Kabarett

Kabarettist Pufpaff sorgt für viele Lacher in der Stadthalle

Kabarettist Sebastian Pufpaff präsentierte sein neues Programm „Wir nach“ in der Mülheimer Stadthalle.

Kabarettist Sebastian Pufpaff präsentierte sein neues Programm „Wir nach“ in der Mülheimer Stadthalle.

Foto: Simon Kieser / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Sebastian Pufpaff präsentiert in der Mülheimer Stadthalle sein neues Programm „Wir nach“ – und damit auch einen amüsanten Abend mit viel Tempo.

Wie Sebastian Pufpaff einmal gesagt haben soll, brachte ihn sein Nachname zur Comedy. Auch von hanseatischen Schwarzpulverhändlern ist bei der außergewöhnlichen familiären Namensgebung die Rede. Da der 42 Jahre alte junge Mann mit dem strengen Haarschnitt in seinen bisherigen Solo-Programmen über eine auf Anhieb erkennbare Intelligenz und über rasanten Wortwitz verfügte, ist er dann doch nicht Comedian, sondern sogar Kabarettist geworden, deren Zahl in Deutschland nach dem Tod von Dieter Hildebrandt sehr übersichtlich geworden ist.

Der auch aus den WDR-Mitternachtsspitzen und der ZDF-Show „Pufpaffs Happy Hour“ bekannte Moderator stellte jetzt seine neue Show in der Kulturgut-Reihe in der Mülheimer Stadthalle vor. Ihr Titel: „Wir nach.“ Der smarte Entertainer bescherte seinen erheiterten Gästen einen amüsanten Abend mit vielen Lachern, die aber bisweilen allzu dröhnend sind. Im Gegensatz zu vielen politisch moralisierenden Kollegen macht sich der vor Energie strotzende Sebastian Pufpaff dann lieber über die Leute und ihre Marotten lustig.

Eine gute Pointe wiegt für Pufpaff schwerer als die gründliche Recherche

Der gedankenschnelle Moderator befürwortet eine Diktatur der Satire. So wiege eine gute Pointe mehr als die gründliche Recherche. Wenn Journalisten als Lügenpresse verunglimpft werden und die Wahrheit zur Gefühlslage wird, dann sollte man nur noch einem vertrauen: „dem Kabarettisten.“

Dieser freute sich darüber, hier in Mülheim mit seinen Wasserspielen vor der Stadthalle im „Venedig des Ruhrgebietes“ gelandet zu sein. Wie er ankündigte, kommen Politiker und Parteien in seinem neuen Programm nicht vor. Außerdem sehe er jetzt alles nur noch positiv: „Ich lasse nicht mehr alles an mich ran.“

Pufpaff beleidigt alle nach Kräften, die ihm als maskulines Alphatier im Weg sind

Mit donnerndem Brachial-Humor spielt Pufpaff dann den Kritiker des politisch korrekten Milieus, landet mit viel Tempo bei Machos, Gutverdiener-Egomanen und beleidigt alle nach Kräften, die ihm als maskulines Alphatier im Wege sind. Er kann rasend komisch sein, wenn ihm bei der Grillparty von der Immobilien-Fraktion vorgeworfen wird, nicht auf Betongold zu setzen, oder wenn er seine Kinder in der Nacht schon vor der Kita abliefert, weil der Papi zum Pilates muss.

Die Rolle des egoistischen Drecksacks spielt Pufpaff nur allzu perfekt. Vor lauter verbalem Getöse wird der Kabarettist dann aber wieder zum sehr albernen Comedian, der sein Publikum allerdings gut unterhält. Viel Beifall für Sebastian Pufpaff.

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