Wohnungsbau

In sieben Monaten ziehen erste Mieter im Mülheim-Dümpten ein

In den Pfützen des Innenhofes spiegeln sich die Fassaden der neuen Wohnungen. Dämmplatten für die Decke der Tiefgarage wirft ein Handwerker durch den Lüftungsschacht. Später wächst dort Rasen.

In den Pfützen des Innenhofes spiegeln sich die Fassaden der neuen Wohnungen. Dämmplatten für die Decke der Tiefgarage wirft ein Handwerker durch den Lüftungsschacht. Später wächst dort Rasen.

Foto: Tamara Ramos / FUNKE Foto Services

Mülheim.  SWB-Quartier „Dümpten 23“ in Mülheim ist im April fertig. Tiefgarage, grüner Innenhof, Mietergärten und Terrassen verschönern die Nachbarschaft.

Große Pfützen, Erdhaufen, Bagger und Bauleute beherrschen noch den Innenhof des neuen Quartiers „Dümpten 23“. Im Karree Hermann-Holt-, Oberheid-, Frintroper Straße und Anne-Frank-Platz hat die SWB (Service- Wohnungsvermietungs- und -baugesellschaft) mehr als 60 Jahre alte Häuser abgerissen. Auf dem Gelände entstehen gerade eine Tiefgarage und 84 Mietwohnungen mit 6260 Quadratmetern Wohnfläche. Auch sieben Reihenhäuser, die bereits verkauft sind, gehören dazu. 24 Millionen Euro kostet das Projekt. Im April 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen und die Bewohner eingezogen sein.

Diagonale Sichtachse durch den Hof

An der Oberheidstraße sehen Fußgänger und Autofahrer hinter den Gerüsten die Fassaden der Neubauten wachsen. An der nächsten Ecke bietet sich bereits ein anderes Bild: Klar gegliederte Fassaden in Weiß, abgesetzt mit Brauntönen. Die Fenster sind großflächig. Geräumige Loggien bilden die Ecken der Häuser.

Von der Frintroper Straße aus öffnet sich eine breite Sichtachse in das neue Quartier. „Diese Diagonale verbindet alle Wohnungen, die Fahrradabstellfläche, den Spielplatz und den Eingang zur Tiefgarage“, beschreibt Christopherus Meskath, Teamleiter Architektur bei der SWB. In einigen Monaten werde dieser Weg gestaltet sein.

Aufzüge fahren bis in die Tiefgarage

Die Mieter der Parterre-Wohnungen haben einen Garten. Die in der Mitte wohnen, blicken von einer Loggia auf die Grünflächen. Ganz oben sind die Wohnungen mit großzügigen Dachterrassen ausgestattet. Alle sind so angelegt, dass niemand seinen Nachbarn auf die Teller gucken kann.

Die Treppenhäuser haben breite Aufgänge und „einen Aufzug, der von allen Etagen bis in die Tiefgarage fährt“, sagt Christopherus Meskath. Im Garagenkeller gibt es auch Stellplätze mit Ladestationen für Elektroautos und -fahrräder. Das sei bei Neubauten der SWB jetzt Standard.

Kreative Lösungen ohne rechten Winkel

Die Wohnungen sind großzügig aufgeteilt – häufig mit offenen Küchen. Was im Innenhof zu erkennen ist, setzt sich innen fort: Viele Räume haben spitze oder stumpfe Ecken. „Das gefällt nicht allen Mietern. Andere gehen damit sehr kreativ um und finden Lösungen ohne rechten Winkel“, sagt Christina Heine, Sprecherin der SWB. Die Innenwände sind hell, haben oft tiefe Fenster und Bodenbeläge mit Fliesen in Holzoptik.

Die Ein- und Ausfahrt zur Tiefgarage wird zur Oberheidstraße hin angelegt, „damit es im Innenhof ruhig bleibt“, erklärt Christopherus Meskath das Konzept. Rund herum bilden die sieben Mietgebäude sowie die Reihe der sieben Einfamilienhäuser – mit jeweils 132 Quadratmeter Wohnfläche und mehr als 200 Kaufbewerbern – eine Art „Burgmauer“. Die Gärten werden mit Hecken abgeschirmt. Die Diagonale zwischen den Häusern dient auch als Feuerwehrzufahrt.

Preisbindung wegen öffentlicher Förderung

Viele der neuen Wohnungen sind preisgebunden, weil das Land 9,3 Millionen Euro als Baudarlehn gegeben hat. Familien mit Kindern sowie Ältere und Einzelpersonen werden im neuen Quartier wohnen. Bei der Wohnungswahl hätten sich viele Senioren für eine größere Wohnung entschieden. „Sie brauchen ein Zimmer mehr für das Gästebett, wenn mal die Kinder oder Enkel zum Übernachten kommen“, sagt Christina Heine. „In der übrigen Zeit ist dort der Computer- oder Handarbeitsraum.“

Die Wohnungen kosten zwischen 5,50 und 6,30 Euro pro Quadratmeter. Es gibt auch höhere Mieten für die Einheiten ohne Preisbindung. Hinzu kommen an der Frintroper Straße drei rollstuhlgerechte Wohnungen – jeweils mit rund 64 Quadratmetern Der Dümptener Seniorenclub erhält an der Oberheidstraße ein neues Domizil. Nebenan entsteht der Quartiertreff, den die Bewohner nutzen können.

Energetischer Aufbau mit Blockheizkraftwerk

Bis es soweit ist, haben Handwerker noch viel zu tun in den Gebäuden und auf dem Hof. Dort nutzt einer den Lüftungsschacht, um Dämmplatten von den Transportpaletten in die Tiefgaragen zu befördern. „Die kommen unter die Decke“, erläutert Christopherus Meskath.

Ein Blockheizkraftwerk erzeugt die Energie für das Quartier. Damit sinke der Wärmeverbrauch, was sich dauerhaft auf die Nebenkosten auswirke. Das komplette Quartier ist energetisch aufgebaut. In den Fluren sind auf Bildschirmen alle wichtigen Informationen aus der Nachbarschaft zu lesen. Alle Wohnungen verfügen zudem über Medienverteiler.

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