Gericht

Bewährungsstrafe für Mülheimer Paar nach Steuerhinterziehung

Zu einer Bewährungsstrafe ist ein Mülheimer Ehepaar wegen Steuerhinterziehung verurteil worden.

Zu einer Bewährungsstrafe ist ein Mülheimer Ehepaar wegen Steuerhinterziehung verurteil worden.

Foto: Kurt Michelis

Mülheim.  Ein Mülheimer Ehepaar sollte Steuern in Höhe von 1,2 Millionen Euro hinterzogen haben. Das Gericht ging nun doch von einer niedrigeren Summe aus.

Für ein Ehepaar aus Mülheim, das sich wegen Steuerhinterziehung und Vorenthalts von Sozialabgaben vor dem Landgericht Duisburg verantworten musste, standen am Ende eines mehrtägigen Strafprozesses am Mittwoch milde Strafen: Der 50-jährige Angeklagte und seine 47-jährige Frau wurden zu jeweils einem Jahr und zehn Monaten Haft verurteilt, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Weit gehende Geständnisse am ersten Verhandlungstag

Die Anklage hatte dem Paar vorgeworfen, als Verantwortliche eines in Mülheim ansässigen Unternehmens, das als Subunternehmer für einen großen Paketdienst tätig war, rund 1,2 Millionen Steuern und Sozialabgaben hinterzogen zu haben. Das Urteil ging allerdings von einer weitaus geringeren Schadensumme aus, die nur noch bei etwa einer halben Million Euro lag.

Die Eheleute hatten bereits am ersten Verhandlungstag weit gehende Geständnisse abgelegt. Sie räumten ein, zwischen 2009 und 2012 in erheblichem Umfang Umsatzsteuer hinterzogen zu haben. Zudem wurde ein Teil des Arbeitseinsatzes von zeitweise bis zu 68 Mitarbeitern schwarz bezahlt. Gegenüber den Sozialkassen wurden als Einkommen der Beschäftigten deutlich geringere Beträge angegeben. Damit der Schwindel nicht aufflog, war die Buchhaltung der Firma kräftig manipuliert worden.

Ehepaar hat großen Teil des Schadens wieder gut gemacht

Neben dem Geständnis kam den bislang unbescholtenen Angeklagten zu Gute, dass sie einen großen Teil des Schadens bereits wieder gut gemacht haben. Dafür wurden ein Einfamilienhaus und eine Lebensversicherung verkauft. Unmittelbar vor Beginn des Prozesses hatte das Paar noch einmal 11.000 Euro zusammengekratzt, um die Schulden bei Fiskus und Sozialkassen zu verringern.

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