Innenstadt

Mülheim: Diakoniewerk eröffnet neuen Upcycling-Laden

Am Kohlenkamp in Mülheim eröffnet der neue Laden „Urban Mining“: (v.li.) Dominik Schreyer (Leiter der Upcycling-Manufaktur im Diakoniewerk) sowie die Mitarbeiter Uwe Dieter Huth und Ibrahim Güldü präsentieren einige Deko-Artikel und das Maskottchen, einen Hund aus Schrott.

Am Kohlenkamp in Mülheim eröffnet der neue Laden „Urban Mining“: (v.li.) Dominik Schreyer (Leiter der Upcycling-Manufaktur im Diakoniewerk) sowie die Mitarbeiter Uwe Dieter Huth und Ibrahim Güldü präsentieren einige Deko-Artikel und das Maskottchen, einen Hund aus Schrott.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Möbel aus Müll, made in Mülheim: Das Diakoniewerk Arbeit & Kultur eröffnet einen neuen Laden und schließt einen Leerstand in der Innenstadt.

Upcyling - das bedeutet, ausrangierte Dinge neu zu gestalten. Beim Diakoniewerk Arbeit & Kultur in Mülheim beschäftigt sich seit rund fünf Jahren eine ganze Abteilung damit. Gerade sind sie dabei, ein Geschäft für „Möbel aus Müll“ am Kohlenkamp einzurichten und zugleich einen längeren Leerstand in der Innenstadt zu schließen.

Künftig stehen dort Möbel und Einzelstücke zum Verkauf, die aus Abfall selber gefertigt wurden. Aus Materialien, die in der Großstadt in den Müll gewandert, hier aber wieder für etwas gut sind: „Urban Mining“ soll der Laden deshalb heißen. Die Produkte tragen den Markennamen als Brandzeichen.

Eröffnung in Mülheims Innenstadt am kommenden Donnerstag

Mit der Idee eines neuen Geschäftes hätten sie sich schon länger befasst, sagt Dominik Schreyer, der die Upcycling-Manufaktur des Diakoniewerks an der Aktienstraße leitet. Für das ehemalige Ladenlokal von Radio Giesbert auf der Ecke Löhberg / Wallstraße habe man sich interessiert, daraus wurde zwar nichts: „Wir sind aber auf diese Weise in Kontakt mit Citymanagerin Gesa Delija gekommen“, berichtet Schreyer.

Wenig später klinkte sich sein Team beim Pop-Up-Shop in der Innenstadt ein, stattete die wechselnden Läden mit Upcycling-Möbeln und Deko aus. Gleich gegenüber, am Kohlenkamp 45, hat das Diakoniewerk nun rund 80 qm Quadratmeter Verkaufsfläche unbefristet angemietet und in Eigenarbeit renoviert. Am Donnerstag, 5. Oktober, um 12 Uhr soll „Urban Mining“ offiziell eröffnet werden.

Laden-Betreiber unterzeichnete unbefristeten Mietvertrag

Bis dahin haben die Handwerker vom Diakoniewerk noch einiges zu tun. Die Mannschaft besteht aus Langzeitarbeitslosen, die hier zumindest zeitweise eine bezahlte Beschäftigung gefunden haben. Einer von ihnen, Ibrahim Güldü, war in der Türkei beispielsweise als Tischlermeister tätig, die Qualifikation wurde jedoch in Deutschland nicht anerkannt. Nach verschiedenen Jobs, unter anderem auf dem Bau, war der 55-Jährige zuletzt etliche Jahre arbeitslos. Beim Diakoniewerk fungiert er sozusagen als Vorarbeiter und nimmt diese Aufgabe mit großem Eifer wahr. Um den „Urban Mining“-Laden zu betreiben, sollen zwei bis drei weitere Stellen eingerichtet werden.

Erste Objekte sind auch schon angeliefert, so dass man sich ein Bild vom künftigen Sortiment machen kann. Zum Verkauf steht dort beispielsweise ein Wandtisch mit zwei Brettern aus Gerüstholz, dessen Gestänge eine besondere Geschichte hat. „Das DRK hat uns mehr als 100 Hochbetten aus ehemaligen Flüchtlingsunterkünften geschenkt“, berichtet Schreyer. Einige davon wurden in der Upcycling-Manufaktur wiederverwertet, etwa für diesen Tisch.

Hochbetten aus früheren Flüchtlingsheimen wurden recycelt

Verwendet wird auch Verpackungsholz, das bei den Mannesmann-Werken nicht mehr benötigt wurde. „Wir können auch zur MEG fahren und uns dort Sachen aus den Holzcontainern oder dem Sperrmüll holen“, ergänzt Schreyer. Eine Art Maskottchen des neuen Ladens ist der noch namenlose Hund aus Schrott: Er wurde unter anderem aus Teilen eines Toasters, einer Waschmaschine und eines Motorrollers gefertigt. Originell, aber: „Unverkäuflich.“

Neuer Laden ergänzt die „Sonderbar“

Dominik Schreyer versteht das neue Geschäft als Ergänzung zur „Sonderbar“, die das Diakoniewerk schon seit Jahren an der Kaiserstraße betreibt. „Urban Mining“ sei eine „logische Weiterentwicklung“ und soll dabei helfen, das Angebot auf zwei Standorte, zwei Stilrichtungen aufzuteilen.

Seit rund fünf Jahren kann man in der „Sonderbar“ nicht nur nostalgische Kuriositäten und ausgesuchten Trödel erstehen, sondern auch Upcycling-Produkte. Diese Mischung hat offenbar nicht alle überzeugt. „Leute, die dort nach Hutschenreuther Porzellan oder Katzentellern suchen, sind von den neuen Sachen oft nicht so begeistert“, hat Schreyer festgestellt. So werden sie künftig in eigenen Räumen präsentiert.

Geöffnet ist „Urban Mining“ montags bis freitags von 10 bis 18.30 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr. „Nach einem Jahr“, so Schreyer, „wird sich das Diakoniewerk dann anschauen, wie der Laden läuft.“

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