Verkehr

Kreisverkehr soll Velauer Straße in Mülheim sicherer machen

An der Kreuzung Velauer- und Gneisenaustraße soll in den kommenden fünf Jahren ein Kreisverkehr entstehen.

An der Kreuzung Velauer- und Gneisenaustraße soll in den kommenden fünf Jahren ein Kreisverkehr entstehen.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Schon lang wird ein Kreisverkehr an der Heißener Kreuzung Velauer und Gneisenaustraße debattiert. 2023 soll er kommen – doch mancher zweifelt.

Seit Jahren doktern Politik und Verkehrsplaner an dieser Kreuzung zwischen Heißen und Heimaterde herum: Schmale Fußgängerwege und eine offenbar konfliktreiche Kombination aus Ampel, Vorampel und Kurven sorgen an der Ecke Velauer und Gneisenaustraße jedoch noch immer für gefährliche Situationen. Künftig soll ein Kreisverkehr die Risiken für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer entschärfen.

Autoraser und Ampelschaltung sind problematisch für Fußgänger

Probiert hat man vieles, um die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu verbessern: Mal sollte die Zeitdifferenz zwischen Ampel und Vorampel an der Velauer Straße in Richtung Heißen um drei Sekunden erhöht werden. Denn immer wieder flitzen Autofahrer noch riskant bei Rot über die Vorampel im Bogen vor dem historischen Haus Stich. Von dort aus kann man allerdings kaum einsehen, ob nicht Fußgänger oder Radfahrer über die Straße am Restaurant gehen. Und die Ampel an dieser Stelle zeigt dann bereits grün für Fußgänger.

Doch auch die verzögerte Schaltung der Ampeln entschärft die Lage nur gering, zumal die doppelten Ampeln auch noch für mehr Lärm durch bremsende und wieder anfahrende Boliden sorgen. Nicht weniger gefährlich ist die Kreuzung auch durch den schmalen Fußweg im Bogen der Kreuzung. Dort sollten die Ampelpfosten nach Wünschen von CDU und SPD versetzt werden, um den Weg zu verbreitern. Weil die jedoch nur noch auf einem Privatgrundstück Platz gefunden hätten, für das die Stadt keine Erlaubnis bekam, blieben die Pfosten an Ort und Stelle.

Kreisverkehr soll Tempo rausnehmen und den Verkehrsfluss verbessern

Ein Kreisverkehr statt der bestehenden Ampelanlage soll künftig die verschiedenen Konflikte lösen. Seit wenigstens zwei Jahren ist er im Gespräch und doch immer wieder vertagt. Doch zum einen könnte die Stadt den schmalen Fußweg verbreitern indem sie den Mittelpunkt des Kreisverkehrs nach Norden in Richtung Gneisenaustraße setzt.

Verkehrsplaner Helmut Voss glaubt zum anderen auch, dass ein Kreisverkehr für eine geringere Geschwindigkeit an der Kreuzung sorgen würde, gleichzeitig erwartet er einen stetigeren Verkehrsfluss und somit weniger Lärm durch Bremsen und Anfahren.

CDU hat Zweifel: Reichlich Hürden sind noch zu nehmen

Bei der Mülheimer SPD-Fraktion begrüßt man die Überlegungen als schon lange überfällig: „Die komplexe Situation hat uns davon überzeugt, zum ,guten alten’ Kreisverkehr zurückzukehren“, sagt Claus Schindler, Fraktionsgeschäftsführer der SPD. Er nennt den neuen Eppinghofer Kreisel als ein gelungenes Beispiel für eine Verkehrsverbesserung und mehr Sicherheit.

Hansgeorg Schiemer (CDU) hingegen mag der baldigen Ankündigung aus mehreren Gründen noch nicht recht trauen. Erstens: „Uns liegt nicht einmal eine Bauplanung vor – und wir wissen ja: Der Teufel steckt im Detail.“ Hinzu kommt: Die Summe für die Baumaßnahme – immerhin mit rund 600.000 Euro beziffert – ist schon jetzt von ursprünglich 2021 auf den Haushalt 2023 verschoben worden.

Zweitens: Die Bausumme wurde 2017 veranschlagt und könnte sich im Zuge des noch anhaltenden Baubooms schon um 20 bis 30 Prozent erhöht haben. Ein Brocken, der für die Kommune immer schwerer zu stemmen sein wird. Drittens: Angesichts der prekären Haushaltslage hat Schiemer auch Zweifel, dass der Kreisverkehr angesichts der nicht wenigen notwendigen Baumaßnahmen eine hohe Priorität bekommen wird.

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