Aufruf

Corona: Mülheimer Heilpraktiker meldet sich als Helfer

Walter Euler arbeitet als Heilpraktiker und betreibt seit 15 Jahren eine eigene Praxis in Broich. Nun hat er sich in der Corona-Krise als freiwilliger medizinischer Helfer bei der Stadt Mülheim gemeldet. 

Walter Euler arbeitet als Heilpraktiker und betreibt seit 15 Jahren eine eigene Praxis in Broich. Nun hat er sich in der Corona-Krise als freiwilliger medizinischer Helfer bei der Stadt Mülheim gemeldet. 

Foto: Herbert Höltgen / FUNKE Foto Services

Mülheim  Walter Euler ist Heilpraktiker und betreibt eine Praxis in Broich. Bei der Stadt hat er sich als freiwilliger medizinischer Helfer gemeldet.

Die Stadt sucht aktuell Bürger mit medizinischen, rettungsdienstlichen oder pflegerischen Fachkenntnissen, die in den Krankenhäusern helfen könnten, falls die Corona-Krise weiter eskalieren sollte. Walter Euler hat sich auf diesen Aufruf gemeldet. Der 73-Jährige arbeitet als Heilpraktiker und betreibt eine eigene Praxis an der Grabenstraße in Broich. Hier erklärt er, warum er freiwillig helfen möchte.

Welche medizinischen Kenntnisse haben Sie?

Ursprünglich bin ich von Beruf Diplom-Betriebswirt, habe aber als Spätberufener eine Ausbildung zum Heilpraktiker absolviert. Diese beinhaltet vor allem schulmedizinische Inhalte, die Alternativmedizin kommt noch oben drauf. 14 Jahre lang habe ich zudem Schulmedizin an einer Berufsschule für Krankenschwestern und -pfleger unterrichtet.

Was hat Sie dazu bewegt, sich als freiwilliger Helfer zu melden?

Als ich in den Nachrichten gesehen habe, dass nun auch ältere Ärzte im Ruhestand gesucht werden, habe ich mich angesprochen gefühlt. Wofür habe ich schließlich die Ausbildung gemacht? Um anderen Menschen in Not zu helfen.

Was kommt nun auf Sie zu?

Die Stadt wird sich bei mir melden, wenn Bedarf besteht. Dann werde ich vermutlich zusammen mit den anderen Helfern auf Krankenhaus-Stationen zum Einsatz kommen, um das Stammpersonal zu entlasten. Dort werde ich alles tun, was auch die Krankenschwestern und Pfleger machen: Blut entnehmen, Spritzen setzen, Blutdruck oder Fieber messen - natürlich immer auf Anweisung eines Arztes. Aber auch Bettpfannen leeren oder einfach Gespräche mit den Patienten führen. Viele von ihnen sind ja in der Krise ziemlich isoliert. Ich würde mir wünschen, dass wir Freiwilligen in einem Kurs vorbereitet werden, um die medizinischen Geräte kennenzulernen, mit denen wir dann arbeiten werden. Das wäre für uns sicher sehr hilfreich.

"Spontanhelfer", die sich freiwillig engagieren möchten, können sich online registrieren: spontanhelfer@muelheim-ruhr.de.

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