Mölmsche Woche

Corona-Krise in Mülheim: Zeit für Solidarität und Wir-Gefühl

Ein Kommentar von Mirco Stodollick zur Corona-Krise

Ein Kommentar von Mirco Stodollick zur Corona-Krise

Foto: Ilja Höpping

Mülheim.  Mülheim wird nicht mehr das Mülheim sein, das es vor dem Coronavirus war. Ein Plädoyer auf das Miteinander, auf Solidarität und Menschlichkeit.

Mülheim ist nicht mehr Mülheim. Mülheim wird nicht mehr das Mülheim sein, das es vor dem Coronavirus war. Das, was wir aktuell erleben, durchleben müssen, zeitigt riesige Wunden. Arbeitsplätze werden verloren gehen, Existenzen zerbrechen. Mit welch großer Wucht das gesellschaftliche Leben zum Erliegen gekommen ist, ist einzigartig in der Nachkriegsgeschichte. Was übrig bleibt von dem Mülheim, das wir lieben, ist ungewiss. Der kleine Bäcker, die Kneipe im Viertel, Einzelhändler, Kultur- und soziale Einrichtungen und, und und – vieles steht bedenklich nah am Abgrund.

In der Corona-Krise: Solidarität, Menschlichkeit, ein „Wir“

Insbesondere jetzt angezeigt: Solidarität, Menschlichkeit, ein „Wir“. Mülheimer beweisen dieser Tage mit vielerlei Initiativen, dass sie diese Werte schnell und beherzt mit Leben füllen können. Seien wir aber doch ehrlich: Viele von uns besinnen sich erst jetzt in Krisenzeit darauf, dass das egozentrische Streben nach immer mehr und dem eigenen Vorteil, das die Wirtschaftstheorie in seiner Summe zum Glück der Allgemeinheit verklärt, in der gesellschaftlichen Praxis mit eben solchen missachteten Nebenbedingungen wie der Corona-Krise zum Scheitern verurteilt ist.

Man muss sich das nur mal, ganz plastisch, an der aktuellen Klopapier-Krise vor Augen führen. Der älteren Nachbarin den Einkauf miterledigen, sich um die eigenen Lieben bemühen wie um die, die durch die Beschränkungen des öffentlichen Lebens am härtesten getroffen sind... All dies hat einen gesellschaftlichen Wert, der durch nichts zu überbieten ist.

Mülheim: Corona-Krise mit Herz angehen

Wenn wir die Krise in diesem Sinne beherzt, eben mit Herz, angehen, werden wir am Ende sehen, dass es sich gelohnt haben wird für das Miteinander. All den Bestrebungen, insbesondere der Rechtspopulisten wie -extremisten, uns auseinanderzubringen, gilt es gerade in Krisenzeiten zu widerstehen. Wenn wir uns auf die wesentlichen Werte unserer Gesellschaft besinnen, werden wir unser Mülheim solidarisch durch die Krise bringen.

Am Ende darf dann gerne, nein: muss die Frage stehen, warum wir als Gesellschaft eigentlich denjenigen, die uns mit all ihrer Kraft durch die Krise helfen, bislang so wenig Wertschätzung entgegengebracht haben. Ob nun den Pflegekräften, den Verkäuferinnen, den Feuerwehrleuten oder anderen, die unter miesen Arbeitsbedingungen und bei miesem Lohn das tun, was nun als „systemrelevant“ erkannt ist.

Liebe Leser: Bleiben Sie gesund! Seien Sie solidarisch!

Ich möchte an dieser Stelle enden mit einem Dank an mein Redaktionsteam, an unsere freien Mitarbeiter, an unseren Praktikanten. Sie alle haben in den vergangenen Tagen im Homeoffice mal wieder unter Beweis gestellt, dass ein starkes Team jede noch so große Herausforderung meistern kann. Weil ein journalistisches Ideal nicht der Stechuhr folgt, sondern der Nachrichtenlage. Ihr seid tolle Kollegen!

Ich freue mich auf den Tag X, wenn wir wieder alle zusammen im Mülheimer Medienhaus wirken und darüber diskutieren, welches Thema die Leser aktuell wohl am meisten interessieren dürfte. Und ich hoffe, dass das Wort „Corona“ dabei dann möglichst schnell nicht mehr fällt. Liebe Leserinnen und Leser: Bleiben Sie gesund! Seien Sie solidarisch! Zeigen Sie Herz!

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