Kommentar

Kampf um Steingrab in Mülheim: Keine Kraft für Bürokratie

Ein Kommentar von Linda Heinrichkeit zum Kampf einer Mülheimer Mutter um ein Steingrab.

Ein Kommentar von Linda Heinrichkeit zum Kampf einer Mülheimer Mutter um ein Steingrab.

Foto: WAZ

Mülheim.  Wer trauert, hat keine Kraft für Bürokratie. Die Mülheimer Friedhofssatzung sollte zügig geändert werden. Das zeigt der Fall von Jasmina Hockauf.

Wer trauert, hat keine Kraft für Bürokratie. Und es gibt wohl keine tiefer gehende, keine lähmendere Trauer als die nach dem Verlust des eigenen Kindes. Umso schwieriger ist es, zu kämpfen für das, was einem gut tut.

Jasmina Hockauf hat diesen Kampf aufgenommen, auch für andere Eltern, denen es ähnlich geht, die frei sein wollen in der Gestaltung der Grabstätten ihrer Kinder, die für viele ein Rückzugsort sind, ein Ort der Erinnerung und Zuflucht.

Steingrabumrandungen sind in Mülheim an anderer Stelle möglich

Die Mülheimer Friedhofssatzung ist Jahrzehnte alt, vermutlich ohne Bedacht wurde keine Rücksicht genommen auf das besonders emotionale und sensible Thema der Kindergrabstätten. Dass sich Angehörige von Verstorbenen überhaupt an eine 35-Paragraphen-lange Regelliste halten müssen, ist das eine. Besonders absurd wird die Satzung aber dann, wenn Steinumrandungen an anderen Stellen möglich sind – aber eben nicht bei Kinderreihengräbern.

Die Chancen stehen gut, dass sich das nun ändert. Es ist kaum vorstellbar, dass sich eine Fraktion, weder im Umweltausschuss noch im Rat, gegen die Wünsche trauernder Eltern stellt.

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