtelefoniert wurden. Und davon, dass häufig die Menschen angerufen würden, die ältere deutsche Vornamen hätten. Quelle sei in den meisten Fällen das Telefonbuch.

Die Polizei rät: Sofort auflegen und die 110 wählen

Wichtig ist: Betroffene, so wie die 85-jährige Mülheimerin, sollten sofort auflegen und direkt die 110 wählen, um das Erlebte zu melden. Nicht nur aus Eigenschutz – „das gibt uns auch wichtige Ermittlungsansätze“, so Judith Herold.

„Es hilft nur, darüber zu reden, mit der Familie, den Nachbarn oder Freunden“, gibt Judith Herold den Rat an alle Betroffenen. Das Dunkelfeld gerade bei dieser Betrugsmasche sei hoch, nicht alle Fälle würden auch gemeldet. Erst recht nicht, wenn die alten Menschen um größere Summen betrogen wurden.

Obwohl die 85-Jährige am Tag nach dem betrügerischen Anruf noch aufgeregt ist, sagt sie aber auch: „Ich bin richtig stolz auf mich, dass ich so reagiert habe.“ Judith Herold stimmt zu: „Die Dame hat absolut richtig gehandelt.“

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