Sinfoniekonzerte

Grandiose Saisoneröffnung in der Mülheimer Stadthalle

Die Pianistin Anna Vinnitskaya, hier beim 2. Philharmonischen Konzert, erwies sich auch in der Mülheimer Stadthalle als hochkarätige, poetische Klangkünstlerin.

Die Pianistin Anna Vinnitskaya, hier beim 2. Philharmonischen Konzert, erwies sich auch in der Mülheimer Stadthalle als hochkarätige, poetische Klangkünstlerin.

Foto: Marie La Forge

Mülheim.  Jubel um Anna Vinnitskaya, Ariane Matiakh und die Duisburger Philharmoniker in der Stadthalle: Die Eröffnung der Sinfoniekonzerte war ein Erfolg.

Die Ankündigung des Eröffnungskonzertes der Sinfoniekonzerte schien auf den ersten Blick zunächst mal nichts Aufregendes zu versprechen: Mit Brahms` 2. Klavierkonzert und Schumanns 4. Sinfonie standen zwei altbewährte „Schlachtrösser“ des Repertoires auf dem Programm. Wie aber die Dirigentin Ariana Matiakh und die Duisburger Philharmoniker diese „aufzäumten“, konnte das Gefühl vermitteln, das ohnehin hervorragende Orchester selten so gehört zu haben.

Aus romantischer Melodik wurde eine intensive Klangrede

Atmende, plastisch ausformulierte Phrasierung machte aus der romantischen Melodik eine intensive Klangrede, deren explosive Höhepunkte sich aus der Entwicklung der Substanz natürlich ergaben, nicht als aufgesetzte Effekte. Mit beschwörender Intensität, stellenweise auch mit heftigem gestischen Einsatz, gelang es Ariane Matiakh, aus den Werken lebendige, expressive Organismen zu formen.

Wenn das überhaupt noch hier und da zu übertreffen war, dann gelang das der Pianistin Anna Vinnitskaya. In den lyrischen Partien des Brahms-Konzertes erwies sie sich als hochkarätige, poetische Klangkünstlerin, z.B. im Wechselspiel mit dem herrlich singenden Cello-Solo im langsamen Satz. Atemberaubend, wie sie die „pianistischen Perversionen“(Alfred Brendel) meisterte: Nicht als vordergründige „Prunksucht am Klavier“, sondern als Ausbruch vulkanischer Energien.

Erhöhung der Abo-Zahlen: 750 Plätze in festen Händen

Wenn das Niveau dieses Eröffnungskonzertes einen Vorgeschmack gab auf das Kommende, dann erwartet uns noch Großes. Das scheint auch das Mülheimer Publikum so zu sehen. Eine signifikante Erhöhung der Abo-Zahlen hat bewirkt, dass ca. 750 Plätze in festen Händen sind. Wer noch dazwischen kommen möchte, sollte sich beeilen.

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