Schwimmbäder

Chef der Mülheimer Schwimmbäder: „Uns fehlt Personal“

Mona Neubaur (2.v.r), Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, besucht  auf ihrer Bädertour das Hallenbad Süd in Mülheim. Dort spricht sie mit Kathrin Rose (v.l., Kreisverband der Grünen), Bad-Betriebsleiter Andreas Wildoer, DLRG-Bezirksleiterin Frauke Jerabeck und Claus Kampermann (stellvertretender DLRG Bezirksleiter) über die örtlichen Gegebenheiten.

Mona Neubaur (2.v.r), Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, besucht auf ihrer Bädertour das Hallenbad Süd in Mülheim. Dort spricht sie mit Kathrin Rose (v.l., Kreisverband der Grünen), Bad-Betriebsleiter Andreas Wildoer, DLRG-Bezirksleiterin Frauke Jerabeck und Claus Kampermann (stellvertretender DLRG Bezirksleiter) über die örtlichen Gegebenheiten.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Mona Neubaur, Landesvorsitzende der Grünen, ist auf Schwimmbad-Tour durch NRW. Auch in Mülheim macht sie sich ein Bild von der Situation vor Ort.

60 Prozent der Zehnjährigen in NRW können nicht schwimmen. Mit diesem Ergebnis einer Forsa-Umfrage für die DLRG ist Mona Neubaur momentan auf Schwimmbad-Tour durch NRW und schaut sich in verschiedenen Städten die Zustände der Bäder an.

Ein Grund dafür, dass immer weniger Kinder schwimmen können, sieht Neubaur vor allem in den fehlenden Bädern. „Dadurch sind die Wasserzeiten sehr begrenzt“, so die Landesvorsitzende der Grünen. Viele Kinder würden deshalb auf der Strecke bleiben, weil Vereine und Schulen nicht genug Zeit in den Schwimmbädern verbringen können.

Mülheimer Bäder werden von der SWiMH GmbH betrieben

Bei ihrer Tour durch NRW macht sie in dieser Woche auch Halt im Mülheim. Mit Vertretern der DLRG und Andreas Wildoer, Chef der Mülheimer Bäder, schaut sie sich am Dienstag das Hallenbad Süd an. „Das Besondere an den Bädern in Mülheim ist, dass sie von fünf Trägervereinen betrieben werden“, erklärt Wildoer. Die SWiMH GmbH betreibt in Mülheim seit fünf Jahren das Süd-, das Nord-, das Remberg- und das Friedrich-Wennmann-Bad und ist somit unter anderem für das Personal und die Technik zuständig. Die Finanzierung liegt weiterhin in städtischer Hand.

Dieses Modell sei einzigartig, deshalb habe sich Neubaur auch für Mülheim als Station ihrer Tour entschieden, erklärt Claus Kampermann, stellvertretender DLRG Bezirksleiter. Die Herausforderung bei dieser Art des Betriebes sei es, genügend Personal für die Schwimmbäder zu akquirieren, so Wildoer. „Wir haben momentan 34 Mitarbeiter – allerdings sind davon 16 nur Teilzeitkräfte.“

Zahl der Hausverbote gestiegen

Das Bild des Schwimmwartes habe in der Öffentlichkeit gelitten. „Viele sehen uns ja nur am Beckenrand. Wie viel mehr Arbeit dahinter steckt, das sehen die meisten Menschen nicht.“ Dass der Job in den letzten Jahren härter geworden sei, ist Wildoer bewusst. Gerade im Sommer habe man immer mehr mit aggressiven Gästen zu tun. „Die Zahl unserer Hausverbote ist in den letzten Jahren drastisch gestiegen.“

Für Deeskalationstrainings fehlte bisher immer die Zeit, da das Personal nicht für so etwas abgezogen werden konnte, erklärt Wildoer auf Nachfrage von Neubaur. „Wenn alles gut läuft, können wir aber im Oktober zum ersten Mal so ein Training anbieten.“

Für die Landesvorsitzende der Grünen ist das Thema Personal eine Herzensangelegenheit: „Dieser Beruf muss wieder mehr wertgeschätzt werden.“ Denn so wichtig wie neue Bäder und Wasserflächen sind auch die Aufsichtspersonen. Schwimmen sollte mehr in der Gesellschaft diskutiert werden, so Neubaur. „Schwimmen ist genauso wichtig wie Lesen und Schreiben.“

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