Coronavirus

Corona in Mülheim: Aldi und Co. erwarten Ansturm zu Ostern

Raumhohe Wände aus Kunststofffolien trennen die einzelnen Kundenströme an den Kassen im Edeka-Markt Paschmann an der Mannesmannallee. Vor Ostern rechnen die Mülheimer Lebensmittelhändler mit einem großen Kundenansturm. Auch Aldi. und Co. rüsten sich für die kommenden Tage.

Raumhohe Wände aus Kunststofffolien trennen die einzelnen Kundenströme an den Kassen im Edeka-Markt Paschmann an der Mannesmannallee. Vor Ostern rechnen die Mülheimer Lebensmittelhändler mit einem großen Kundenansturm. Auch Aldi. und Co. rüsten sich für die kommenden Tage.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Hamstereinkäufe sind nicht mehr die große Sorge. Aldi und Co. wappnen sich aufgrund der Corona-Beschränkungen für die Ostereinkäufe in Mülheim.

Der Einkauf vor den Weihnachts- oder Ostertagen – jedes Jahr ein Belastungstest für Händler wie Kunden. Vor den Osterfeiertagen 2020 ist die Lage durch Corona dennoch außergewöhnlich. Mülheims Händler rüsten sich – und richten ihre Worte auch an die Vernunft der Kunden.

Wer sich erst Gründonnerstag oder Ostersamstag für das lange Wochenende mit Lebensmitteln und Co. eindecken will, muss sich wohl auf lange Warteschlangen vor den Märkten einrichten. Beispiel Rewe Geisler an der Heidestraße in Styrum. „Wir werden vor Ostern mit Einlasskontrollen arbeiten“, sagt Inhaber Patrick Geisler. Ohne werde es nicht gehen, da gewährleistet bleiben soll, dass sich nicht mehr als 50, 60 Kunden gleichzeitig im Supermarkt aufhalten.

Corona: Zahl der Einkaufswagen regelt den Marktzutritt

Die Einkaufswagen sind quasi zur Eintrittskarte in den Mülheimer Markt mutiert. Ihre Stückzahl hat Geisler begrenzen lassen. Auch hat er eine Kasse schließen lassen, weil die Kunden sich dort sonst zu nahe gekommen wären. Mit Blick auf Ostern habe er auch Plakate aufhängen lassen, mit der Bitte an die Kunden, möglichst nicht erst auf den letzten Drücker einzukaufen.

Es würde ja schon helfen, so Geisler, wenn Kunden an Gründonnerstag oder Karsamstag nur noch zum Markt kämen, um sich mit Frischeprodukten einzudecken – und alles andere schon im Vorfeld eingekauft hätten. Das verkürze an den kritischen Tagen die Verweildauer der Kunden im Markt.

„Ich muss nicht als ganze Familie kommen“

Die meisten Kunden reagieren laut Geisler verständnisvoll, nur wenige brächten kein Verständnis auf dafür, dass einige Artikel in der Corona-Krise mal nicht vorrätig sein. Da ist das Thema mal wieder beim Toilettenpapier. Wegen der Lieferengpässe bezieht der Styrumer Markt nun auch Papier über Großhändler. Die Preise seien angezogen, beim Toilettenpapier sei die Gewinnspanne mittlerweile „gleich null“, so Geisler.

Geisler und sein Kollege Kai Scholand vom Rewe-Markt an der Essener Straße werden nicht müde zu appellieren, dass Kunden sich Gedanken machen darüber, wie sie ihre Einkäufe so organisieren können, dass die Corona-Ansteckungsgefahren so gering wie möglich gehalten werden. Dass eine Alleinerziehende mit Kleinkind zusammen einkaufen muss, sei ja nachvollziehbar. „Ich muss aber nicht als ganze Familie kommen.“

Menschen aus der Risikogruppe lassen sich Einkauf nicht abnehmen

„Ich muss keine zwölf- und 14-jährigen Kinder mit zum Einkaufen nehmen“, sagt Geisler. „Kommen Sie bitte alleine!“ So lautet der Appell von Kai Scholand. Er beobachtet, „dass gerade auch Ältere häufig zu zweit kommen“. Obwohl in der Stadt viele Einkaufshilfen für Menschen aus der Risikogruppe angeboten werden, auch Nachbarn, Bekannte und Verwandte ihnen die Einkaufe abnehmen würden, gehen viele weiter auf eigene Faust ihre Besorgungen machen.

Scholand sieht die Lage ansonsten aber beruhigt. Der Schock der vergangenen Wochen habe nachgelassen, Kunden hätten ihre Hamsterkäufe eingestellt. „Es wird niemand verhungern“, sagt Scholand mit Blick darauf, dass mittlerweile auch wieder Mehl und Hefe zu haben seien, einzig beim Toilettenpapier gebe es noch Lücken. Was die Auflagen betrifft, sieht sich Scholand gut aufgestellt, das hätten ihm auch Vertreter des Ordnungsamtes gespiegelt. Der allergrößte Teil der Kunden akzeptiere das auch klaglos.

Discounter Aldi und Co. öffnen ihre Märkte früher

Anders als etwa Wettbewerber Lidl reagiert die Mülheimer Zentrale von Aldi Süd auf das bevorstehende Osterwochenende mit einer Ausweitung der Öffnungszeiten: Am Gründonnerstag und am Karsamstag öffnen die Filialen flächendeckend bereits um 7 Uhr.

Verstärkt bittet Aldi Kunden aktuell auch darum, „maximal zu zweit und vor allem zügig einzukaufen“, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. Kunden seien zudem aufgerufen, ihre Ostereinkäufe möglichst nicht auf den letzten Drücker zu tätigen, so Aldi im Einklang mit allen Discountern und sonstigen Lebensmittel-Händlern. Versorgungsengpässe sieht auch Aldi Süd nicht.

Ebenso verhält es sich bei Netto, auch wenn es dort heißt, dass Toilettenpapier, Hefe oder Tomatenmark weiter Mangelware seien. In dieser Woche sind die Netto-Filialen bereits ab 6.30 Uhr geöffnet, „um die verstärkte Kundennachfrage zu den Ostertagen zu entzerren“. An den Osterfeiertagen bleiben die Märkte zu. Das, so eine Netto-Sprecherin, wolle man seinen Mitarbeitern nicht anders zumuten: „Bereits aktuell sind viele Kolleginnen und Kollegen aufgrund der verstärkten Nachfrage an den Grenzen ihrer Belastbarkeit.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben