Seniorenheim

Haus auf dem Bruch in Mülheim soll neue Maßstäbe setzen

Hell, einladend, modern: So sieht das neue Haus auf dem Bruch aus.

Hell, einladend, modern: So sieht das neue Haus auf dem Bruch aus.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Für 14,5 Millionen Euro wurde das Haus auf dem Bruch in Mülheim einer Radikalkur unterzogen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Dreieinhalb Jahre hat er gedauert, 14,5 Millionen Euro gekostet: der Umbau der Senioreneinrichtung Haus auf dem Bruch in Dümpten. Am Samstag wurde das neue Haus offiziell eingeweiht. Nach dem bereits sanierten Haus Kuhlendahl befindet sich jetzt nur noch eine Mülheimer Einrichtung im Bau.

Hell, einladend und modern kommt der neue Komplex in Dümpten daher. „Dieses Wohlfühlgefühl konnte das alte Gebäude nicht mehr gewährleisten“, meinte auch Oberbürgermeister Ulrich Scholten bei seiner Eröffnungsrede.

130 Bewohner leben überwiegend in Einzelzimmern

130 Bewohner leben jetzt im Haus auf dem Bruch. 95 Prozent davon in Einzelzimmern. Genau das machte die Radikalkur des 1980 und 1987 errichteten Gebäudes notwendig. Denn vorher lebte der Großteil in Doppelzimmern ohne eigenes Bad. Im fünfgeschossigen Neubau sind nun allein 47 Einzelzimmer à 16 Quadratmetern mit Bad entstanden. Außerdem ist dort die Verwaltung und die Zentralküche für alle drei städtischen Altenheime untergebracht.

Bei laufendem Betrieb wurde danach auch der Altbau saniert. Auf jeder Etage gibt es fortan nur noch ein Doppelzimmer. „Wir mussten viel Lärm ertragen und mehrere Umzüge absolvieren“, verriet Hannelore Hardenberg, die Vorsitzende des Bewohnerbeirats. Mittlerweile sind die Senioren aber glücklich über ihr runderneuertes Zuhause.

Nervenaufreibendes Großprojekt

„In Bezug auf Pflege setzt das Haus neue Maßstäbe“, findet Sascha Jurczyk, Aufsichtsratsvorsitzender der Mülheimer Seniorendienste. Die Bewohner wurden ebenso wie die 110 Mitarbeiter in den Entstehungsprozess mit eingebunden. Wie groß müssen die Badezimmer sein? Wo genau müssen Griffe installiert werden? Die Erkenntnisse würden auch in den Umbau des Hauses Gracht miteinfließen. Jurczyk gründete im Aufsichtsrat eigens einen dreiköpfigen Bauausschuss. „Das Projekt war nervenaufreibend, vor allem weil wir immer wieder die gesamte Hauslogistik umstellen mussten“, erklärt Alexander Keppers, Geschäftsführer der Seniorendienste. Nun sei die Dümptener Einrichtung „fit für die nächsten 30 Jahre“.

Weiter geht es seit diesem Frühjahr am größten städtischen Seniorenheim, dem Haus Gracht. Dort wurde das kleine Funktionsgebäude bereits abgerissen. Im Gegensatz zum Auf dem Bruch wird es für die Bewohner nur einen Umzug geben. Nämlich dann, wenn der neue Trakt mit 109 Zimmern fertiggestellt ist. Das bisherige Hauptgebäude wird dann komplett leergezogen und kernsaniert. Der etwas kleinere Altbau auf der anderen Seite wird zum Schluss ebenfalls leergezogen. Über seine Nutzung wurde noch nicht endgültig entschieden. Keppers kann sich Tagespflege oder betreutes Wohnen vorstellen. Bis 2023 soll das 18,5-Millionen-Projekt fertig sein.

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