Mauerfall

Jazzclub fährt zum Jahrestag des Mauerfalls nach Berlin

Die Ruhr-River Jazzband hat den Berliner Mauerfall miterlebt, v.l.: Dr. Peter De Val, Guido Pfennig, Gunter Barfuß, Claus Schneider, Dr. Claus Dieter Freymann und Manfred Mons.

Die Ruhr-River Jazzband hat den Berliner Mauerfall miterlebt, v.l.: Dr. Peter De Val, Guido Pfennig, Gunter Barfuß, Claus Schneider, Dr. Claus Dieter Freymann und Manfred Mons.

Foto: Ilja Höpping / WAZ

Mülheim.  1986 knüpften Mülheimer Jazzer den Kontakt zur DDR. Das führte dazu, dass die Ruhr-River-Jazzband am 9. November 1989 den Mauerfall erlebte.

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Für Manfred Mons, Jazzer und Mitgründer des Mülheimer Jazzclubs, weckt der 30. Jahrestag des Berliner Mauerfalls besondere Erinnerungen. Denn im November 1989 macht sich der Posaunist mit seiner jungen Ruhr-River-Jazzband auf den Weg nach Berlin, um mit der legendären Papa Binnes Jazzband zu spielen. Und so geraten die Mülheimer durch Zufall in die friedliche Revolution von 1989.

Mülheimer Jazzer knüpfen zarte Bande und ziehen kulturelle Strippen

Für Mons begann die Sache bereits am 20.10.1986. Damals schrieb die Mülheimer Jazzband an das Kulturamt Berlin Ost, um bei der 750-Jahr-Feier der Stadt Berlin aufzutreten. Doch der Auftritt gelang – nach vielen persönlichen Gesprächen mit Rundfunkmusikern und der Künstleragentur der DDR – erst im Mai 1988 in Dresden.

Auf dem internationalen Jazzfestival lernten sie allerdings auch die Jazzgrößen aus den „Ostblockländern“ kennen. Freundschaften wurden damals geschlossen, die später dabei halfen, die richtigen kulturpolitischen Strippen zu ziehen, um die Papa Binnes Jazzband aus Berlin-Ost sowie den DDR-Jazzpapst Karlheinz Drechsel noch vor der Maueröffnung nach Mülheim zu holen.

„Ein Ereignis, das wir nie vergessen werden“

Im selben Zuge sollten die Mülheimer in jenem November 1989 im „Haus der Russischen Offiziere“ in Berlin-Karlshorst auftreten. „So wurde die Ruhr-River-Jazzband Zeugin der positivsten Weltgeschichte der vergangenen 100 Jahre – ein Ereignis, das wir nie vergessen werden“, erinnert Mons.

An diesem Abend versprachen sich die Jazzer, dass sie, falls es eine Wiedervereinigung gäbe, gemeinsam auf dem Todesstreifen ein Konzert spielen würden. So geschah es ein Jahr später am 3. Oktober 1990 auf dem Todesstreifen des Potsdamer Platzes und vor dem Palast der Republik.

Aus aktuellem Anlass hat sich der Jazzclub mit der Ruhr-River-Jazzband nun erneut auf den Weg nach Berlin gemacht, um gemeinsam mit Pappa Binnes zu spielen. Mons: „Wir sind glücklich über die politischen und persönlichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte zwischen den Mülheimern und den Berliner Jazzfreunden.“

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